Jugendschutzgesetz im Kino: Die Altersbeschränkung beachten

Jugendschutz im Kino
Das Jugendschutzgesetz sorgt im Kino für strikte Vorgaben.

Das Jugendschutzgesetz sorgt im Kino für strikte Vorgaben.

Im Kino gelten feste Altersbeschränkungen, an die sich Eltern wie Kinder halten müssen. Die Einschätzung erfolgt in Deutschland durch die FSK.

Kinobesuche sind für Heranwachsende oft ein großer Spaß. Die große Leinwand, die bequemen Sitze und das verführerisch duftende Popcorn: Kinder und Jugendliche genießen das besondere Flair ähnlich wie Erwachsene. Dabei müssen Eltern jedoch darauf achten, dass ihre Sprösslinge im Kino die Altersfreigabe beachten. Im vorliegenden Ratgeber werden Sie umfassend zum Thema „Jugendschutzgesetz im Kino“ informiert.

Hier erfahren Sie, welche Vorgaben der Gesetzgeber diesbezüglich aufgestellt hat. Darüber hinaus gibt es Informationen dazu, wie die FSK jedes öffentliche Kino beeinflusst, welche Altersfreigabe für Jugendliche durch elterliche Begleitung gesenkt werden kann und was es mit dem sogenannten „Muttizettel“ auf sich hat.

Ohne Altersvorgabe keine Erlaubnis zur Filmvorführung

Eine festgesetzte Altersbeschränkung ist laut Jugendschutzgesetz im Kino eine absolute Pflicht, wenn Filme öffentlich vorgeführt werden sollen. Die FSK, also die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, ist für die Prüfung und Alterskennzeichnung von Kinofilmen in Deutschland verantwortlich. Das geht zurück auf § 11 des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Dieser Paragraph schreibt jedem Kino vor:

Die Anwesenheit bei öffentlichen Filmveranstaltungen darf Kindern und Jugendlichen nur gestattet werden, wenn die Filme von der obersten Landesbehörde oder einer Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle im Rahmen des Verfahrens nach § 14 Abs. 6 zur Vorführung vor ihnen freigegeben worden sind oder wenn es sich um Informations-, Instruktions- und Lehrfilme handelt, die vom Anbieter mit “Infoprogramm” oder “Lehrprogramm” gekennzeichnet sind.”

Als öffentliche Filmveranstaltungen zählen nicht nur die Filmabende in deutschen Kinos. Die genannte Klausel kommt auch dann zum Tragen, wenn kurze Videofilme, Clips oder Trailer in Foyers, Schaufenstern oder Diskotheken gezeigt werden. Sind also nicht jugendfreie Inhalte zu sehen, müssen die Betreiber dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu den jeweiligen Medien haben.

Geht es um das Jugendschutzgesetz im Kino ist die Bewertung „FSK ab 12 Jahren“ ein Sonderfall. Mit personensorgeberechtigten Begleitern, oft sind das die Eltern, dürfen auch sechsjährige Knirpse diese Filme besuchen. Bei anderen Beschränkungen ist das nicht möglich. Ist also ein Film ab 16 freigegeben, gilt: Mit Begleitperson oder ohne, es ist nicht möglich, einen Kinofilm ab 16 schon mit 15 zu sehen.

Die Bewertung der filmischen Werke

FSK-16-Filme: Ob mit Eltern oder Muttizettel, die Jugendlichen müssen das Mindesalter besitzen, um solche Werke zu sehen.

FSK-16-Filme: Ob mit Eltern oder Muttizet­tel, die Jugendlichen müssen das Mindest­alter besitzen, um solche Werke zu sehen.

Es zeigt sich: Das Jugendschutzgesetz bezogen aufs Kino dreht sich hauptsächlich um die Altersfreigaben, ohne welche die Filme nicht aufgeführt werden dürfen. Doch wie gelangt die Selbstkontrolle zu den einzelnen Einschätzungen? Je nach Art des Films beschäftigten sich unterschiedlich große Prüfgremien mit dem jeweiligen Werk und legen anhand eigens festgelegter Grundsätze und der zwischen den Bundesländern getroffenen Vereinbarungen eine Alters­beschränkung fest.

Dabei kann es bei Widersprüchen innerhalb der Institution zu zusätzlichen Prüfungen kommen, die sich über mehrere Instanzen erstrecken. Eine so erlangte Freigabe verhindert darüber hinaus auch, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien eine Indizierung vornehmen kann. Indizierte Medien dürfen nicht länger beworben und offen verkauft werden. Auch dies dient dem Jugendschutz.

Der sogenannte Muttizettel kann im Kino Sinn machen, wenn die Eltern ihr Kind nicht selbst in einen Film begleiten können, der zu einer späten Uhrzeit läuft. Dieser überträgt den Erziehungsauftrag temporär auf eine andere Person und ist mit dem Jugendschutzgesetz konform. Im Kino kann sich dieser folglich als nützlich erweisen.
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