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Waffenaufbewahrung – Diese Vorschriften sind zu beachten

Das Waffengesetz hat zur Aufbewahrung klare Regelungen

Im WaffG beschreibt § 36, wie Waffen korrekt aufzubewahren sind.
Im WaffG beschreibt § 36, wie Waffen korrekt aufzubewahren sind.
Waffenbesitzer müssen in der Regel nachweisen können, dass sie ihre Waffen ordnungsgemäß aufbewahren und gewährleisten, dass keine Unbefugten an diese gelangen.

Die korrekte Waffenaufbewahrung ist nicht nur Thema in der Waffensachkunde, sondern gilt auch als Voraussetzung für den Erwerb einer Waffenbesitzkarte, eines Waffen- oder Jagdscheins.

Das Waffengesetz stellt bestimmte Anforderungen an Waffenbesitzer was den richtigen Umgang mit Waffen und Munition anbelangt. Die Waffenaufbewahrung ist dabei ein wichtiger Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte.

Wie Besitzer ihre Waffen richtig aufbewahren, welche Bedeutung der Paragraph 36 im Waffengesetz (WaffG) hat und welche Sanktionen bei Verstößen drohen können, erläutert der folgende Artikel näher.

Waffenaufbewahrung – In Deutschland durch das WaffG definiert

Das Waffengesetzt regelt in Deutschland die Aufbewahrung von Gegenständen, die als Waffen gelten oder als solche definiert werden können. Die Waffenaufbewahrung ist per Gesetz geregelt. Grundsätzlich müssen diese Gegenstände so aufbewahrt werden, dass sie keine Gefährdung darstellen. Das gilt sowohl für Schusswaffen als auch für Hieb- und Stoßwaffen sowie für Taser.

Die für die Waffenaufbewahrung wichtigen Vorschriften finden sich im § 36 Waffengesetz (WaffG) sowie in den §§ 13 und 14 Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV). In diesen Regelungen wird festgelegt, wie bestimmte Arten von Waffen und Munition aufzubewahren ist.

So besagt § 36 WaffG in Absatz 1 Folgendes:

Wer Waffen oder Munition besitzt, hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen. Schusswaffen dürfen nur getrennt von Munition aufbewahrt werden, sofern nicht die Aufbewahrung in einem Sicherheitsbehältnis erfolgt […]

Besitzer müssen also dafür sorgen, dass keine Unbefugten Zugang zu den Waffen haben und diese auch nicht verwenden können. Insbesondere in Bezug auf Schusswaffen sind die Regelungen besonders eng gefasst. Waffen und Munition müssen getrennt voneinander in dafür vorgesehenen Sicherheitsbehältnissen gelagert werden.

Eine gemeinsame Waffenaufbewahrung ist dann möglich, wenn diese in einem Sicherheitsbehältnis der Norm DIN/EN 1143-1 oder einer gleichwertigen EU-Norm erfolgt. Auch wenn die betreffende Munition nicht zur Schusswaffe gehört, ist eine gemeinsame Lagerung zulässig.

Nachweis der sicheren Waffenaufbewahrung

Trifft der Waffenbesitzer alle notwendigen Vorkehrungen, ist eine Waffenaufbewahrung im privaten Bereich grundsätzlich möglich. Diese Vorkehrungen müssen der zuständigen Waffenbehörde mitgeteilt und auch nachgewiesen werden.

Verstöße gegen die Regelungen der Waffenaufbewahrung ziehen ein Bußgeld oder auch Geld- bzw. Freiheitsstrafen nach sich.
Verstöße gegen die Regelungen der Waffenaufbewahrung ziehen ein Bußgeld oder auch Geld- bzw. Freiheitsstrafen nach sich.
Dieser Nachweis ist immer notwendig und kann beispielsweise durch eine Rechnung oder einen Kaufvertrag für das erforderliche Sicherheitsbehältnis erfolgen. Das Behältnis muss zwingend den Anforderungen entsprechen, die für die Waffenaufbewahrung einer bestimmten Gattung vorgeschrieben sind.

Liegt die Rechnung oder ein Kaufvertrag nicht vor, kann der Besitzer auch Fotos des geöffneten Behältnisses und des Typenschilds bei der Behörde einreichen.

Verstöße gegen die gesetzlichen Bestimmungen zur Waffenaufbewahrung werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit gewertet und mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet. Verstößt ein Waffenbesitzer jedoch vorsätzlich gegen die Regelungen und verursacht dadurch eine Gefährdung, begeht er eine Straftat.

Führt eine unsachgemäße Waffenaufbewahrung zum Beispiel dazu, dass Waffen oder Munition abhandenkommen oder Unbefugte auf diese zugreifen können, wird dies in der Regel mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Darüber hinaus führt ein solches Verhalten auch dazu, dass die waffenrechtliche Zuverlässigkeit angezweifelt wird und somit die waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz widerrufen werden kann.

