GGVS: Gefahrgutverordnung Straße

Die GGVS war die Gefahrgutverordnung für den Transport auf der Straße.

Frühere Regelungen zum Gefahrguttransport auf der Straße

Die GGVS war die Gefahrgutverordnung für den Transport auf der Straße.

Die GGVS war die Gefahrgutverordnung für den Transport auf der Straße.

In Deutschland ist der Transport gefährlicher Güter streng geregelt. Um die Sicherheit der Transporte zu normieren und Schäden für die Umwelt sowie für andere Verkehrsteilnehmer zu vermeiden, wurden Vorschriften für jeden möglichen Transportweg geschaffen.

So auch für die Beförderung auf der Straße. Die „Gefahrgutverordnung Straße“, auch GGVS genannt, regelte bis 2001 alle Gefahrguttransporte mit dem LKW oder dem PKW.

Die hier festgelegten Vorschriften mussten bei jeder Beförderung gefährlicher Güter befolgt werden. Eine Missachtung hatte Bußgelder und mitunter auch weiterer Sanktionen zur Folge.

Der nachfolgende Ratgeber befasst sich mit dem Inhalt der GGVS sowie deren Grundlage und geht darauf ein, welche Regelungen heute anstelle der Verordnung existieren.

Was war die GGVS?

Bei der GGVS, der Gefahrgutverordnung Straße, handelte es sich um eine gesetzliche Vorschrift, die die Beförderung gefährlicher Güter auf den Straßen in Deutschland seit 1970 regelte. Diese Verordnung wurde 2001 von der Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn (GGVSE) abgelöst.

Diese wurde wiederum 2009 durch die heute aktuelle Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) ersetzt.
Wie alle Vorgaben zum Gefahrgut war die GGVS eine nationale Umsetzung des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR). Somit gehörte die GGVS zum ADR und setzte europäische Richtlinien um.

Auch heute basieren die Gefahrgutverordnungen auf den verbindlichen Vorgaben des ADR. So sind beispielsweise alle Gefahrgutklassen, Kennzeichnungen, Pflichten und Vorgaben zu den Transportbehältern in diesem Übereinkommen festgelegt.

Die GGVS übernahm die Klassen sowie alle weiteren Vorgaben in Bezug auf die Beförderung von gefährlichen Gütern auf der Straße aus der ADR und schuf so eindeutige Bestimmungen.

GGVS: Zulassung und Schein

Die GGVS galt für alle Transporte von gefährlichen Gütern auf deutschen Straßen. Gemäß der Verordnung mussten Unternehmen und Personen, die solche Güter befördern wollten, besondere Genehmigungen beantragen. Auch heute ist ein solcher Transport nur so möglich.

Fahrer von Gefahrguttransporten mussten einen GGVS-Schein vorweisen können.

Fahrer von Gefahrguttransporten mussten einen GGVS-Schein vorweisen können.

Die Pflichten der am Transport von Gefahrgut Beteiligten waren bereits in der GGVS vorhanden und wurden sowohl in die nachfolgende GGVSE und nun in die GGVSEB übernommen. Hier wurde definiert, was Absender, Beförderer und Empfänger sowie alle weiteren Beteiligten, wie zum Beispiel der Verlader oder der Auftraggeber, zu erfüllen haben.

So mussten Unternehmen eine GGVS-Zulassung beantragen, damit ihre Fahrzeuge gefährliche Güter transportieren durften. Auch schrieb die GGVS die Ausrüstung der LKW vor und legte fest, dass Fahrer dieser Transporte an einer GGVS-Schulung teilnehmen mussten.

Unternehmen legten diese Kosten oft auf die Kunden um. Die sogenannte GGVS-Umlage oder auch GGVS-ADR-Zuschlag wurde oft bei besonders kostenintensiven Transporten veranschlagt. Immerhin verursacht die Ausbildung der Fahrer sowie die regelmäßige Prüfung der Fahrzeuge hohe Kosten.

Heute ist die GGVS-Gebühr nicht mehr aktuell, existiert jedoch weiterhin zum Beispiel in Form der Kosten für den heute notwendigen ADR-Schein. Unternehmen legen diese auch heute meist auf die Kunden um.

Da die GGVS sowie deren Nachfolger, die GGVSE, keine aktuellen Verordnungen mehr darstellen, sind die vollständigen Texte kaum noch zu finden. Die gültigen Regelungen zum Gefahrguttransport sowie alle weiteren Vorschriften in Bezug auf das ADR hingegen können sowohl online als auch in Papierform nachgelesen werden. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz führt die aktuellen Gesetzestexte.
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Kommentare

  1. Wagner sagt:

    Bei einigen Heizölanbietern wird diese GGVS Gebühr erhoben, was ich schon ziemlich dreist finde, da diese zu einem durch den Käufer finanziert wird und zum zweiten wird diese Schulung durch den Unternehmer abgesetzt wird. Darf man derartige Schulungskosten den Ölkäufern aufbürden?
    Vielleicht erledigt sich das ja auch irgendwie von selbst, da einige Käufer bei diesen Verkäufern einen Rückzieher machen.
    Unser Öllieferant hat es in diesem Jahr auch angegeben, also kaufen wir dort nicht. Sicher ist nicht nach zu vollziehen, ab die anderen Lieferanten diese Kosten auch in ihren Rechnungen haben diese aber nur nicht angeben.

    Aber eigentlich wollte ich nur wissen ob es rechtens ist diese, dem Betrieb entstehenden Gebühren,
    auf die Kunden umzulegen.

    1. Redaktion sagt:

      Hallo Wagner,

      als Redaktion dürfen wir leider keine Rechtsberatung geben. Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt.

      – Die Redaktion

  2. Josef P. sagt:

    Frage: wie berechnet sich eine solche GGVS Gebühr ?

    1. bussgeldkatalog.net sagt:

      Hallo Josef,

      das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz sollte Ihnen Auskunft geben können.

      – Die Redaktion

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