Das sollten Sie zur LKW-Maut wissen!

Von Anh P.

Letzte Aktualisierung am: 1. Dezember 2023

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Wie hoch ist die Lkw Maut?

Was ist die LKW-Maut?

LKW-Fahrer müssen auf deutschen Straßen nicht nur mit Sanktionen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, nicht eingehaltenen Sicherheitsabständen und Lenk- und Ruhezeiten rechnen, auch die LKW-Maut muss gezahlt werden, damit kein Bußgeld anfällt. Bei der Maut für LKW in Deutschland handelt es sich um eine Straßenbenutzungsgebühr für schwere Nutzfahrzeuge wie beispielsweise LKW. 2014 wurden in Deutschland rund 4,5 Milliarden Euro durch die Mautgebühren eingenommen. Welche Mautgebühren sind in Deutschland zu entrichten? Wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus? Welche Möglichkeiten gibt es, die LKW-Maut zu bezahlen? Antworten finden Sie in unserem Ratgeber!

Bußgeldkatalog: LKW-Maut

VerstoßBußgeld FahrerBußgeld Unter­nehmen
Maut nicht bezahlt200 Euro400 Euro
Achszahl falsch angegeben35 bis 100 Euro35 bis 200 Euro
In On-Board-Unit falsche Emissionsklasse gespeichert200 Euro
Manuell falsche Emissionsklasse angegeben35 bis 100 Euro35 bis 200 Euro
Von gebuchter Strecke abgewichen35 bis 100 Euro35 bis 200 Euro
Falsches Kennzeichen angegeben35 Euro35 Euro
Erschwerung der Überprüfung der Mautbezahlung25 bis 100 Euro150 Euro

FAQ: LKW-Maut

Gibt es in Deutschland eine Maut für Lkw?

Ja, diese existiert seit 2005 und gilt für Lkw auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Derzeit sind alle Lkw ab 7,5 Tonnen mautpflichtige, wenn sie gewerblich genutzt werden.

Wie teuer ist die Maut?

Die Maut berechnet sich aus den gefahrenen Kilometern, der Emissions- und Schadstoffklasse sowie dem Gewicht und der Achsenanzahl des Fahrzeugs. Hier finden Sie eine Übersicht zu den Mautgebühren.

Wann drohen im Zusammenhang mit der Lkw-Maut Sanktionen?

Über mögliche Bußgelder informiert diese Bußgeldtabelle.

Mautgebühren für LKW

Die Mautgebühren berechnen sich abhängig von der Länge der Strecke im Verkehr sowie der Anzahl der LKW-Achsen und der Emissions- sowie der Schadstoffklasse des Fahrzeugs. Nachfolgend finden Sie die Gebühren, die ab 01. Dezember 2023 gelten:

