Unfall wegen Ölspur auf der Fahrbahn – Wer zahlt?

Wie kommt es zu einem Unfall wegen einer Ölspur?

Glätteunfall durch Öllache auf der Fahrbahn

Unfall wegen einer Ölspur auf der Straße - wer haftet für die entstandenen Schäden?

Unfall wegen einer Ölspur auf der Fahrbahn – wer haftet für die entstandenen Schäden?

Ein kleiner Defekt am vorausfahrenden Lastwagen oder Pkw oder aber ein vorausgegangener Unfall: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie sich Ölspuren auf Fahrbahnen bilden können. Das regenbogenfarbene Schimmern der Ölpfützen täuscht über deren massive Gefährlichkeit hinweg. Denn: Durchfährt ein Kfz eine solche Öllache, verlieren die damit in Berührung kommenden Reifen den Kontakt zur Fahrbahn. Das Fahrzeug kann so ins Schleudern geraten, der Fahrer die Kontrolle verlieren.

Ein Unfall wegen einer Ölspur auf der Straße ist damit eine ernstzunehmende Gefahr – vor allem, da dieses Verkehrshindernis für die Autofahrer nicht ohne weiteres rechtzeitig wahrgenommen werden kann, gerade bei nasser Fahrbahn. Was genau aber können Sie tun, um einen solchen Unfall zu vermeiden und wer zahlt den Schaden, sollten Sie doch aufgrund dessen in einen Crash geraten?

Wie können Sie sich verhalten, wenn Sie durch eine Ölspur fahren?

Haben Sie eine Öllache auf der Straße erst zu spät entdeckt? Schon die Übertragung des Ölfilms auf nur eine Lauffläche der Reifen kann schwere Folgen haben, denn das Öl legt sich hauchdünn zwischen Reifen und Fahrbahn, sodass die Haftreibung eingeschränkt oder gar gänzlich aufgehoben ist.

Bricht der Reifen aus, kann das ganze Fahrzeug außer Kontrolle geraten. Wie sollten Sie in einem solchen Moment reagieren, um einen Unfall wegen der durchfahrenen Ölspur doch noch zu vermeiden? Im Grunde greifen hier die gleichen Handlungsanweisungen wie bei Straßenglätte oder Aquaplaning. Wie sollten Sie reagieren?

Undichte Leitungen? Das könnte schnell einen Unfall wegen einer Ölspur provozieren.

Undichte Leitungen? Das könnte schnell einen Unfall wegen einer Ölspur provozieren.

  1. Vermeiden Sie abrupte Lenkbewegungen.
  2. Drosseln Sie langsam die Geschwindigkeit.
  3. Bremsen Sie vorsichtig und dosiert ab.
  4. Fahren Sie an den Straßenrand und sichern Sie die Gefahrenstelle ab. Um andere Fahrzeugführer auf die Gefahr durch die Ölspur hinzuweisen, sollten Sie das Warndreieck ausreichend weit vor dieser aufstellen.
  5. Informieren Sie die Feuerwehr. Diese kann die Ölspur entsprechend beseitigen.

Doch was ist, wenn sich der Unfall wegen der Ölspur nicht mehr hat vermeiden lassen? Wer trägt eigentlich die Kosten für den Schadensausgleich?

Wer zahlt nach einem Unfall wegen einer Ölspur?

Grundsätzlich haftet für die so entstandenen Schäden der Verursacher der Ölspur – bzw. dessen Versicherung.

Nach § 32 Absatz 1 StVO ist es verboten, Verkehrshindernisse zu verursachen. Hierunter fallen nicht nur verlorene Ladungsstücke, die die Fahrbahn blockieren, sondern eben auch Ölspuren.

Die Fahrer der Kfz, die Öl verloren haben, müssen zudem dafür Sorge tragen, dass die Stelle entsprechend markiert wird und der Schaden beseitigt. Die Kosten für die Straßenreinigung hat der Verursacher ebenfalls zu tragen.

Ob entstandener Schaden oder aber Kosten für die Reinigung: Nach einem Unfall wegen einer Ölspur haftet der Verursacher der Verschmutzung.

Ob entstandener Schaden oder aber Kosten für die Reinigung: Nach einem Unfall wegen einer Ölspur haftet der Verursacher der Verschmutzung.

Geschieht dies nicht und kommt es anschließend zu einem Unfall wegen der Ölspur auf der Fahrbahn, muss der Verursacher der Ölspur die Schadensregulierung tragen – bzw. dessen Kfz-Haftpflichtversicherung. Für diesen Vorgang versucht die Polizei, den Schadensverursacher entsprechend zu ermitteln. Nach Feststellung der Personendaten kann der Geschädigte sich an die gegnerische Haftpflicht wenden, um die Schadensregulierung voranzutreiben.

Aber wie Versicherer nun einmal sind, versuchen Sie trotz der vermeintlich eindeutigen Lage dem Geschädigten zumindest eine Teilschuld einzuräumen, sodass sich dessen Schadensersatzanspruch verringert. Wenden Sie sich deshalb für die Regulierung an einen Anwalt für Verkehrsrecht. Dieser besitzt die notwendige “Kaltschnäuzigkeit” gegenüber den großen Konzernen und kann fundiert gegen die Versuche der Versicherung vorgehen. Die Kosten für den Anwalt muss dann nicht der Geschädigte selbst zahlen, sondern die gegnerische Haftpflicht des Unfallverursachers.

Was geschieht, wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann? In diesem Fall können Geschädigte sich an ihre Vollkaskoversicherung wenden, um den nach dem Unfall wegen der Ölspur entstandenen Schaden ausgleichen zu lassen. Die Teilkasko übernimmt in diesem Fall in aller Regel nur Glasschäden. Nur sehr selten ist es möglich, der Straßenmeisterei und damit der Gemeinde die Haftung aufzuerlegen. Hier muss zunächst bewiesen werden, dass diese von dem Verkehrshindernis Kenntnis hatte.
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