Für YouTube eine Kindersiche­rung einrichten

Kann man auf Youtube einen Kinderschutz aktivieren?

Der vorliegende Ratgeber beschäftigt sich mit der Thematik der Altersbeschränkung auf YouTube. Hier werden Sie darüber aufgeklärt, wie bei einem YouTube-Video die Kindersicherung funktioniert, welche Einstellungen möglich sind und wie Eltern darüber hinaus dazu beitragen, eine kindersichere Umgebung zu schaffen.

Die YouTube-Kindersicherung sorgt dafür, dass nur 18-Jährige ein Video mit problematischen Inhalten sehen können.

Die YouTube-Kindersicherung sorgt dafür, dass nur 18-Jährige ein Video mit problematischen Inhalten sehen können.

Die junge Generation von heute verbringt einer Studie von ARD und ZDF zufolge täglich mehrere Stunden auf der Videoplattform YouTube. Denn die sogenannten „YouTuber“ sind die Superstars der Neuzeit.

Egal ob es um Schminktipps, kommentierte Videospiele oder Comedy geht, viele Kanal­inhaber besitzen Klickzahlen in Millionenhöhe und sorgen regelmäßig dafür, dass neue Inhalte hochgeladen und präsentiert werden.

Es zeigt sich, dass die klassischen Medien, wie beispielsweise das Fernsehen, bei der Jugend mehr und mehr ausgedient haben. Die Jugendkultur lebt mittlerweile im World Wide Web. Doch wie lässt sich das mit dem Jugendschutz vereinbaren? Tut YouTube etwas dafür, dass ein Video, welches nicht kindgerechte Inhalte zeigt, nicht jedem zugänglich gemacht wird? Alles zum Jugendmedienschutz bei Youtube erfahren Sie hier!

Videos auf YouTube kindersicher machen – So geht’s!

Schon seit einigen Jahren bietet Google, das Unternehmen, das im Jahr 2006 die Videoplattform aufgekauft hat, einen sogenannten Restricted Mode. Dieser ist in Deutschland besser bekannt unter dem Namen „Sicherer Modus“ und funktioniert ähnlich wie der SafeSearch-Filter des Suchmaschinen-Giganten, sobald Nutzer ihn aktivieren.

Durch die Aktivierung des sicheren Modus wird ein Filter eingeschaltet, der den Zugriff auf jugendgefährdende Videos und Kommentare verhindern soll. Auch geteilte Links, deren Ziel solche Inhalte sind, werden beim Aufruf geblockt. Diese YouTube-Kindersicherung ist jedoch nicht ohne Fehler, einige „problematische“ Videos können der Anwendung entgehen.
YouTube kann für Kinder ein wertvolles Tool sein. Eltern sollten sich jedoch um den Jugendschutz bemühen.

YouTube kann für Kinder ein wertvolles Tool sein. Eltern sollten sich jedoch um den Jugendschutz bemühen.

Aktivieren oder auch deaktivieren können Nutzer den Sicheren Modus einfach auf der Videoplattform selbst. Dazu müssen eingeloggte Personen einfach zum unteren Seitenende scrollen, im horizontalen Menü die Option auswählen und mit „Sichern“ die Wahl bestätigen.

Darin offenbart sich auch eine weitere Schwäche des Modus. Kinder können die von den Eltern aktivierte YouTube-Kindersicherung einfach wieder ausschalten.

Aus diesem Grund sollte diese Methode nur ein Teil der Handlungen sein, die von Elternteilen durchgeführt werden, um YouTube für ihre Kinder sicher machen. Schon bei der Account-Erstellung sollten die Erziehungsberechtigen anwesend sein und Gebrauch von der YouTube-Altersbeschränkung machen. Denn beim Anlegen des Accounts muss auch das Alter des zukünftigen Nutzers angegeben werden. Das hat den Grund, dass manche Videos für unter 18-Jährige grundsätzlich gesperrt sind. Auch das fördert auf YouTube den Jugendschutz.

YouTube-Kids: Eine App speziell für Kinder

Anfang 2015 kam es zum nächsten Schritt in Richtung absolute Kindersicherung für YouTube. Ob mit iPad oder Android-Smartphone unterwegs: Kinder in den USA können nun auch die App mit Namen „YouTube Kids“ nutzen. Dieses Produkt wurde speziell für die kindliche Nutzung entwickelt und soll verstärkt dafür sorgen, dass jedes Video, welches nicht kindgerecht ist, aussortiert wird.

Nutzung der YouTube-Kindersicherung: Ob Android-Tablet oder iPad, alle Geräte sollten entsprechend gesichert sein.