CO₂-Emissionsklasse 1
FahrzeugEuro-Schad­stoff­klasseMaut in Cent
7,5-11,99 tEuro 1 und 027,7
Euro 227,6
Euro 325,1
Euro 422,2
Euro 5/EEV-Klasse 120,6
Euro 617,8
12-18 tEuro 1 und 035,2
Euro 235,0
Euro 333,0
Euro 428,8
Euro 5/EEV-Klasse 127,7
Euro 624,0
>18 t bis 3 AchsenEuro 1 und 048,6
Euro 246,1
Euro 343,1
Euro 437,3
Euro 5/EEV-Klasse 135,5
Euro 630,5
>18 t mit 4 AchsenEuro 1 und 051,2
Euro 248,7
Euro 345,4
Euro 438,8
Euro 5/EEV-Klasse 136,3
Euro 632,4
>18 t ab 5 Achsen*Euro 1 und 051,6
Euro 251,1
Euro 347,8
Euro 441,4
Euro 5/EEV-Klasse 138,9
Euro 634,8
CO₂-Emissionsklasse 2
FahrzeugEuro-Schad­stoff­klasseMaut in Cent
7,5-11,99 tEuro 1 und 027,3
Euro 227,2
Euro 324,7
Euro 421,8
Euro 5/EEV-Klasse 120,2
Euro 617,4
12-18 tEuro 1 und 034,4
Euro 234,2
Euro 332,2
Euro 428,4
Euro 5/EEV-Klasse 127,3
Euro 623,6
>18 t bis 3 AchsenEuro 1 und 044,6
Euro 244,1
Euro 344,1
Euro 435,7
Euro 5/EEV-Klasse 133,9
Euro 629,9
>18 t mit 4 AchsenEuro 1 und 048,2
Euro 247,7
Euro 344,4
Euro 438,2
Euro 5/EEV-Klasse 135,7
Euro 631,8
>18 t ab 5 Achsen*Euro 1 und 050,4
Euro 249,9
Euro 346,6
Euro 440,4
Euro 5/EEV-Klasse 137,9
Euro 634,0
CO₂-Emissionsklasse 3
FahrzeugEuro-Schad­stoff­klasseMaut in Cent
7,5-11,99 tEuro 1 und 026,9
Euro 226,8
Euro 324,3
Euro 421,4
Euro 5/EEV-Klasse 119,8
Euro 617,0
12-18 tEuro 1 und 033,8
Euro 233,6
Euro 331,6
Euro 427,8
Euro 5/EEV-Klasse 126,7
Euro 623,0
>18 t bis 3 AchsenEuro 1 und 043,9
Euro 243,4
Euro 340,4
Euro 435,0
Euro 5/EEV-Klasse 133,2
Euro 629,2
>18 t mit 4 AchsenEuro 1 und 047,4
Euro 246,9
Euro 343,6
Euro 437,4
Euro 5/EEV-Klasse 134,9
Euro 631,0
>18 t ab 5 Achsen*Euro 1 und 049,6
Euro 249,1
Euro 345,8
Euro 439,6
Euro 5/EEV-Klasse 137,1
Euro 633,2
CO₂-Emissionsklasse 4
FahrzeugEuro-Schad­stoff­klasseMaut in Cent
7,5-11,99 tEuro 1 und 023,7
Euro 223,6
Euro 321,1
Euro 418,2
Euro 5/EEV-Klasse 116,6
Euro 613,8
12-18 tEuro 1 und 029,8
Euro 229,6
Euro 327,6
Euro 423,8
Euro 5/EEV-Klasse 122,7
Euro 619,0
>18 t bis 3 AchsenEuro 1 und 039,1
Euro 238,6
Euro 335,6
Euro 430,2
Euro 5/EEV-Klasse 128,4
Euro 624,4
>18 t mit 4 AchsenEuro 1 und 042,2
Euro 241,7
Euro 338,4
Euro 432,2
Euro 5/EEV-Klasse 129,7
Euro 625,8
>18 t ab 5 Achsen*Euro 1 und 043,3
Euro 242,8
Euro 339,5
Euro 433,3
Euro 5/EEV-Klasse 130,8
Euro 626,9

LKW-Maut in Deutschland

Die LKW-Maut lässt sich berechnen nach Strecke, Emissionsklasse und Achszahl des Fahrzeugs.
Die LKW-Maut lässt sich berechnen nach Strecke, Emissionsklasse und Achszahl des Fahrzeugs.

Die LKW-Maut in Deutschland regelt seit dem 1. Januar 2005 das Bundesfernstraßenmautgesetz. Sie betrifft seit 2015 alle LKW, die eine zulässige Gesamtmasse von 7,5 t überschreiten. Zuvor lag die Grenze mit 12 t deutlich höher. Ab Juli 2024 sind dann auch alle gewerblich genutzten Fahrzeug mit mehr als 3,5 T mautpflichtig. Die Mautpflicht gilt allerdings nicht für Omnibusse und bis Ende 2025 auch nicht für E-Lkw. Für diese ist dann ab 2026 ein reduzierter Mautsatz zu zahlen.

Ursprünglich sollte die Autobahnmaut nur auf den Bundesautobahnen (BAB) und einigen stark befahrenen Bundesstraßen gelten. Seit 2012 galt eine Regelung, welche eine Mautgebühr für folgende Bundesstraßen verlangte, die:

  • als Träger die Straßenbaulast haben.
  • keine Ortsdurchfahrten besitzen.
  • durchgehend getrennte Fahrbahnen aufweisen.
  • für eine Richtung mehr als eine Fahrspur haben.
  • eine Länge von mindestens 4 km aufweisen.
  • an eine Autobahn angebunden sind.

Seit Juli 2018 sind alle Bundesstraßen und Bundesautobahnen in Deutschland für Lkw mautpflichtig.

Wie lässt sich die Mautgebühr bezahlen?