Neben der Vorlage von Beweisen bei der zuständigen Behörde kann es auch zu einer unangemeldeten Kontrolle der Waffenaufbewahrung beim Besitzer kommen. Auch dies ist gesetzlich festgelegt. Das WaffG in § 36 Absatz 3 bestimmt Folgendes bezüglich des Nachweises und der Kontrollen:

Wer erlaubnispflichtige Schusswaffen, Munition oder verbotene Waffen besitzt oder die Erteilung einer Erlaubnis zum Besitz beantragt hat, hat der zuständigen Behörde die zur sicheren Aufbewahrung getroffenen oder vorgesehenen Maßnahmen nachzuweisen. Besitzer von erlaubnispflichtigen Schusswaffen, Munition oder verbotenen Waffen haben außerdem der Behörde zur Überprüfung der Pflichten aus den Absätzen 1 und 2 Zutritt zu den Räumen zu gestatten, in denen die Waffen und die Munition aufbewahrt werden. […]

Welche Waffen müssen wie aufbewahrt werden?

Dass unterschiedliche Waffen auch unterschiedlich aufbewahrt werden müssen, versteht sich von selbst. Je nachdem was für eine Waffenart gelagert werden soll, haben die Behältnisse verschiedene Anforderungen zu erfüllen. Für die Waffenaufbewahrung sind daher Sicherheitsstufen erstellt worden, die Waffen kategorisieren und bestimmten Behältnissen zuteilen.

Box oder Tresor: Für die Waffenaufbewahrung minimiert Letzterer unbefugte Zugriffe.
Box oder Tresor: Für die Waffenaufbewahrung minimiert Letzterer unbefugte Zugriffe.
So kann die Waffenverwahrung in einer verschließbaren Box erfolgen oder in einem Waffenschrank. Wie die Aufbewahrung genau erfolgen muss, ist ebenfalls in den zuvor genannten Paragraphen des Waffengesetzes und der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung definiert.

Erlaubnispflichtige Schusswaffen, also jene, deren Besitz nur mit einer Waffenbesitzkarte, zulässig ist, sind beispielsweise in einem entsprechenden Waffenschrank unterzubringen. Auch wesentliche Teile dieser Waffen sind hier aufzubewahren.

Wichtig ist hier, dass sich der Schlüssel für den Waffenschrank während der Aufbewahrung immer und einzig in der Kontrolle des Berechtigten befindet. Also nur Personen, für die die Waffenbesitzkarte dieser Waffen gültig ist, dürfen an diesen Schlüssel kommen. So ist es oft der Fall, dass ein solcher ebenfalls in einem separaten Tresor verwahrt wird.

Im Gegensatz dazu kann eine unbrauchbar gemachte Waffe, als Dekorationsgegenstand verwendet werden. Diese gilt dem Gesetz nach nicht mehr als Waffe und unterliegt demnach auch nicht den Bestimmungen zur Waffenaufbewahrung.

Dies gilt allerdings nicht für blockierte Waffen. Geerbte Pistolen oder Gewehre sind durch ein Blockiersystem zu sichern, wenn keine waffenrechtliche Erlaubnis vorliegt. Diese Waffen sind ebenfalls in einem Sicherheitsbehältnis aufzubewahren.

Bei erlaubnisfreien Waffen ist die Aufbewahrung mit Schlüssel und Waffenschrank nicht notwendig. Doch auch hier muss darauf geachtet werden, dass diese Waffen für Unbefugte unzugänglich aufbewahrt werden. So reicht hier beispielsweise eine abschließbare Box aus.

Bestimmungen zum Aufbewahrungsort

Auch in Bezug auf den Ort, wo die Waffenaufbewahrung stattfindet, gibt es gesetzliche Vorgaben. So muss ein Waffenschrank zum Beispiel so aufgestellt sein, dass auch wirklich nur der Waffenbesitzer Zugang hat.

Waffenaufbewahrung: Für eine Kontrolle muss der Zugang zu Wohnräumen gewährt werden.
Waffenaufbewahrung: Für eine Kontrolle muss der Zugang zu Wohnräumen gewährt werden.
So unterliegt ein solcher Waffenraum immer bestimmten Anforderungen. Ein Verschlag im Keller, der nur mit einem Vorhängeschluss gesichert ist, reicht hier nicht aus. Der Kellerraum muss vier feste Wände und eine abschließbare Tür aufweisen.

Besitzen mehrere Haushaltsangehörige eine waffenrechtliche Erlaubnis dürfen die Waffen in einem gemeinsamen Waffenschrank untergebracht werden. Dies gilt jedoch nicht für geerbte Waffen.

Auch die Waffenaufbewahrung bei einem Jäger ist vorübergehend gestattet, wenn dieser einen gültigen Jagdschein oder eine Waffenbesitzkarte innehat. Andere Jäger können ihre Langwaffen dann dort zur sicheren Verwahrung unterbringen. Die Zeitdauer ist nicht festgelegt, kann sich aber nur auf wenige Monate belaufen.

