Ferienreiseverordnung (FerReiseV)

Bußgelder bei Verstößen gegen die Ferienreiseverordnung

TatbestandsnummerTatbestand Strafe (€)
501000Sie fuhren mit dem Kraftfahrzeug trotz des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verkehrsverbotes auf der Autobahn.25
501600Sie fuhren mit dem Kraftfahrzeug länger als 15 Minuten trotz des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Verkehrsverbotes.60
501606Sie ließen zu bzw. ordneten an, dass mit dem Kraftfahrzeug entgegen dem bestehenden Verkehrsverbot länger als 15 Minuten gefahren wurde.150
503006Sie haben die vorgeschriebenen Fracht- und Begleitpapiere oder die Ausnahmegenehmigung nicht mitgeführt oder auf Verlangen nicht ausgehändigt.10

Sonntage, Ferien und Feiertage – Welche Fahrverbote regelt die Ferienreiseverordnung?

Den Koffer packen für die ReiseIm deutschen Verkehrsrecht ist eine Ferienreiseverordnung verankert – das ist eine Verordnung zur Erleichterung des Ferienverkehrs auf Deutschlands Straßen. Diese beinhaltet ein gesetzlich vorgeschriebenes Fahrverbot für alle LKW in einem festgelegten Zeitraum. Zudem ist im § 30 Abs. 3 und 4 StVO ein Sonntagsfahrverbot und ein Feiertagsfahrverbot für Lastkraftwagen verkehrsrechtlich vorgeschrieben. Was in der Ferienreiseverordnung genau geregelt wird, für wen das Fahrverbot gilt und aus welchen Gründen die StVO das LKW-Fahrverbot festgelegt hat, erfahren Sie in dem folgenden Artikel. Zudem klären wir Sie darüber auf, ob bei einem Verstoß gegen die Ferienreiseverordnung laut Bußgeldkatalog Strafen erfolgen und beispielsweise ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot drohen.

Ferienreiseverordnung und Fahrverbot für LKW

Die allgemeine Ferienreiseverordnung bezieht sich primär auf den Güterverkehr beziehungsweise auf ein Fahrverbot für LKW. Laut StVO gilt für alle LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen ebenso wie für alle LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 7,5 Tonnen inklusive Anhänger ein generelles Fahrverbot an:

Das Lkw Sonntagsfahrverbot

  • Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen in der Zeit von 00:00 Uhr bis 22:00 Uhr (= Sonn- & Feiertagsfahrverbot)
  • in der Zeit vom 01.07. bis 31.08. an allen Samstagen von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr auf bestimmten, festgelegten Autobahnen und Bundesstraßen (= Ferienreiseverordnung)

Für bestimmte Güter beziehungsweise für spezielle Gütertransporte durch Lastkraftwagen können hinsichtlich des Verbotes Ausnahmegenehmigungen beantragt werden, und zwar bei der Straßenverkehrsbehörde.

Übersicht zum Sonntagsfahrverbot & Feiertagsfahrverbot 2014

An folgenden Feiertagen gilt in Deutschland das LKW-Fahrverbot:

FeiertagGeltungsbereich Fahrverbot
Neujahrbundesweit
Karfreitagbundesweit
Ostermontagbundesweit
Tag der Arbeitbundesweit
Christi Himmelfahrtbundesweit
Pfingstmontagbundesweit
FronleichnamBaden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Tag der deutschen Einheitbundesweit
ReformationstagBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
AllerheiligenBaden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland
1. Weihnachtsfeiertagbundesweit
2. Weihnachtsfeiertagbundesweit
*An allen hier nicht genannten Feiertagen (z.B. Heilige Drei Könige am 06. Januar 2014 in Bayern) existiert kein Feiertagsfahrverbot.

Laut StVO gibt es für das Feiertagsfahrverbot sowie für das Sonntagsfahrverbot gewisse Ausnahmegenehmigungen für LKW, die unter den nachfolgenden Voraussetzungen nicht von dem Verbot betroffen sind:

Gesetzliche Ausnahmeregelungen:

  • Das LKW-Fahrverbot gilt nicht bei einem kombinierten Güterverkehr von der Schiene auf die Straße, wenn die Strecke zwischen Versand des Gütertransports und dem nächstmöglichen Verlade- oder Entladebahnhof nicht mehr als 200 km beträgt.
  • Das LKW-Fahrverbot gilt nicht bei einem kombinierten Güterverkehr vom Hafen auf die Straße, wenn die Strecke zwischen Versand des Gütertransports und dem nächstmöglichen Verlade- oder Entladebahnhof nicht mehr als 150 km beträgt.
  • Das LKW-Fahrverbot gilt nicht bei der Beförderung von folgenden Transportgütern:Verderbliche Waren inkl. 10 % andere Warengüter wie:
    • frische Milch & frische Milcherzeugnisse
    • frisches Fleisch & frische Fleischerzeugnisse
    • frischer sowie lebender Fisch & Fischererzeugnisse
    • leicht verderbliches Obst & Gemüse

    Ausnahmegenehmigung zum SonntagsfahrverbotDas Verbot wird auch bei Leerfahrten außer Kraft gesetzt, die im Zusammenhang mit den Transporten dieser Transportgüter stehen.

  • Das LKW-Fahrverbot gilt nicht für Fahrten mit Fahrzeugen, die nach dem Bundesleistungsgesetz in einem inneren Notstand oder in einem Verteidigungsfall herangezogen werden. Hierfür sollte stets der Leistungsbescheid mitgeführt und gegebenenfalls bei einer Kontrolle vorgelegt werden.
  • Das LKW-Fahrverbot gilt nicht bei Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge der Landes- und Bundespolizei, Bundeswehr und NATO-Truppen, Straßendienste, Feuerwehr und des Katastrophenschutzes.

