Die Helmpflicht – Bußgeldkatalog Fahrrad

Gilt eine Helmpflicht fürs Fahrrad?

Die Helmpflicht für das Fahrrad in Deutschland

Offiziell gibt es keine Fahrradhelmpflicht, die im deutschen Verkehrsgesetz verankert ist. So kann jeder Radfahrer für sich selbst entscheiden, ob er einen Fahrradhelm im Straßenverkehr trägt oder nicht. Entsprechend fahren viele seit Jahren mit dem Fahrrad, ohne sich dabei mit einem Helm zu schützen. Durch die fehlende Vorgabe durch das Gesetz drohen für diese Personen auch keine Bußgelder.

Doch welche Argumente sprechen eigentlich für und gegen einen Schutzhelm? Was sagt die Statistik? Sollten Eltern eine Helmpflicht für ihre Kinder einhalten? Ist im Ausland die Helmpflicht für Radfahrer genauso wie Deutschland? Dieser Ratgeber klärt Sie auf.

Radfahrer und die Helmpflicht in Zahlen und Statistiken

Die Helmpflicht auf dem Fahrrad: Gerade Kinder sollten trotz fehlender Gesetzesgrundlage einen Helm tragen.

Die Helmpflicht auf dem Fahrrad: Gerade Kinder sollten trotz fehlender Gesetzesgrundlage einen Helm tragen.

Wenn die Helmpflicht beim Fahrrad diskutiert wird, kommen häufig Unfallstatistiken zur Sprache, und das auch zurecht.

Schließlich kann die Kopfbedeckung auf dem Fahrrad effektiv vor Verletzungen bewahren.

Es steht außer Frage, dass ein Fahrradhelm sehr nützlich im Straßenverkehr ist. Er ist nämlich genauso nützlich, wie die Gurte im Auto oder die Brandschutzkleidung für Feuerwehrleute – ein Fahrradhelm ist nicht nur nützlich, er ist lebenswichtig.

Zitat-Quelle: https://www.fahrradhelm.org/ratgeber/

Die folgenden Zahlen stammen aus der Datenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und ermöglichen jedem, sich eigenständig Gedanken zum Sinn oder Unsinn einer Helmpflicht für Fahrradfahrer zu machen:

  • Bei einem Unfall, der durch einen Zusammenprall mit einem Kraftfahrzeug entstand, haben im Schnitt 73 Prozent der Personen, die einen Helm getragen haben, keine Kopfverletzungen davongetragen. Bei den Fahrern ohne Fahrradhelm waren das nur 46 Prozent. Auch schwere Verletzungen gab es bei den Helmträgern nur bei zwei Prozent der Beteiligten, bei den Fahrradfahrern ohne Helm waren es ganze 17 Prozent.
  • Einer Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) nach trugen nur elf Prozent der Radler im Jahr 2011 einen Helm. Die Untersuchungen anderer Institutionen kamen zu einem sehr ähnlichen Ergebnis.
  • Die Fahrradhelmpflicht für Kinder wird dagegen schon ernster genommen. Von der Statistik der BASt wurde erfasst, dass ganze 56 Prozent der zwischen sechs und zehn Jahren alten Kinder mit einem Fahrradhelm unterwegs sind. Sobald die Kinder jedoch älter werden, sinkt diese Prozentzahl rapide ab. Erst im sehr hohen Alter, ab etwa 60 Jahren, fangen die Menschen wieder an, die persönliche Helmpflicht als Radfahrer in Erwägung zu ziehen.
Weigern sich doch viele Erwachsene, selbst einen Schutzhelm zu tragen, sind doch etwa zwei Drittel nach Erfassung der BASt dazu bereit, im Sinne der Vorbildfunktion ihrer Elternrolle diesen aufzusetzen und den Kindern so mit gutem Beispiel voranzugehen.

Das Pro und Contra der Helmpflicht beim Fahrrad

Die Helmpflicht: Nicht nur Kinder auf dem Fahrrad werden dadurch geschützt. Auch Erwachsene können mit einem Helm Verletzungen vermeiden.

Die Helmpflicht: Nicht nur Kinder auf dem Fahrrad werden dadurch geschützt. Auch Erwachsene können mit einem Helm Verletzungen vermeiden.

Wer sich selbst zu einer Helmpflicht auf dem Fahrrad zwingt, hat eine Menge Vorteile. Allen voran wird das Kopfverletzungsrisiko extrem gesenkt.

Experten behaupten, dass ein Großteil aller Hirnverletzungen verhindert werden können, wenn auf dem Fahrrad ein Schutzhelm getragen wird. Kommt es zu einem Unfall zwischen einem Fahrrad und einem Auto, hat der Fahrradfahrer oft das Nachsehen.