In Deutschland gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Mautgebühren zu zahlen. Dazu zählen die Folgenden:

  • automatische Streckenbuchung: Mittels einer freiwillig eingebauten On-Board-Unit kann die LKW-Maut in Deutschland automatisch bezahlt werden. Das Gerät ermöglicht es durch Satellitennavigation, die Mautgebühr abzurechnen. Dazu muss das Gerät nur vorab registriert werden.
  • manuelle Streckenbuchung: Falls die automatischen Systeme aus technischen Gründen nicht funktionieren oder ein ausländischer LKW-Fahrer keine On-Board-Unit in seinem Fahrzeug eingebaut hat, besteht die Möglichkeit die Autobahnmaut manuell zu zahlen.

Dazu zählt unter anderem die Einbuchung über das Internet. Das sogenannte „Toll Collect“ ist ein Portal, welches es registrierten Nutzern ermöglicht, online bestimmte Fahrten vorab zu buchen. Dabei werden die Autobahnauffahrten und -abfahrten angegeben, wodurch anschließend die konkrete Route berechnet wird. Falls der LKW-Fahrer die Strecke kurzfristig ändern möchte, muss er bei dem System bestimmte Punkte eingeben, damit es nicht zur falschen Berechnung der Kilometer kommt.

Auch die Bezahlung an einer Mautstelle ist möglich. Dazu muss der LKW nicht zwangsläufig registriert werden, allerdings kann es die Buchung vereinfachen. Generell wird an den Mautstellen-Terminals in Deutschland das Fahrzeug, die konkrete Strecke und die Gültigkeit angegeben. Die Zahlung ist anschließend mit Bargeld, Guthaben einer Tank- oder Fahrzeugkarte, Kredit- oder EC-Karte möglich.

LKW-Maut in Österreich

Die Maut in Deutschland wird für LKW mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 7,5 t fällig.
Die Maut in Deutschland wird für LKW mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 7,5 t fällig.

Die Mautgebühren in Österreich gelten für alle Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 3,5 Tonnen. Auch hier werden die Tarife nach Emissionsklasse des Fahrzeugs und der Anzahl der Achsen abgerechnet.

Die Zahlung der LKW-Maut ist deutschen LKW-Fahrern mittels der eingebauten On-Board-Unit problemlos möglich. Zahlt ein Kraftfahrer die Maut nicht ordnungsgemäß, drohen Bußgelder zwischen 300 und 3000 Euro. Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen müssen in Österreich eine Vignette an der Windschutzscheibe anbringen. Die Vignette ist in Österreich gebührenpflichtig und kostet rund neun Euro für zehn Tage.

LKW-Maut in der Schweiz

In der Schweiz wird die LKW-Maut als „Schwerverkehrsabgabe“ bezeichnet. Davon sind alle Fahrzeuge über 3,5 t betroffen. Die Höhe der Mautgebühren bemisst sich nach der Länge der Strecke, der Gesamtmasse und der Emissionsklasse des mautpflichtigen LKW.

Genauso wie in Österreich wird für Kraftfahrzeuge unter 3,5 t eine Vignette in der Schweiz benötigt. Diese kann beim Zoll, an Tankstellen sowie in Postfilialen im Land oder auch Ausland erworben werden.

LKW-Maut in anderen europäischen Ländern

Die LKW-Maut in Frankreich wird von Ausländern an Mautstellen oder Automaten bezahlt. Die Mautgebühr ist bei allen Fahrzeugklassen zu entrichten und abhängig von der Strecke sowie dem Fahrzeugtyp.

Auch die LKW-Maut in Italien wird nach Strecke und Fahrzeugtyp berechnet. Autofahrer zahlen hier ebenfalls für die Benutzung der rund 80 gebührenpflichtigen Strecken.

Die LKW-Maut in Tschechien richtet sich nur an Fahrzeugführer mit einem Lastkraftwagen mit über 3,5 t Gesamtmasse. Die Fahrzeuge werden in drei Kategorien eingeteilt, wodurch sich dann die Mautgebühren berechnen. Gleiches Mautsystem gilt auch für die LKW-Maut in Polen.

Über den Autor

Autor
Anh P.

Anh hat eine journalistische Ausbildung absolviert und verstärkt unsere Redaktion seit 2018. Ihre Ratgeber befassen sich u. a. mit Verkehrsverstößen, Fragen zum Bußgeldverfahren und Tipps zur Fahrzeugpflege. Außerdem verfasst sie Pressemitteilungen und unterstützt uns als Lektorin.

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