Reifenreparatur: Vorschriften, Kosten und Verfahren

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FAQ: Reifenreparatur

Welche Reifen können repariert werden?

Ob bei Reifen eine Reparatur möglich ist, muss im Einzelfall ein Fachmann entscheiden. Dieser stützt seine Expertise auf die Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen. Demnach ist eine Ausbesserung nur zulässig, wenn die Beschädigung höchstens 6 mm groß ist und sich im Laufflächenbereich befindet. Sind hingegen die Innenseite oder die Seitenwand beeinträchtigt, ist eine Reifenreparatur nicht mehr möglich und ein Austausch muss erfolgen.

Wie erfolgt eine Reifenreparatur beim Auto?

Um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, ist es bei einer Reparatur notwendig, die Autoreifen zu vulkanisieren. Dabei handelt es sich um ein chemisch-technisches Verfahren, dass dazu dient, einen Gummistopfen mit dem Material des Reifens dicht zu verbinden.

Was kostet es, einen Reifen zu reparieren?

Notdürftig Flicken können Sie in Eigenregie mit einem Reifenreparaturset für bis zu 30 Euro. Suchen Sie hingegen eine Werkstatt auf, um einen Autoreifen professionell reparieren zu lassen, müssen Sie dafür mit Kosten von etwa 40 Euro rechnen.

Wann sind Reifenreparaturen erlaubt?

Kritische Begutachtung: Nicht immer ist eine Reifenreparatur möglich.
Kritische Begutachtung: Nicht immer ist eine Reifenreparatur möglich.

Wurde ein Reifen durch eine Schraube oder Scherbe beschädigt, ist dies nicht nur ärgerlich, sondern kann auch ins Geld gehen. Denn ein Ersatzreifen kostet schnell zwischen 50 und 90 Euro, wobei Experten grundsätzlich dazu raten, die Achsen gleich zu bestücken. Mit Blick auf die Kosten und die Nachhaltigkeit kann daher unter Umständen eine Reifenreparatur eine gute Option sein.

Allerdings lässt sich nicht jeder beschädigte Autoreifen flicken. Ob eine Reparatur sinnvoll und zulässig ist, muss ein Experte beurteilen. Als Grundlage für die fachmännische Beurteilung der Beeinträchtigung dienen die Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen (Verkehrsblatt – Dokumentation Nr. B 3620) und die Richtlinie für die Beurteilung von Reifenschäden an Luftreifen (Verkehrsblatt – Dokumentation Nr. B 3619). Hierbei handelt es sich um Erweiterung von § 36 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Darüber hinaus gilt es natürlich auch die allgemeinen Vorgaben zur Bereifung zu berücksichtigen.

Reifenreparaturen sind demnach nur sinnvoll, wenn die Reifen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Recht neu
  • Ausreichende Profiltiefe
  • Frischer Schaden
  • Geringe Beschädigung

Zudem ist eine Ausbesserung nur möglich, wenn sich die Beschädigung auf der Lauffläche befindet. Somit lassen sich Reifen nicht reparieren, wenn die Seitenfläche oder die Innenseite betroffen sind. Wichtig ist auch, dass der Schaden nicht zu groß ist. Die Richtlinien geben dazu eine maximale Größe von sechs Millimetern vor. Abgeraten wird von einer Reifenreparatur außerdem, wenn es sich um Hochgeschwindigkeitsreifen handelt, die für mehr als 210 km/h zugelassen sind. Denn bei diesen besteht auch bei einer fachgerechten Reparatur ein erhöhtes Risiko.

Mitunter ist es ebenfalls nicht möglich, einen platten Reifen zu reparieren. Denn wurden Beschädigung und Luftverlust während der Fahrt nicht bemerkt, kann aufgrund des geringeren Luftdrucks die Innenseite des Pneus in Mitleidenschaft gezogen werden. Wollen Sie bei Ihren Reifen ein Loch reparieren lassen, sollten Sie also zeitnah eine Werkstatt aufsuchen.

Reifenreparatur vom Fachmann: Worauf gilt es zu achten?

Schraube im Reifen: Eine Reparatur geht mit Kosten von durchschnittlich 40 Euro einher.
Schraube im Reifen: Eine Reparatur geht mit Kosten von durchschnittlich 40 Euro einher.

Wollen Sie einen beschädigten Reifen nicht ersetzen, kann sich ein Gang zur Fachwerkstatt oder zum Reifenhändler lohnen. Denn in der Regel bieten diese eine Reifenreparatur an. Ob die Möglichkeit besteht, einen Reifen zu flicken, lässt sich meist allerdings erst nach einer genauen Begutachtung einschätzen. Dafür muss dieser von der Felge abmontiert werden.

