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Rote Waffenbesitzkarte – Sammler benötigen diese

Der Waffenbesitz über eine rote WBK ist eingeschränkt

Eine rote Waffenbesitzkarte erlaubt es Sammlern Waffen zu besitzen.
Eine rote Waffenbesitzkarte erlaubt es Sammlern Waffen zu besitzen.
Um in Deutschland erlaubnispflichtige Waffen besitzen zu dürfen, ist der Erwerb einer Waffenbesitzkarte erforderlich. Auch Waffensammler unterliegen dieser Pflicht und können eine rote Waffenbesitzkarte beantragen.

Wie Jäger und Sportschützen auch, benötigen Sammler eine solche Karte, um einer Tätigkeit, sei es als Hobby oder Beruf, nachgehen zu können. Eine rote Waffenbesitzkarte ist hier für Sammler sowie auch für Waffensachverständige von großer Bedeutung.

Welche Voraussetzungen Interessierte erfüllen müssen, um eine rote Waffenbesitzkarte zu erhalten und wie sie diese beantragen können, erfahren sie in folgendem Ratgeber zum Thema.

Was ist eine rote Waffenbesitzkarte

Neben der gelben und grünen WBK, die den Waffenbesitz vorrangig für Sportschützen sowie für Jäger regeln, gibt es in Deutschland eine dritte Waffenbesitzkarte. Die WBK in Rot ist den Waffensammlern vorbehalten, stellt jedoch ebenso eine waffenrechtliche Erlaubnis dar. Diese gilt für Schusswaffen, da Hieb- oder Stichwaffen entweder generell verboten sind oder besessen werden dürfen.

Diese spezielle Karte wird daher für den Besitz von erlaubnispflichtigen Schusswaffen einer bestimmten Art oder aus einem bestimmten Sammelgebiet ausgestellt. Sie stellt jedoch keine Erlaubnis dar, Munition für diese Waffen zu kaufen oder die Waffen in der Öffentlichkeit zu führen.

Wie jede andere Waffenbesitzkarte gilt auch für die rote, dass diese kein Waffenschein ist. Waffen im Besitz des Karteninhabers dürfen daher nur in verschlossenen Behältern transportiert werden. Zudem müssen sie gesichert sein, sodass sie weder schuss- noch zugriffsbereit sind.

Im Waffengesetz regelt für Waffensammler der § 17 WaffG und für Waffensachverständige der § 18 WaffG die Grundlagen für den Waffenbesitz. Auf dieser Basis wird die rote Waffenbesitzkarte erteilt.

Bei der Waffenbehörde können Sammler eine rote WBK beantragen.
Bei der Waffenbehörde können Sammler eine rote WBK beantragen.
Im Gegensatz zur grünen WBK ist bei einer roten Karte ein Voreintrag der zu erwerbendenden Waffen nicht nötig.

Ein Sammler muss die Waffen jedoch innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf und ein Sach­verständiger innerhalb von drei Monaten bei der zuständigen Waffenbehörde anmelden.

Die gekauften Waffen werden in die rote Waffenbesitzkarte eingetragen. Dies dient dann dem Nachweis der Besitzberechtigung für genau diese Waffen. Eine rote Waffenbesitzkarte ist, wie alle anderen auch, personengebunden und nicht übertragbar.

Eine rote WBK beantragen – So geht es

Waffensammler, die eine rote Waffenbesitzkarte beantragen möchten, müssen einige gesetzliche Vorgaben beachten. Der Antrag ist schriftlich bei der zuständigen Waffenbehörde einzureichen.

In jedem Bundesland kann diese Aufgabe eine andere Verwaltungsbehörde übernehmen. In der Regel sind es jedoch die Kreisverwaltung, das Ordnungsamt oder ein zuständige Polizeidirektion. Über die Bürgerdienste der Landkreise kann die am Wohnort zuständige Behörde erfragt werden.
Die Antragsteller müssen volljährig sein und bei einigen Kalibern auch das 21. Lebensjahr vollendet haben. Wie bei den anderen Waffenbesitzkarten sind auch für eine rote die persönliche Eignung sowie eine waffenrechtliche Zuverlässigkeit nachzuweisen. Die körperliche sowie geistige Fähigkeit mit Waffen verantwortungsvoll umzugehen, stehen hier im Mittelpunkt.

Für eine rote WBK kann unter Umständen ein psychologisches Zeugnis notwendig sein.
Für eine rote WBK kann unter Umständen ein psychologisches Zeugnis notwendig sein.
Liegen Zweifel an der Eignung vor, kann die zuständige Behörde zudem auch ein psychologisches Gutachten verlangen.

Neben dem Nachweis einer Teilnahme an einem Sachkundelehrgang müssen Sammler auch beweisen, dass die zu erwerbenden oder geerbten Waffen zu einer historisch oder technisch wert­vollen Sammlung gehören oder das angestrebte Sammelgebiet von kulturhistorischer Bedeutung ist.

In den meisten Fällen ist dies jedoch nur über ein Gutachten möglich, was häufig mit hohen Kosten verbunden ist.

Zwar gibt es die Möglichkeit, eine rote Waffenbesitzkarte für „Schusswaffen aller Art“ zu erhalten, doch wird dies nur in sehr seltenen Ausnahmefällen genehmigt. Meist beschränkt sich die Besitzberechtigung auf ein bestimmtes Sammelgebiet.

Eine rote Waffenbesitzkarte kann und muss auch beantragt werden, wenn nur Munition gesammelt wird. Handelt es sich um Munition für erlaubnispflichtige Waffen, ist eine WBK zwingend notwendig. Auch hier gilt, dass die Karte keinen Waffenschein darstellt und nur zum Besitz berechtigt.
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