Die Waffenaufbewahrung im Auto ist nur für den Transport zulässig, jedoch nicht für ein permanentes Unterbringen der Waffen. Ein Waffenschrank kann in der Regel nicht im Auto untergebracht werden. Ein Fahrzeug kann allerdings nach DIN-Norm umgerüstet werden, damit Waffen aufbewahrt werden können. Dies sollte jedoch mit der Waffenbehörde abgesprochen werden.

Für die meisten Waffen sind Transportbehältnisse nicht für die langfristige Verwahrung vorgesehen, sodass sie den gesetzlichen Anforderungen zur Waffenaufbewahrung nicht entsprechen. Zudem besteht hier auch immer die Gefahr eines Einbruchs oder eines Diebstahls des Fahrzeugs.

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10 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren, den vorgeschriebenen Waffenschrank habe ich. Ich möchte aber in Kürze zu einem Freund ca. 250 km von hier auf die Bockjagd gehen, das Ganze mit Übernachtung bei meiner Mutter, bei es keinen Waffenschrank gibt. Wie ist zu verfahren?

    • Hallo Theodor,
      Informationen über die richtige Aufbewahrung und einen entsprechenden Transport Ihrer Waffe erhalten Sie bei der zuständigen Behörde.

      – Die Redaktion

  2. Sehr geehrte Redaktion,
    bitte teilen Sie mir die gesetzliche Quelle mit aus der hervor geht, daß ein Schrank nich in einem Kellerverschlag stehen darf. Lt meiner Waffenbehörde ist das erlaubt. Vielen Dank. MfG TH

    • bussgeldkatalog.net

      Hallo Tobo,

      wenn es sich um einen abschließbaren Schrank handelt, ist es grundsätzlich gleich, wo im Wohnraum dieser steht – solange nur der Waffenbesitzer Zugang hat. Ein Kellerverschlag allein würde nicht ausreichen, da dies keine ausreichende Sicherheit garantieren würde; so ist es auch im oben stehenden Text formuliert.

      Das Team von bussgeldkatalog.net

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich wohne in einer 2 Zimmer Wohnung im 1 Stockwerk. Wo kann hier ein Waffnschrank aufgestellt werden ?

    Mit freundlichen Gruß

    Jürgen F

    • bussgeldkatalog.net

      Hallo Jürgen F,

      grundsätzlich dürfen Sie den Waffenschrank überall dort in Ihren persönlichen Räumen aufstellen, wo der Zugang für Unbefugte und Dritte nicht möglich ist. Zudem muss der Schrank verschließbar und Munition und Waffe separat gelagert sein.

      Das Team von bussgeldkatalog.net

  4. Kann ich einen entsprechenden Euro-Norm Schrank Grad 0 für meine Sportwaffen (Kurz-Waffen) auch in meinen Büroräumen aufstellen.
    Das gesamte Büro ist Alarm-gesichert mit entsprechender Meldeeinrichtung für einen Sicherheitsdienst ATA.
    Der spezielle Raum ist verschließbar und zusätzlich alarmgesichert.

    • bussgeldkatalog.net

      Hallo Günter,

      grundsätzlich dürfen Sie den Waffenschrank überall dort in Räumen aufstellen, wo der Zugang für Unbefugte und Dritte nicht möglich ist. Zudem muss der Schrank verschließbar und Munition und Waffe einzeln gelagert sein.

      Das Team von bussgeldkatalog.net

  5. Sehr geehrte Damen und Herr

    Standort von Waffenschränken

    Tobo und Jürgen F haben bereits danach gefragt, wo genau im Gesetz – auch für mich wäre die Gesetzesquelle interessant- vorgeschrieben ist, dass der Standort des Waffenschrankes ausschließlich dem Berechtigten zugänglich sein dürfte. Die Folgen dieser Regelung wären gravierend ; diese Vorschriften sind mir bisher in ähnlicher Formulierung nur für Wiederlader von Patronenmunition, dann aber über eindeutige gesetzliche Formulierungen bekannt.

    Mit Dank für Antwort
    Peter Maßau

    • bussgeldkatalog.net

      Hallo Peter,

      die Aufbewahrung von Waffen, sowie der Standort eines Waffenschrankes sind unter anderem im Merkblatt für “Aufbewahrung von Waffen und Munition i.S.d. WaffG ” des Bundesverwaltungsamtes festgehalten. Hier findet man in Punkt 6a die Reglung zur “Aufbewahrung im privaten Bereich / bewohntes Gebäude” die besagt: “Grds. wird ein eigenes den Anforderungen entsprechendes Sicherheitsbehältnis (siehe Anlage) benötigt. Wenn ein Schrank beispielsweise im Keller aufgestellt wird, muss gewährleistet sein, dass zum Keller ausschließlich nur der Waffenbesitzer Zugang hat; „Bretterverschläge“ mit Vorhängeschloss (meist in Mehrfamilienhäusern) gewährleisten die sichere Aufbewahrung nicht.”

      – Die Redaktion

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