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§ 14 StVO (Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen)

Pflichten beim Ein- und Aussteigen laut aktuellem Verkehrsrecht

Werden die von der StVO festgelegten Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen nicht beachtet, drohen nicht nur Bußgelder – immer wieder hat unachtsames Verhalten auch schwere Unfälle zur Folge. In der folgenden Tabelle sind alle Verstöße des § 14 StVO (Sorgfaltspflicht beim Ein- und Aussteigen) zu finden:

Verwarnungsgelder in § 14 StVO

TBNRTatbestand Strafe (€)
114000Sie verließen Ihr Kraftfahrzeug, ohne es gegen unbefugte Benutzung zu sichern.
15
114100Sie gefährdeten beim Ein- bzw. Aussteigen andere Verkehrsteilnehmer.
20
114106Sie schädigten beim Ein- bzw. Aussteigen andere Verkehrsteilnehmer.25
114112Sie verließen Ihr Fahrzeug, ohne es gegen ein Weiterrollen ausreichend abzusichern. Dadurch kam es zu einer Verkehrsstörung.
15
114118Sie verließen Ihr Fahrzeug, ohne es gegen ein Weiterrollen ausreichend abzusichern. Es kam zum Unfall.
25

Beim Aussteigen auf den nachfolgenden Verkehr achten

Schulterblick vor dem Aussteigen
Schulterblick vor dem Aussteigen

Vor allem beim Aussteigen gilt es, auf den übrigen Verkehr zu achten. Das Öffnen einer Tür kann schnell zu einem Unfall mit anderen Fahrzeugen führen. Glücklicherweise bleibt es in solchen Fällen in der Regel bei einem Blechschaden, sodass keine Personen zu Schaden kommen. Gefährlich wird das unvorsichtige Öffnen einer tür vor allem für Fahrradfahrer. Solche Unfälle können für den Fahrradfahrer schlimme Verletzungen zur Folge haben. Vor allem wenn ein Radfahrer keinen Helm trägt – was in Deutschland leider immer noch die Mehrheit ausmacht – kann ein Zusammenstoß schwere, gar lebensbedrohliche Kopfverletzungen nach sich ziehen. Deshalb sieht der § 14 StVO auch ein Bußgeld von 20 € vor, wenn es durch unachtsamen Verhalten beim Aussteigen zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer kommt. Die Strafe beträgt 25 €, wenn es tatsächlich zum Unfall kommt.

Sicherung des Fahrzeugs gegen unbefugte Nutzung gemäß § 14 StVO

Dies ist ein Tatbestand, der vielen Autofahrern nicht geläufig ist. Laut aktuellem Verkehrsrecht ist die Sicherung von Fahrzeugen gegen ungefugte Nutzung Pflicht für jeden Fahrer. Dafür muss das Fahrzeug nach dem Verlassen immer abgeschlossen werden, sonst droht laut § 14 StVO ein Bußgeld von 15 €. Darüber hinaus erlischt oftmals der Versicherungsschutz gegen einen Diebstahl, falls das Auto nicht abgeschlossen war.

Sicherung des Fahrzeugs gegen Weiterrollen

Kraftfahrzeuge müssen nach dem Parken grundsätzlich gegen Weiterrollen gesichert werden, um die Sicherheit des übrigen Verkehrs zu gewährleisten. Sollte ein Fahrzeug Weiterrollen, hat das ein Bußgeld 15 € zur Folge, falls der übrige Verkehr gestört wird. Bei einem Unfall muss ein Fahrzeugführer laut § 14 StVO sogar 25 € zahlen. Auch hier kann der Versicherungsschutz verloren gehen, da eine Eigenschuld, beziehungsweise grobe Fahrlässigkeit besteht.

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2 Kommentare

  1. “Sie verließen Ihr Kraftfahrzeug, ohne es gegen unbefugte Benutzung zu sichern.”
    Die Interpretation, dass eine nicht abgesperrte Heckklappe oder Tür diesen Tatbestand erfüllen soll, scheint mir in in Zeiten der Wegfahrtsperre veraltet.
    Die mündliche Begründung der Polizei, da Sachen gestohlen werden könnten und dann die Polizei gerufen werden muss, halte ich für Victim Blaming.
    Kennt irgendjemand eine Legitimation für diese Interpretation?

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