§ 10 FZV (Kennzeichen anbringen und ausgestalten)

Jeder Fahrzeughalter muss sein Kennzeichen sichtbar anbringen.

Kennzeichen: Ausgestaltung und Anbringung

Ob ein Fahrzeughalter nach dem Autokauf bei einem neu zugelassenen Fahrzeug das Kennzeichen anbringen oder bei einem umgemeldeten Kfz das Nummernschild wechseln möchte, ihm wird durch § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) genau vorgeschrieben, welche Vorschriften er dabei zu befolgen hat.

Auch wenn sich dieser Paragraph direkt auf die üblichen Nummernschilder „mit schwarzer Beschriftung auf weißem schwarz gerandetem Grund“ bezieht, so gelten seine Vorschriften auch für besondere Kennzeichen und für rote Händlerkennzeichen, die ausschließlich für Prüfungsfahrten, Probefahrten und Überführungsfahrten zugelassen sind. Im folgenden Bußgeldkatalog sind alle Tatbestände des § 10 FZV (Ausgestaltung und Anbringung von Kennzeichen) zu finden.

Bußgeldtabelle zu § 10 FZV:

Tatbestands­nummerTatbestand Strafe (€)
810100 Fahrzeug fahren, dessen hinteres amtliches Kennzeichen nicht den Vorschriften entspricht10
810106 Fahrzeug fahren, dessen vorderes amtliches nicht den Vorschriften entspricht10
810112 Fahrzeug fahren, obwohl sich die Kennzeichen in einem ordnungswidrigen Zustand befinden10
810118 Fahrzeug fahren, obwohl sich die Kennzeichenbeleuchtung in einem ordnungswidrigen Zustand befindet10
810600Fahrzeug fahren, obwohl das vorgeschriebene amtliche Kennzeichen fehlt60
810612An der Rückseite des letzten Anhängers kein vorgeschriebenes Kennzeichen führen60
810618Fahrzeug fahren, obwohl das Kennzeichen mit Glas, Folie oder sonstigen Abdeckungen verdeckt war65
810619Anhänger fahren, obwohl das Kennzeichen mit Glas, Folie oder sonstigen Abdeckungen verdeckt war65
Die Vorschriften der Kfz-Kennzeichenbefestigung sind genau geregelt. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Sichtbarkeit eines Kfz-Kennzeichens unter allen Umständen gewährleistet sein muss. So dürfen nach korrekter Kennzeichenbefestigung keine Umwelteinflüsse das Kennzeichen so verdecken, dass es nicht mehr lesbar ist.
Das bedeutet, es darf durch nichts verdeckt oder dauerhaft verschmutzt sein – außerdem muss es reflektieren, darf aber nicht spiegeln. Jedes Nummernschild muss vollständig dem Normblatt DIN 64069 entsprechen. Darin sind die Größenvorgaben für alle Kennzeichenvarianten genau festgelegt. Zudem muss jedes zugeteilte Kennzeichen durch die Zulassungsbehörde mit einer Stempelplakette abgestempelt werden.

Jeder Fahrzeughalter muss sein Kennzeichen sichtbar anbringen.

Jeder Fahrzeughalter muss sein Kennzeichen sichtbar anbringen.

Es wird weiterhin vorgeschrieben, dass der Halter eines Kraftfahrzeugs auf der Vorder- und Hinterseite des betreffenden Gefährts ein Kennzeichen anbringen muss.

Die Autonummer auf der Hinterseite muss zudem mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein. Diese darf Licht „nicht unmittelbar nach hinten austreten lassen“, muss aber dafür garantieren, dass das Kennzeichen bis auf 20 Meter Entfernung noch erkennbar ist.

Auch Höhe und Winkel einer Kennzeichenbefestigung wird in § 10 FZV festgelegt. Die vordere Autonummer darf in einem „Vertikalwinkel von 30 Grad gegen die Fahrtrichtung geneigt sein“, dabei muss sich der untere Rand des Schilds mindestens 200 mm über der Fahrbahn befinden. Bei der Mitführung eines Anhängers muss auch dieser ein Nummernschild aufweisen, das der Halter für Zugfahrzeuge benutzen darf.

Verdeckt wiederum Fracht auf dem Anhänger die Kennzeichnung, muss diese am Ladungsträger wiederholt werden. Bei allen Fahrzeugen, bei denen die Kennzeichenbefestigung nicht den Vorschriften entspricht, darf dem Gesetzgeber folgend keine Inbetriebnahme im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen. Einzig die Art und Weise, wie ein Kennzeichen anzubringen ist, ist im Gesetzt nicht genau festgeschrieben. Da bieten sich jedem Kfz-Besitzer verschiedene Möglichkeiten.