Nutzung der YouTube-Kindersicherung: Ob Android-Tablet oder iPad, alle Geräte sollten entsprechend gesichert sein.

Der YouTube-Kinderschutz, der auf diese Weise geboten wird, kommt darüber hinaus mit weiteren Funktionen daher. Eltern können mitunter einen Video-Timer aktivieren, der dafür sorgt, dass die tägliche Benutzungsdauer der App beschränkt wird.

Es ist sogar möglich, die Suchfunktion komplett abzuschalten. Das sorgt dafür, dass nur speziell vorbereitete Inhalte aus vier kindgerechten Kategorien präsentiert werden.

In Deutschland ist die App bisher offiziell nicht verfügbar, was sehr wahrscheinlich an den vorbereiteten Inhalten liegt (Stand: Mai 2017). Es bleibt abzuwarten, wann eine offizielle deutsche Veröffentlichung ansteht. Bis dahin haben Eltern aber auch über Umwege, wie beispielsweise durch die Nutzung von APK-Dateien auf Android-Geräten, die Möglichkeit, diese YouTube-Kindersicherung ihren Kids zur Verfügung zu stellen.

Die YouTube-Kindersicherung selbst in die Hand nehmen

Google selbst vertritt nach außen hin den Standpunkt, dass Kinder und Jugendliche ein „wichtiger Teil der YouTube-Community“ sind. Eltern, die einen YouTube-Jugendschutz einrichten möchten, erhalten im Sicherheitscenter der Seite entsprechend weitere Tipps zum Kinder- und Jugendschutz. Diese beziehen sich jedoch hauptsächlich auf das Hochladen von Videos:

  • Bei jedem Video auf den Inhalt achten: Werden Videos aufgezeichnet, die Klassenkameraden, Freunde oder andere Minderjährige zeigen, dürfen dabei keine anzüglichen oder gewalttätigen Handlungen vorkommen.
  • Die „Oma-Regel“ nicht vergessen: Hinter diesem lustigen Namen steckt der Gedanke, dass auch Minderjährige nur Clips online stellen sollten, die sie problemlos auch ihren Eltern oder Großeltern zeigen könnten. Andernfalls ist vom Upload vermutlich abzuraten.
  • Gefährliche bzw. unangenehme Situationen vermeiden: Niemand sollte Uploads tätigen, zu denen ihn eine andere Person gezwungen hat. Auch muss jedes Kind darauf achten, sich nicht mit fremden Online-Kontakten zu treffen, ohne vorher mit einem Elternteil darüber zu sprechen.
  • Datenschutzfunktion beim Hochladen nutzen: Wird ein Video als „öffentlich“ hochgeladen, kann jeder User der Videoplattform es sehen. Deshalb sollte Ihr Kind Gebrauch von den Optionen „nicht gelistet“ und „privat“ machen.

Offene Kommunikation zur Netzsicherheit

Der Kinderschutz auf YouTube setzt einiges an Initiative auf der Elternseite voraus.

Der Kinderschutz auf YouTube setzt einiges an Initiative auf der Elternseite voraus.

Einige Punkte in den Tipps, die Google selbst zum Jugendschutz bereitstellt, unterstützen einen wichtigen Gedanken:

Da es bisher keine perfekte YouTube-Kindersicherung gibt, müssen Eltern offen mit ihren Kindern über die Probleme und Gefahren in der Online-Welt sprechen. Hier ist es wichtig, sich den eigenen Nachkommen gegenüber als Vertrauensperson zu erweisen, die bei Fragen und Problemen verständnisvoll agiert und hilft.

Wird zudem offen über die Gefahren gesprochen, die im Internet lauern, ermöglicht das den eigenen Kindern, eigenständig und informiert zu surfen. Am Anfang ist es auch sehr sinnvoll, gemeinsam diese machtvolle Technologie kennenzulernen. Anhand der Interessen ihrer Schützlinge können Erziehungsberechtigte auch Empfehlungen zu kindgerechten Seiten aussprechen.

Gut zu wissen: YouTube bzw. Google selbst kommuniziert, dass Kinder mindestens dreizehn Jahre alt sein müssen, um die Plattform zu nutzen. Dies müssen sie auch bei der Anmeldung bestätigen. Doch ist es ziemlich leicht, so zu tun als ob. Und Kontrollen zur Altersbeschränkung gibt es kaum. Geht es also um YouTube und die Kindersicherung, müssen Eltern selbst entscheiden, ob ihr Kind reif genug dafür ist.
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