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§ 31 StVO (Sport und Spiel)

Sport und Spiel im Straßenverkehr

Bisweilen kommt es zum Nachbarschaftsstreit, wenn Kinder auf der Straße spielen. Für den einen liegen dabei Argumente wie Ruhestörung oder die mögliche Beschädigung des Eigentums auf der Hand, für den anderen steht das Wohl der Kinder, beziehungsweise das Recht der Kinder sich auszutoben – Kind zu sein – an oberster Stelle. Oft sorgen solche Auseinandersetzung auf beiden Seiten für Frust und ziehen sich mitunter über Jahre hin. Doch was sagt Straßenverkehrsordnung (StVO) zum Spielen auf der Straße?

Bußgeldtabelle zu § 31 StVO

TBNRTatbestandStrafe (€)
131100 Sie benutzten mit Inline-Skates/Rollschuhen unzulässig die Fahrbahn/den Seitenstreifen/den Radweg.10
131101 Sie benutzten mit Inline-Skates/Rollschuhen unzulässig die Fahrbahn/den Seitenstreifen/den Radweg und behinderten dadurch Andere. 15
131102Sie benutzten mit Inline-Skates/Rollschuhen unzulässig die Fahrbahn/den Seitenstreifen/den Radweg und gefährdeten dadurch Andere.20
131000Sie benutzten mit Inline-Skates/Rollschuhen unzulässig die Fahrbahn/den Seitenstreifen/den Radweg. Es kam zum Unfall.35
131106Sie nahmen bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren auf den übrigen Verkehr keine besondere Rücksicht.10
131107Sie nahmen bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren auf den übrigen Verkehr keine besondere Rücksicht und behinderten dadurch Andere.15
131108Sie nahmen bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren auf den übrigen Verkehr keine besondere Rücksicht und gefährdeten dadurch Andere.20
131006Sie nahmen bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren auf den übrigen Verkehr keine besondere Rücksicht. Es kam zum Unfall.35
131112Sie ermöglichten bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren anderen Fahrzeugen nicht das überholen.10
131113Sie ermöglichten bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren anderen Fahrzeugen nicht das überholen und behinderten dadurch Andere.15
131114Sie ermöglichten bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren anderen Fahrzeugen nicht das Überholen und gefährdeten dadurch Andere.20
131012Sie ermöglichten bei durch Zusatzzeichen erlaubtem Inline-Skaten und Rollschuhfahren anderen Fahrzeugen nicht das Überholen. Es kam zum Unfall.35

“Sport und Spiel auf der Fahrbahn, den Seitenstreifen und auf Radwegen sind nicht erlaubt.” (§ 31 Absatz 1 StVO)

§ 31 StVO enthält Vorschriften zu Sport und Spiel im Straßenverkehr.
§ 31 StVO enthält Vorschriften zu Sport und Spiel im Straßenverkehr.

Laut § 31 StVO ist das Spielen auf der Straße – egal ob Fußball, Basketball oder irgendeine andere Sportart – ausnahmslos verboten. Dieses Verbot gilt auch für Seitenstreifen und Radwege. Das Spielen in verkehrsberuhigten Bereichen ist hingegen in der StVO ausdrücklich erlaubt, weshalb sie auch umgangssprachlich als Spielstraße bezeichnet werden. Das entsprechende Verkehrszeichen ist hinlänglich bekannt.

Das Spielverbot wird in der Praxis vor allem in Nebenstraßen mit einem geringen Verkehrsaufgebot jedoch sehr häufig nicht befolgt. Es findet sich für das Spielverbot ebenfalls kein Tatbestand im aktuellen Bußgeldkatalog der StVO, was darauf schließen lässt, dass Personen bei einer Zuwiderhandlung eher mit einer Verwarnung als mit einem Bußgeld rechnen müssen.

Vielen mag das Spielverbot unsinnig erscheinen, doch der allgemeine Hintergrund des Verbots ist, die Sicherheit jedes Verkehrsteilnehmers zu gewährleisten, so wie bei allen Vorschriften der StVO. Kinder oder auch Erwachsene, die Sport oder Spiele auf der Straße betreiben, können durchaus sich selbst oder andere dadurch in Gefahr bringen.

Doch nicht nur das allgemeine Spiel auf Straßen ist nach § 31 StVO zu unterlassen. Insbesondere für Inline-Skater und Rollschuhfahrer gilt es, die Angaben zu beachten. Wenn Sie auf der Straße mit Inline-Skates fahren, ist auch immer die Gefahr eines Sturzes gegeben. Stürzen Sie mit den Skates auf einem befahrenen Verkehrsweg, besteht das Risiko, dass ein Autofahrer nicht rechtzeitig abbremsen kann und Sie anfährt.