„Benötige ich eine Halterung für mein Nummernschild?” ist eine Frage, die sich vielen Autobesitzern vor der Montage des Kennzeichens stellt. Ein Verzicht auf dieses Zubehör kann aus ästhetischen Gründen erfolgen. Doch für viele hat sich der Nummernschildhalter bewährt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Ein Kennzeichen befestigen, ohne dafür Schrauben zu benutzen, stellt heutzutage kein Problem mehr dar.

Ein Kennzeichen befestigen, ohne dafür Schrauben zu benutzen, stellt heutzutage kein Problem mehr dar.

Ein Kennzeichenhalter hat den Vorteil, dass nach erstmaliger Montage einzelne Kennzeichen leicht ausgetauscht werden können. Zudem werden für kein Nummernschild extra Schrauben benötigt. Wenn sich der Halter eines Kfz gegen den Kennzeichenhalter entscheidet, kann er auch die klassische Methode verwenden, ein Nummernschild anzubringen.

Dabei werden Löcher in das Schild gebohrt, nachdem der Abstand der Bohrpunkte genau festgelegt wurde. Diese Festlegung muss besonders gewissenhaft gemacht werden, damit das Kennzeichen später gerade und fest am Auto sitzt. Bezüglich der Schrauben für das Kennzeichen hat hier jeder Interessent die Wahl zwischen Angeboten von verschiedenen Herstellern. Handwerkliches Knowhow ist für diese Methode nötig.

  • Vorteil: Autonummern sind auf diese Weise sicher am Fahrzeug befestigt.
  • Nachteil: Das Auswechseln eines Schilds ist recht zeitintensiv.

Mittlerweile ist es auch möglich, ein Nummernschild zu befestigen, ohne zum Bohrer greifen zu müssen. Dafür gibt es beispielsweise Kennzeichen zum Kleben oder auch magnetische Schilder. Sogar Kennzeichen mit Klettbändern sind nicht unüblich. Entsprechend werden Schilder aus Kunststoff schon in der Herstellung mit einem textilen Flausch auf der Rückseite versehen. Fahrer können diese Kennzeichen mit speziellen Verschlüssen dann einfach am Auto montieren.

Es muss eine Außentemperatur von über 15 °C herrschen, wenn ein Fahrzeugbesitzer ein Nummernschild mit Klettband anbringen möchte – nur dann verbinden sich die Pads richtig mit der Oberfläche.
  • Vorteil: Kennzeichen können schnell gewechselt werden.
  • Nachteil: Schilder können je nach Material durch häufiges Wechseln verbiegen.

Für eine Kfz-Kennzeichen-Befestigung bieten sich also jedem Fahrzeughalter viele Möglichkeiten.

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Kommentare

  1. Manu sagt:

    Wie schaut es rechtlich aus. Hab nichts gefunden.
    Ich verbaue vorne ( nur Vorne an der Stoßstenge ) diese TECTUS TE 340 3D, verdeckt liegendes Türband am Kennzeichen und an der Stoßstange. Beim fahren kommt der Fahrtwind und das Kennzeichen bewegt sich nach hinten so das mehr Kühle luft zum Kühler geleitet wird. Wie ist das anzusehen ??

    1. bussgeldkatalog.net sagt:

      Hallo Manu,

      wenden Sie sich mit dieser Frage bitte an den TÜV, die Mitarbeiter sollten Ihnen helfen können.

      Das Team von bussgeldkatalog.net

  2. K.Costa sagt:

    Ist dann die Verwendung von Klettband und Magneten zur Befestigung der Kennzeichen erlaubt oder ein Vergehen?

    1. Redaktion sagt:

      Hallo K.Costa,

      es gibt genauen keine Vorschriften, wie das Kennzeichen zu befestigen ist.

      – Die Redaktion

      1. Oliver sagt:

        Die Magnetbefestigung sowie klettbandbefestigung sind zulässig und werden auch nicht vom TÜV beanstandet….natürlich ist zu beachten dass es entsprechend starke knopfmagnete sind oder magnetband.

  3. Marcel A. sagt:

    Ist es erlaubt das EU Zeichen und das Länderzeichen auf blauen Hintergrund durch einen schwarzen Hintergrund auf dem Auto-Kennzeichen auszutauschen

    1. bussgeldkatalog.net sagt:

      Hallo Marcel,

      nein, Sie dürfen am Kennzeichen nichts verändern.

      – Die Redaktion

  4. Sascha W. sagt:

    Es steht im Text “FEST ANGEBRACHT” … liegt also im Ermessen des Beamten ob Klett oder Magnet nun FEST ist oder nicht. Wenn sich Kennzeichen allerdings schnell und bequem vom Auto entfernen lassen, ist Ärger vorprogrammiert.

  5. Fabian sagt:

    Hallo ist es erlaubt das Kennzeichen Asymetrisch also (Links) oder (Rechts) an der Frontschürze anzubringen ?
    und welche vorschriften auser der winkel max 30° nach unten und der abstand von 200mm minimum von unten müssen beachtet werden ?

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