Selbstverteidigungskurs: Lernen sich zu wehren

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Selbstverteidigungskurse sollen dabei helfen, gefährliche Situationen richtig einzuschätzen und dazu beitragen, dass Betroffene sich im Ernstfall verteidigen können. Doch nicht nur Frauen können an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen – genauso eignet er sich für Kinder, Jugendliche, Männer und Senioren. Informieren Sie sich in diesem Ratgeber über alle Fakten zum Thema Selbstverteidigungskurs und finden dadurch den Kurs, der zu Ihnen passt.
Es kann sich auszahlen, Techniken zur Selbstverteidigung zu lernen.

Es kann sich auszahlen, Techniken zur Selbstverteidigung zu lernen.

Taekwondo, Wing Tsun, Karate oder auch Krav Maga – diese Arten der Kampfkunst können Sie natürlich auch in Ihrer Freizeit betreiben, um sich körperlich fit zu halten. Auf der anderen Seite eignen sich die dort erlernten Techniken hervorragend zur Selbstverteidigung.

Wenn Sie sich jedoch entscheiden, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, dann enthält der Lehrplan nicht nur Übungen und diverse Griffe. Selbstverteidigungskurse trainieren außerdem das Selbstbewusstsein, um Gefahrensituationen vorzubeugen. Es handelt sich dementsprechend oft auch um einen Selbstbehauptungskurs.

Täter suchen sich stets Opfer aus, keine ebenbürtigen Gegner. Durch eine selbstsichere Ausstrahlung wird der mögliche Angreifer schnell erkennen, dass Sie sich nicht als Opfer eignen.

In gezielten Rollenspielen werden Sie in einem speziellen Selbstverteidigungskurs auf bedrohliche Situationen vorbereitet. Dies gilt vor allem für Frauen, Kinder und Jugendliche. Aber auch Männer oder Senioren können einen Selbstverteidigungskurs besuchen.

Selbstverteidigungskurs für Frauen

Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen unterscheiden sich von allgemeinen Kursen zur Selbstverteidigung. Auch in der heutigen Zeit werden Frauen noch als das „schwache Geschlecht“ angesehen.

Aus diesem Grund halten potenzielle Angreifer Frauen für ein leichteres Ziel und greifen diese bevorzugt an. Daher ist es naheliegend, dass der Wunsch, einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen, meist von einer Frau kommt. Viele weibliche Kursteilnehmer möchten sich schlichtweg sicherer fühlen, wenn sie sich nach der Arbeit oder dem Sport im Dunkeln auf den Nachhauseweg machen.

Natürlich besteht keine absolute Sicherheit, dass es dadurch nicht mehr zu gewalttätigen Übergriffen oder Belästigungen kommt, aber es existieren Selbstverteidigungstechniken für Frauen, welche diese genau auf diese Situationen vorbereiten.

In einem speziellen Selbstverteidigungskurs lernen sie, selbstbewusst und selbstsicher mit Konfliktsituationen umzugehen und sich im Ernstfall effektiv und einfach gegen einen Angreifer zur Wehr zu setzen.
Mögliche Inhalte von einem Kurs in Selbstverteidigung sehen wie folgt aus:

Für Frauen ist der Selbstverteidigungskurs meist speziell angepasst.

Für Frauen ist der Selbstverteidigungskurs meist speziell angepasst.

  • Einführung in die Selbstbehauptung
  • einfache Befreiungs- und Lösetechniken
  • Strategien zur Konfliktbewältigung und -vermeidung
  • effektive Tritt- und Schlagtechniken
  • realistische Verteidigung gegen potenzielle Angreifer

Frauen haben erfahrungsgemäß eine höhere Hemmschwelle, wenn es darum geht, sich körperlich zu wehren. Diese soll gesenkt werden, indem sie Selbstverteidigungstechniken lernen, die sie im Anschluss direkt in Übungskämpfen ausprobieren und perfektionieren können. Dies ist beispielsweise bei Krav Maga der Fall.

Anfangs dauert es eine Weile, bis sie sich überwinden können, doch mit der Zeit werden die meisten Frauen selbstsicherer und legen ihr Unsicherheit ab.

Ein Selbstverteidigungskurs für Frauen findet meist mit 10 bis 20 Teilnehmerinnen im Alter von 10 bis 99 Jahren statt. Die Kosten liegen zwischen 20 und 100 Euro, je nachdem, für welche Institution Sie sich entscheiden.

Selbstverteidigungskurs für Kinder

Auch Selbstverteidigungskurse speziell für Kinder werden immer beliebter. Es existieren viele verschiedene Modelle, unter anderem Kurse für Kleinkinder, Jugendliche oder für alle Altersklassen gemeinsam. Oft richtet sich ein Selbstverteidigungskurs ausschließlich an Mädchen, da diese in einer gemischten Gruppe gehemmter sind.