Erfüllt ein LKW beziehungsweise ein LKW-Transport eine dieser Voraussetzungen, wird dieser durch Ausnahmegenehmigungen von dem Sonntagsfahrverbot und dem Feiertagsfahrverbot entbunden – auch wenn das zulässige Gesamtgewicht des LKW über 7,5 Tonnen liegt. Ebenso sind folgende Fahrzeuge laut StVO nicht vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot betroffen:

  • (Sattel-) Zugmaschinen, die nur dazu dienen, andere Fahrzeuge zu ziehen
  • (Sattel-) Zugmaschinen mit Hilfsladeflächen, deren Nutzlast nicht mehr als das 0,4 fache des zulässigen Gesamtgewichtes beträgt
  • Kfz, bei denen die beförderten Gütergegenstände zum Fahrzeuginventar gehören, z. B. Filmfahrzeuge
  • (Sattel-) Zugmaschinen, die generell keine Ladung aufnehmen können und keinen Anhänger mit sich führen
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen (z. B. Straßenreinigungsfahrzeuge)
  • Bergungs-, Abschlepp- und Reparaturfahrzeuge, die im Einsatz sind
  • Anhänger, die zu Freizeitzwecken hinter einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen geführt werden

Fahrverbot für LKW – nicht nur in Deutschland

Das Sonntagsfahrverbot gilt auch in anderen LändernDas Sonn- und Feiertagsfahrverbot, häufig auch Wochenendfahrverbot genannt und ausschließlich auf Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und Lastkraftwagen mit Anhängern bezogen, wird in vielen europäischen Ländern angewendet. Dazu zählen unter anderem Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Slowenien, Italien und Luxemburg, wobei dieses Verbot heftig umstritten ist.

In Deutschland ist das Fahrverbot für LKW an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr unter den entsprechenden Gewichtsvorgaben seit dem 1. Mai 1956 im Verkehrsrecht gesetzlich verankert und erwirkt bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung in der Regel einen Bußgeldbescheid. Wie hoch das entsprechende Bußgeld für dieses Vergehen ausfällt, hängt von den individuellen Umständen und von den Konsequenzen für den Straßenverkehr ab und ist der aktuellen Bußgeldtabelle oder Bußgeldrechner zu entnehmen.

Ferienreiseverordnung vs. Wochenendfahrverbot

Eine leere Straße wegen des SonntagsfahrverbotsDie Ferienreiseverordnung ist seit 1969 in erster Linie in Deutschland rechtlich festgelegt, allerdings existieren auch in Tschechien, Frankreich, Österreich, Polen, Frankreich und der Schweiz ähnliche Ferienfahrverbote. Diese beziehen sich ebenso wie das Wochenendfahrverbot auf LKW mit Anhängern sowie LKW, die eine zulässige Gesamtmasse von 7,5 Tonnen überschreiten. Sie tritt über die Sommermonate jedes Jahr vom 1. Juli bis zum 31. August an allen Samstagen in der Zeit von 07.00 bis 20.00 Uhr in Kraft. Die Ferienreiseverordnung soll vor allem den Ferienreiseverkehr erleichtern und Staus vermeiden. Diese Verordnung gilt jedoch nur auf bestimmten Strecken, zumeist an einem Autobahnkreuz oder an einem Autobahndreieck. Generell bezieht sich diese Verkehrsbestimmung nur auf bestimmte Autobahnen und Bundesstraßen – ganz im Gegensatz zum Sonntagsfahrverbot und Feiertagsfahrverbot, die für alle Straßen gelten. Auch bei der Ferienreiseverordnung kann das Fahrverbot für LKW durch Ausnahmegenehmigungen aufgehoben werden, wenn eine Beförderung mit alternativen Verkehrsmitteln nicht möglich ist.

Welche Autobahnen und Bundesstraßen beziehungsweise welches Autobahnkreuz oder Autobahndreieck von der Ferienreiseverordnung genau betroffen sind, erfahren Sie im § 1 der Ferienreiseverordnung.

Beispiele: Auszug aus der Ferienreiseverordnung:

Autobahnen und BundesstraßenStreckenbeschreibung
A215von Autobahndreieck Bordesholm bis Anschlussstelle Blumenthal
A831von Anschlussstelle Stuttgart-Vaihingen bis Autobahnkreuz Stuttgart
A980von Autobahnkreuz Allgäu bis Anschlussstelle Waltenhofen

Kritik am Fahrverbot für LKW

Das Sonntagsfahrverbot für LKW sowie das Feiertagsfahrverbot an bestimmten Feiertagen soll primär dem Lärm- und Umweltschutz dienen. Diese Reglementierung des Schwerlastverkehrs hat demnach das Ziel, den erhöhten Verkehrsbelastungen, die durch den LKW-Verkehr verursacht werden, entgegenzuwirken. Doch gerade Fernfahrer sehen dieses Verbot häufig recht kritisch, da sie zu den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten mit ihrem LKW auf Raststätten verweilen und ihre Fahrt unterbrechen müssen, statt die Freizeit bei ihrer Familie verbringen zu können. Ebenfalls kritisch zu sehen: Da die Fahrt am Sonntag erst nach 22 Uhr begonnen werden darf, werden die Fahrer zur Nachtarbeit gedrängt.