Was ist einfache Körperverletzung?

Die körperliche Unversehrtheit ist ein Rechtsgut, das jedem Menschen zusteht. Eine Körperverletzung verletzt dieses Rechtsgut und wird bestraft. Es gibt verschiedene Klassifizierungen der Körperverletzung, die durch die Schwere der Tat bestimmt werden. In diesem Ratgeber geht es um die einfache Körperverletzung.

Von einer einfachen Körperverletzung ist die Rede, wenn der Tatbestand einer Körperverletzung nach § 223 Strafgesetzbuch (StGB) erfüllt ist. Allerdings ist für eine genaue Klassifizierung der Körperverletzung wichtig, welche Folgen die Tat für das Opfer hatte und wie die Tat verübt wurde.

Lesen Sie im folgenden Ratgeber, wodurch eine einfach Körperverletzung laut StGB begangen wird, wie vorsätzliche einfache Körperverletzung bestraft wird und was in der Schweiz für Regelungen für eine einfache Körperverletzung herrschen.

Einfache Körperverletzung laut Definition

Einfache Körperverletzung wird im StGB in § 223 definiert.

Einfache Körperverletzung wird im StGB in § 223 definiert.

Die einfache Körperverletzung wird in § 223 StGB definiert:

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Beispiele für eine einfache Körperverletzung sind Anspucken oder Kratzen. Auch wenn durch ein Anrempeln blaue Flecken verursacht werden, kann von einer einfachen Körperverletzung ausgegangen werden.

Eine Gesundheitsschädigung kann allerdings auch psychisch ausgelöst werden. Mobbing oder Psychoterror können beim Geschädigten zu einer psychischen Gesundheitsschädigung führen.

Eine einfache Körperverletzung zieht eine Strafe, die mit einer Geldstrafe oder einem Freiheitsentzug belegt wird, nach sich. In „minder schweren“ Fällen wird oft lediglich eine Geldstrafe verhängt.

Vorsätzliche einfache Körperverletzung

Eine einfache Körperverletzung ist, wie die anderen Formen der Körperverletzung auch, ein Vorsatzdelikt. Eine Ausnahme bildet lediglich die fahrlässige Körperverletzung. Der Vorsatz, also die Absicht des Täters eine andere Person zu verletzen, muss klar erkennbar sein.

Allerdings ist auch ein „bedingter Vorsatz“ ausreichend. Das heißt, der mutmaßliche Täter ist sich der Möglichkeit einer Körperverletzung bewusst und lässt sich dadurch nicht von seiner Tat abbringen. Er ist bewusst das Risiko eingegangen, das Opfer zu verletzen und hat sich damit abgefunden.

Damit eine einfache Körperverletzung strafrechtlich verfolgt werden kann, muss der Geschädigte einen Strafantrag stellen. Ohne diesen wird die Tat von der Staatsanwaltschaft (von Amts wegen) nicht verfolgt. Es sei denn es besteht ein „besonderes öffentliches Interesse“. Weißt der Täter entsprechende Vorstrafen auf, kann auch aufgrund dieser gegen ihn ermittelt werden.

Andere Körperverletzungsdelikte

Vorsätzliche einfache Körperverletzung wird strafrechtlich nur verfolgt, wenn das Opfer Anzeige erstattet.

Vorsätzliche einfache Körperverletzung wird strafrechtlich nur verfolgt, wenn das Opfer Anzeige erstattet.

Die einfache Körperverletzung hat die am wenigsten schwerwiegenden Folgen für den Geschädigten. Liegt eine vorsätzliche einfache Körperverletzung vor, kann die Strafe härter ausfallen.

Andere Körperverletzungsdelikte können das Opfer allerdings deutlich stärker schädigen. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Klassifizierungen der Körperverletzung und deren Strafmaß:

  • Fahrlässige Körperverletzung: Eine fahrlässige Körperverletzung ist dann gegeben, wenn der Körperverletzung ein Pflichtverletzung vorausgeht. Bei Fahrlässigkeit kann kein Vorsatz bestehen. Strafmaß: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.
  • Gefährliche Körperverletzung: Eine gefährliche Körperverletzung wird dann Tatbestand, wenn das Opfer ein bestimmtes Mittel (z.B. Gift) oder eine bestimmte Waffe (z.B. Pistole) zur Tat eingesetzt hat. Strafmaß: sechs Monate bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.
  • Schwere Körperverletzung: Bei einer schweren Körperverletzung hat das Opfer stets Folgeschäden davongetragen. Strafmaß: zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe.
  • Körperverletzung mit Todesfolge: Durch die Körperverletzung wird der Tod des Opfer herbeigeführt. Der Körperverletzung kann eine Fahrlässigkeit vorangegangen sein. Strafmaß: Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
Einfache Körperverletzung in der Schweiz wird mit den gleichen Strafen wie nach deutschem Recht belegt und muss ebenfalls für eine Strafverfolgung zur Anzeige gebracht werden.
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