Der Hauptgrund, warum einige Eltern ihr Kind in einen Selbstverteidigungskurs schicken, ist die Stärkung des Selbstbewusstseins. Zudem sollen die Sprösslinge lernen, gefährliche Situationen schneller zu erkennen und besser einschätzen zu können. Kampf- und Abwehrtechniken können die Kinder beispielsweise bei einem Judo- oder Karatekurs erlernen.

Das höchste Ziel der Kinderselbstverteidigung sollte jedoch stets darin bestehen, dass diese niemals in eine Situation kommen, in der sie das Erlernte auch wirklich einsetzen müssen.

Erst im Alter von ungefähr 12 Jahren ist ein Kind in der Lage, sich einigermaßen gegen einen erwachsenen Angreifer zu verteidigen. Die Gefahr besteht darin, dass Kinder durch das Training bereits nach ein paar Stunden glauben, einem Kampf gegen einen überlegenen Gegner gewachsen zu sein.

Selbstverteidigung: In einem Kurs für Kinder sollen Spaß und Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

Selbstverteidigung: In einem Kurs für Kinder sollen Spaß und Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

Einige verlieren ihre natürliche Angst sehr schnell und begeben sich unwissentlich in gefährliche Situationen. Zudem sollte ein Selbstverteidigungskurs für Kinder in jedem Fall auf freiwilliger Basis stattfinden, um die Motivation und das Engagement der Kleinen sicherzustellen.

Der Aspekt der Selbstverteidigung sollte ebenfalls nicht im Mittelpunkt stehen, sondern eher der Spaß an der Bewegung.

Das Zugehörigkeitsgefühl kann durch einen Selbstverteidigungskurs gestärkt werden. Das Gleiche gilt für Erfolgserlebnisse, die gerade in der Kindheit sehr wichtig sind.

Wie auch bei den Selbstverteidigungskursen für Frauen richten sich die Kosten bei der Kinderselbstverteidigung ebenfalls danach, von wem der Kurs ausgerichtet wird. Dies können 40 bis 50 Euro im Monat sein, aber auch Beträge von 100 Euro im Jahr sind möglich.

Selbstverteidigungskurse für Männer und Senioren

Auch wenn Männer in der Regel eher die Rolle des Angreifers innehaben, kann es ihnen genauso passieren, dass sie auf der Straße angegriffen werden, etwa von einer Gruppe oder Tätern, die zusammenarbeiten.

Meist liegt es daran, dass nicht alle Männer ihre Zeit ausschließlich ihrem Körper widmen, um Muskeln aufzubauen. Als „Fliegengewicht“ ist es daher schnell passiert, dass potenzielle Angreifer denken, Sie seien leicht zu überwältigen.

In einem Selbstverteidigungskurs geht es jedoch gerade um die Übungen, bei denen Körpergröße und Kraft keine Rolle spielen. Daher kann sich ein Kurs in Selbstverteidigung auch für Männer definitiv auszahlen.

Mit den Senioren verhält es sich ungefähr so, wie mit den Frauen: Sie gelten als leichte Beute. Wie oft wurde einer Rentnerin schon auf offener Straße die Handtasche geklaut, weil ihr einfach die Kraft fehlt, sich zu wehren?

Kurse zur Selbstverteidigung eignen sich nicht ausschließlich für junge Menschen. Gerade im Alter ist es wichtig, fit zu bleiben und die Gelenke nicht „einrosten“ zu lassen. Die Muskulatur, die Koordination sowie das Reaktionsvermögen können in einem Selbstverteidigungskurs gestärkt werden.

Durch ein Selbstverteidigungstraining können sich auch Senioren wehren, wenn sie z. B. bestohlen werden.

Durch ein Selbstverteidigungstraining können sich auch Senioren wehren, wenn sie z. B. bestohlen werden.

Natürlich fehlt älteren Menschen meist die Kraft, um sich gegen einen körperlich überlegenen Gegner durchzusetzen. Doch es schadet trotzdem nicht, zu wissen, wie Sie jemandem mit Leichtigkeit den Arm verdrehen oder sich aus einem Klammergriff befreien können.

Dies verändert außerdem das Bild, welches Senioren meist nach Außen vermitteln. Die Körpersprache verrät viel über einen Menschen.

Mit einem gestärkten Selbstbewusstsein ist es durchaus möglich, dass Senioren weniger oft unerwartet angegriffen werden.

Ein Selbstverteidigungskurs für Senioren wird entweder in einer sich dafür eignenden Location abgehalten, oder aber direkt im Senioren- oder Altersheim.
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