Ist es insbesondere mit Blick auf die Verkehrssicherheit möglich, bestehende Schäden zu beheben, gilt es die Vulkanisation vorzubereiten. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein Gummistopfen mit dem beschädigten Reifen eine Verbindung eingeht. Ein großer Vorteil dieses Verfahren ist, dass das Material seine elastischen Eigenschaften behält und die Reparaturstelle dadurch den Beanspruchungen des Autofahrens standhalten kann. Folgende Schritte werden für die Reifenreparatur durchgeführt:

  1. Suche des Stichkanals und ggf. Entfernung des Fremdkörpers
  2. Reinigung und Ausbohrung des Stichkanals
  3. Verschluss des Stichkanals durch Vulkanisation mit einem Gummistopfen
  4. Ggf. Anbringung eines Reparaturpflasters an der Innenseite des Reifens
  5. Aufzug des geflickten Reifens auf die Felge
  6. Auswuchtung des Reifens

Nach der fachmännischen Instandsetzung ist der Reifen so gut wie neu. Dennoch sollten Sie die Belastungsgrenzen der geflickten Pneus nicht unnötig ausreizen, damit sich möglichst lange von der Arbeit profitieren. Denn bringen Sie vom Auto einen Reifen zur Reparatur, können dafür Kosten in Höhe von rund 40 Euro anfallen.

Wichtig! Wollen Sie einen beschädigten Reifen professionell reparieren lassen, sollten Sie etwaige Fremdkörper im Profil stecken lassen und auf einen ausreichenden Luftdruck achten. Auch eine Reifenreparatur in Eigenregie kann einer Instandsetzung im Wege stehen.

Reifen selbst flicken: Beim Auto dank Reifenreparatursets unkompliziert möglich?

Welche Optionen gibt es, um Autoreifen selbst zu reparieren?
Welche Optionen gibt es, um Autoreifen selbst zu reparieren?

Wer über etwas handwerkliches Geschick verfügt, sich im Vorfeld gründlich informiert, das richtige Equipment besorgt und die notwendige Zeit investiert, kann am Auto die verschiedensten kleineren Reparaturen und Umbauten selbst durchführen. Im Handel können Hobbyschrauber auch verschiedenste Produkte zum Flicken von Reifen erwerben. Doch lässt sich mit einem entsprechenden Reifenreparaturset eine Beschädigung etwa durch eine Schraube im Reifen selber reparieren? 

Ein Reifenreparaturset können Sie für 25 bis 50 Euro erwerben. Dieses enthält das notwendige Werkzeug und die benötigten Materialien, um einen Reifen zu vulkanisieren. Die einzelnen Arbeitsschritte können Sie dem nachfolgenden Video entnehmen:

Im Video: Wie funktioniert ein Reifenreparaturset?

Verwenden Sie bei einem Autoreifen für die Reparatur ein solches Set, ist das Ergebnis allerdings nicht mit dem aus einer Fachwerkstatt zu vergleichen. Vielmehr handelt es sich dabei um eine temporäre Lösung, mit der sich Strecken von bis zu 100 km überbrücken lassen. Ein Blick in die Gebrauchsanleitung gibt dazu Aufschluss. Anschließend ist ein Austausch erforderlich.

Um einen Reifen mit eingefahrenem Nagel zu reparieren, greift so manch ein Autofahrer zu einem sogenannten Pannenspray. Diese enthalten ein Reifendichtmittel und können kleinere Löcher verschließen. Aber: Führen Sie bei beschädigten Reifen eine Reparatur mit einem Spray durch, ist dies keine dauerhafte Lösung. Das Dichtungsspray dient vielmehr dazu, die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt zu ermöglichen. Zudem ist aufgrund einer solchen Notmaßnahme eine professionelle Reifenreparatur nicht mehr zulässig. Der betroffene Reifen muss daher ausgetauscht werden.

Quellen und weiterführende Links

Über den Autor

Autor
Anh P.

Anh hat eine journalistische Ausbildung absolviert und verstärkt unsere Redaktion seit 2018. Ihre Ratgeber befassen sich u. a. mit Verkehrsverstößen, Fragen zum Bußgeldverfahren und Tipps zur Fahrzeugpflege. Außerdem verfasst sie Pressemitteilungen und unterstützt uns als Lektorin.

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