Trotzdem ist das Tragen eines Fahrradhelmes nicht bei allen Menschen so populär. Viele der der Contra-Argumente zur Helmpflicht sind eher spekulativer Natur, da nicht klar ist, ob die genannten Nachteile wirklich auftreten würden. So wird u. a. befürchtet, dass die Pflicht dafür sorgt, dass weniger Menschen mit dem Fahrrad fahren. Das Resultat daraus wären mehr Autofahrer auf der Straße, was für die verbliebenen Nutzer von Fahrrädern wiederum ein höheres Unfallpotential bedeuten würde.

Auch könnten unfreiwillige Helmträger durch die falsche Befestigung der Kopfbedeckung ohne ausreichenden Schutz durch die Stadt fahren. Und natürlich gäbe es bei einer existierenden Helmpflicht in Deutschland auch entsprechende Einträge ins Tatbestandsregister und folglich auch Bußgelder, die bei Missachtung gezahlt werden müssten.

Die Lage im Ausland

Auch bei den europäischen Nachbarn herrscht keine wirkliche Einigkeit zur Helmpflicht auf dem Fahrrad. In Österreich gilt zum Beispiel seit 2011 die Vorgabe, dass Kinder auf dem Fahrrad, die jünger als zwölf Jahre alt sind, einen Schutzhelm tragen müssen. Dafür ist die Helmpflicht auf dem Fahrrad in Italien nicht existent. Das Gleiche gilt für Radfahrer in folgenden EU-Ländern:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Lettland
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Polen
  • Rumänien
  • Ungarn
Auch außerhalb der EU gibt es viele Helmpflicht-freie Länder in Europa. So wird die Helmpflicht für das Fahrrad in der Schweiz, in Großbritannien und auch in Norwegen nicht anerkannt. Schützt er auch vor Kopfverletzungen, muss der Fahrradhelm von Radfahrern dort nicht getragen werden.
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Kommentare

  1. Christian S. sagt:

    Warum können Gesetze willkürlich angewand werden? Ich bin Liegedreiradfahrer und hatte meinen ersten Unfall in einer dreißiger Zone, als der vor mir fahrende Pkw abrupt in eine Parklücke steuert. Bei dem folgendem Bremsmanöver geriet mein Trike ins schlingern und ich überschlug mich. Der Pkw Fahrer fuhr seines Weges (Unfallflucht?), ich lag noch auf der Straße unter meinem Trike, der Gegenverkehr kümmerte sich um mich. Diesen Vorfall meldete ich der Polizei und bekam “Liegerad fahren ist gefährlich” als Reaktion auf mein Anliegen. Für mich nicht verständlich, denn ich sehe hier eine ganz klare Unfallflucht und das ist in DE ein Tatbestand und wurde von der Polizei ignoriert. Wenn ich einen Tatbestand melde, haben dementsprechend Aktionen zu erfolgen, denn so etwas ignorieren ist in meinem Rechtsempfinden auch ein Strafbestand (im Namen des Gesetzes) und müsste umgehend geahndet werden.

    1. bussgeldkatalog.net sagt:

      Hallo Christian,

      wir empfehlen Ihnen sich mit diesem Vorfall an einen Anwalt zu wenden, um prüfen zu lassen, ob ggf. Ansprüche bestehen.

      Das Team von bussgeldkatalog.net

  2. Z. Mester sagt:

    Es gibt immer wieder Leute die ihr Unvermögen anderen zuschreiben wollen!
    Drehen wir doch diesen komischen Film mal zurück. “….als der vor mir fahrende PKW abrupt in eine Parlklücke steuerte….” Demnach hat er doch in der Parklücke geparkt. Aber nein, nach einer dramitischen Notbremsung mit Schlingern und anschließendem Überschlag des Radfahrers fährt der PKW Fahrer seines Weges. Oder wollte der PKW Fahrer in die Parklücke und es passte nicht und fuhr dann weiter. Also war
    vieleicht auch erkennbar auf Parkplatzsuche!?

    1. Der nachfolgende Fahrer hat einen geeigneten Sicherheitsabstand einzuhalten um, auch im Falle einer
    abrupten Bremsung des Vorausfahrenden, sicher anhalten zu können und nicht aufzufahren.

    2. Ein Liegedreirad das beim kräftigen Bremsen ins Schlingern gerät und dann auch noch umkippt ist sicher
    nicht einem anderen Verkehrsteilnehmer zu zuschreiben.

    Hier werden doch zwei Dinge ganz deutlich: Ich habe pauschal Recht und der andere ist pauschal Schuld und der Andere ist an meinem Verhalten schuld.

    Nach so einer Erfahrung, sollten Sie sich vielmehr Gedanken über ihre Verkehrsübersicht, Verkehrsverhalten, Verkehrseinschätzung, Fahrvermögen und nicht zuletzt über ihr umkippendes Dreirad
    machen, anstatt beschwichtigende Worte zu ignorieren und gegen die Wand zu rennen!

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