Schwerwiegende Verletzungen wären die Folge eines Unfalls. Doch auch ein Sachschaden soll verhütet werden, der durch ein plötzliches Ausweichmannöver des Fahrers zustande kommen kann.

Sie dürfen daher nur dann auf Straßen und Verkehrswegen mit Rollschuhen fahren, wenn ein entsprechendes Zusatzzeichen “Inline-Skater frei” dies anzeigt. Das betreffende rechteckige Verkehrszeichen bildet einen Rollschuhfahrer auf weißem Grund ab.

Die Verordnung für Rollschuhfahrer ist dabei noch recht jung in der Geschichte der Straßenverkehrsordnung. Erst im Jahre 2009 wurden die entsprechenden Vorschriften auch für diese Verkehrsteilnehmer angepasst. Zuvor galten Inline-Skater und Rollschuhfahrer lediglich als Fußgänger im weiteren Sinne und durften dementsprechend auch nur die Fußgängerwege nutzen.

StVO: Auch Inline-Skater müssen sich im Straßenverkehr angemessen verhalten - wie alle Verkehrsteilnehmer.
StVO: Auch Inline-Skater müssen sich im Straßenverkehr angemessen verhalten – wie alle Verkehrsteilnehmer.

Seit den Neuerungen ist es Ihnen nunmehr bei entsprechender Beschilderung gestattet, mit Ihren Inline-Skates auch die Straße bzw. den Radweg zu nutzen. Fehlt das Zusatzzeichen, bleibt die Nutzung jedoch weiterhin untersagt. Ein Verstoß kann Sie je nach Gefährdungslage zwischen 10 und 35 Euro Verwarngeld kosten.

Und auch bei Vorhandensein der Zusatzschilder gilt für Sie als Skater das Credo der Rücksichtnahme:

“Wer sich dort mit Inline-Skates oder Rollschuhen fortbewegt, hat sich mit äußerster Vorsicht und unter besonderer Rücksichtnahme auf den übrigen Verkehr am rechten Rand in Fahrtrichtung zu bewegen und Fahrzeugen das Überholen zu ermöglichen.” (§ 31 Absatz 2 StVO)

Die Freigabe für Skater bedeutet also nicht, dass sie Vorrang vor den anderen Verkehrsteilnehmern haben. Auf Straßen haben noch immer motorisierte Fahrzeuge das Vorrecht. Sie dürfen nicht unnötig behindert werden. Fahren Sie mit Ihren Inline-Skates auf einer freigegebenen Straße, bleiben Sie am rechten Fahrbahnrand und achten Sie darauf, dass durch Sie keine anderen Fahrzeuge behindert werden. Ein Verstoß gegen § 31 StVO kann auch hier ein Verwarngeld nach sich ziehen.

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6 Kommentare

  1. Es geht um den § 31: Mein Grundstück grenzt an eine Sackgasse in der fast täglich bis in die Nacht hinein Fußball gespielt wird und das zusätzlich mit einem Geschrei, dass man am liebsten weg ziehen möchte. Die Gemeindeverwaltung kann angeblich auch nichts machen? Sie würden nicht an die Eltern der Kinder ran kommen? Was das auch sagt? Vielleicht hat jemand einen vernünftigen Vorschlag wie ich etwas ändern könnte bzw. was ich unternehmen könnte!
    Bälle fliegen in den Garten, Glaskugeln wurden zerschlagen und sonstiger Abfall wie Dosen,Steine usw. fliegen in den Garten, aber so lange kein Schaden entsteht kann auch die Polizei nichts machen?

  2. Im Sinne des § 31 StVO gehen Sie näher auf das Tatbestandsmerkmal “Spiel” ein. Zum dem Merkmal “Sport” findet sich keine nähere Erläuterung! Was eigentlich ist “Sport” im Sinne des § 31 StVO? Nutze ich die Straße mit dem Fahrrad um in das Büro zu kommen, dann ist das verkehrsüblich Nützung?! Wenn man hingegen mit dem Rennrad für den (z. B.) nächsten Triathlon trainiert, dann ist das Sport?

    • Hallo Thomas,

      der §31 StVO bezieht sich auf “Sport und Spiel”, wobei mit Sport beispielsweise das Inline-Skaten und Rollschuhfahren gemeint ist. Dieses ist auf der Fahrbahn verboten, solange es kein kennzeichnendes Zusatzzeichen gibt. Die genaue Formulierung können Sie hier nachlesen: https://dejure.org/gesetze/StVO/31.html

      – Die Redaktion

  3. Eine Nachbarin schrie letzens als ich mit nicht mal30kmh in eine Siedlung fuhr.da sie mit Iher kleine Tochter mitten in der Strasse spazieren ging. Sie erklärte mir ich müsse stehen bleiben da Kinder im Straßenverkehr nicht aufpassen müssen.Seit dem beschimpft sie mich in der ganzen Strasse .

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