Gefahrgut versenden – was hierbei zu beachten ist

Um Gefahrgut versenden zu können, bedarf es besonderer Sicherheitsvorkehrungen.

Gefahrgutversand: Rechtliche Vorgaben regeln diesen

Um Gefahrgut versenden zu können, bedarf es besonderer Sicherheitsvorkehrungen.

Um Gefahrgut versenden zu können, bedarf es besonderer Sicherheitsvorkehrungen.

Der Umgang mit gefährlichen Gütern und Stoffen ist in Deutschland durch verschiedene Verordnungen gesetzlich geregelt.

Dies betrifft nicht nur den Transport auf jeglichen Verkehrswegen, sondern auch den Versand dieser Stoffe. Wer Gefahrgut versenden möchte, muss sich vorab mit einigen Bedingungen beschäftigen.

Gefährliche Stoffe können aufgrund ihrer jeweiligen Eigenschaften nicht wie jeder andere Gegenstand einfach verschickt werden. Der Versand von Gefahrgut erfolgt unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen – was zu höheren Kosten führt.
Was beim Versenden von Gefahrgut zu beachten ist, welche rechtlichen Vorschriften hier greifen und mit welchen Kosten Versender rechnen müssen, beantwortet der nachfolgende Ratgeber.

Was ist Gefahrgut?

Vor einem Versand von Gefahrgut ist es wichtig, abzuklären, was eigentlich als Gefahrgut gilt und wer Gefahrgut versenden kann. Diese Stoffe müssen dem Unternehmen, welches diese befördert, durch den Versender immer mitgeteilt werden.

Vielen ist nicht bewusst, dass auch alltägliche Dinge wie Sprays, Parfümflaschen oder Akkus zu den gefährlichen Gütern gezählt werden und somit einer besonderen Versandart bedürfen.

Diese Gegenstände können nicht ohne weiteres einfach so mit der Post verschickt werden. Sie müssen speziell gekennzeichnet und verpackt werden.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Menge sowie die Beschaffenheit der zu versendenden Stoffe. Auch gelten für die unterschiedlichen Transportwege verschiedene Regelungen. So sind die Vorgaben für einen Versand per Luft weitaus strikter als die für die Beförderung per Auto, Bahn oder Schiff.

Gefahrgut: Der Versand über den normalen Postweg ist in der Regel nicht möglich.

Gefahrgut: Der Versand über den normalen Postweg ist in der Regel nicht möglich.

Doch was genau ist Gefahrgut eigentlich?
Grundsätzlich werden so alle Stoffe und Gegenstände bezeichnet, die aufgrund ihrer Beschaffenheit beim Transport für Menschen und Umwelt gefährlich sein können.

Im Allgemeinen sind dies Stoffe, die reizend, ätzend, giftig, chronisch schädigend, erbgut­verändernd, entzündlich, explosionsgefährlich, Brand fördernd, Krebs erzeugend, radioaktiv oder umweltgefährdend sind. In der heute aktuellen Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) werden diese gefährlichen Güter in verschiedene Klassen unterteilt, für die es bestimmte Transportbestimmungen zu beachten gilt.

Die gängigsten Stoffe, die Personen als Gefahrgut versenden, sind in folgenden Klassen definiert:

  • Klasse 1: explosive Stoffe, z.B. Silvesterknaller
  • Klasse 2: komprimierte, verflüssigte oder gelöste Gase, z.B. Sprühdosen
  • Klasse 3: flüssige Stoffe, die entzündbar sind, z.B. Alkohol, Benzin, Parfüm
  • Klasse 5.1: Stoffe, die entzündend wirken, z.B. Düngemittel
  • Klasse 6.1: giftige Stoffe, z.B. Pestizide
  • Klasse 8: ätzende Stoffe, z.B. Laugen, Säuren
  • Klasse 9: gefährliche Gegenstände, z. B. Airbags

Fallen die Güter, die verschickt werden sollen, in eine dieser Klassen, handelt es sich um Gefahrgut. Meist ist bereits durch die Angaben der Inhaltsstoffe erkenntlich, ob ein Stoff als entzündbar oder giftig gekennzeichnet ist.

Gefahrgut versenden: Welche Vorschriften sind wichtig?

Um Gefahrgut zu versenden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einem können Transportdienste wie die Post, UPS oder ähnliche Anbieter beauftragt werden.

Hier sind jedoch oft Gefahrgutklassen grundsätzlich ausgeschlossen oder die Menge der Stoffe, die verschickt werden darf, ist begrenzt. Auch ist es zudem mit einem normalen Postdienst oft nicht möglich, gefährliche Stoffe in Nicht-EU-Staaten zu verschicken.

Sofern die AGBs einen Gefahrguttransport nicht gänzlich ausschließen, sollten sich Versender immer bei den jeweiligen Firmen über die gültigen Versandbedingungen genauestens informieren.
Der Versand von Gefahrgut wird oft von speziellen Speditionen durchgeführt.

Der Versand von Gefahrgut wird oft von speziellen Speditionen durchgeführt.

Zum anderen können spezielle Transportfirmen für den Gefahrgutversand beauftragt werden. Diese Unternehmen verfügen über die notwendige Ausrüstung sowie über Genehmigungen, spezielle Stoffe zu befördern. Oft sind diese Unternehmen auch in der Lage, internationale Transporte weltweit durchzuführen.

Alle Transportunternehmen, die Gefahrgut versenden, tun dies auf der gesetzlichen Grundlage, die durch das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (Accord Européen sur le transport des marchandises dangereuses par route), kurz ADR, geschaffen wurde.

Versender, die Gefahrgut verschicken, müssen dieses grundsätzlich kennzeichnen und korrekt verpacken. Sind gefährliche Güter nicht entsprechend ausgewiesen oder verpackt und kommt beim Transport dieser jemand zu Schaden, haften die Versender.
Sind zudem besondere Schulungen für den Umgang mit dem Gefahrgut gesetzlich vorgeschrieben, müssen Versender darauf achten, dass diese erfolgt sind.

Gefahrgut versenden: Diese Kosten können entstehen

Um Gefahrgut richtig versenden zu können, bedarf es besonders geschulter Mitarbeiter, z. B. eines Fahrers mit ADR-Schein. In der Regel bedeuten dies und die besonderen Sicherheitsmaßnahmen, dass Gefahrgut zu versenden, hohe Kosten verursacht.

Üblicherweise werden diese Kosten auf die Kunden, in den meisten Fällen die Versender, umgelegt, sodass bei einigen Firmen Gefahrgutzuschläge zwischen 40 und 60 Euro pro Sendung anfallen können.

In der Regel werden die Kosten, wenn Gefahrgut zu versenden ist, von den Transportunternehmen individuell berechnet. Die Firmen bieten in den meisten Fällen eine persönliche Beratung an, während dieser dann auch die Preise kalkuliert werden.

Je nach Art sowie Menge der gefährlichen Güter und wie diese befördert werden, variieren die Kosten, sodass hier eine pauschale Aussage nicht möglich ist.

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Kommentare

  1. Journalistunzeit sagt:

    Interessant wäre wie weit die DHL beziehungsweise Ihre Mitarbeiter verpflichtet sind entsprechende Hinweise zu geben, was Gefahrgut ist oder nicht. Aber hier hat die Lobby wieder mal ganze Arbeit geleistet und die Politiker entsprechen geschmiert.

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