Kirchenglocken als Lärm­belästigung – Das Ruhe­bedürfnis der Andersdenkenden

Von Franziska L.

Letzte Aktualisierung am: 5. Mai 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Header Lärmbelästigung durch Kirchenglocken
Zur halben Stunde, zur vollen Stunde, zum Gottesdienst: In Städten und Dörfern gehört das Läuten der Kirchen zur alltäglichen Geräuschkulisse. Gerade für Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gotteshaus kann das mitunter nervtötend und störend werden. Doch stellt das Läuten der Kirchenglocken eine Lärmbelästigung dar? In welchen Fällen können Betroffene hiergegen vorgehen? Auskunft hierüber gibt der folgende Ratgeber.

FAQ: Lärmbelästigung durch Kirchenglocken

Lässt sich gegen Kirchenglocken als Lärmbelästigung vorgehen?

Ob es sich bei dem Läuten der Kirchenglocken rechtlich um eine Lärmbelästigung handelt, die Anwohner nicht hinnehmen müssen, hängt unter anderem vom Anlass des Läutens ab. Dabei wird unterschieden zwischen sakralem Läuten und dem Lauten als Zeitangabe.

Warum macht es einen Unterschied weshalb die Kirchenglocken läuten?

Das sakrale Läuten kann durch die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich geschützt sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Welche immissionsschutzrechtlichen Richtwerte müssen Kirchenglocken beim Zeitschlag in der Regel einhalten?

Laut Gesetz sind 30 dB (AA) am Tag und 20 dB (A) in der Nacht zulässig.

Lärmbelästigung durch Kirchenglocken: Die Kirche genießt religiösen Schutz.
Lärmbelästigung durch Kirchenglocken: Die Kirche genießt religiösen Schutz.

Endlich Wochenende. Ausschlafen – so der Gedanke vieler Menschen, die sich nach einer anstrengenden Woche etwas mehr und länger Schlaf gönnen möchten. Doch dann – bim bam bim bam – werden sie am Morgen vom Läuten der Kirchenglocken geweckt. Aus und vorbei ist es mit der Ruhe. Vor allem für kirchenfremde Menschen kann sich hier die Frage stellen, ob es sich um eine unzumutbare Lärmbelästigung durch Kirchenglocken handelt, die unter Umständen auch durch ein Gericht unterbunden werden kann.

Kirchenglocken als Lärmbelästigung: Ein Streitthema seit Jahrzehnten

Der Streit um das Glockengeläut ist schon Jahrzehnte alt. Bereits in den 1950er Jahren versuchten Mitbürger, die nicht der Kirche angehörten, gegen diesen Lärm gerichtlich vorzugehen. Am 23.06.1953 urteilte das Oberverwaltungsgericht Koblenz, dass es ausschließlich Angelegenheit der Kirchengemeinden sei, wann und mit wieviel Glocken sie läuten.

Wenn Kirchenglocken zur Lärmbelästigung werden, ist es schwierig Urteile zu erwirken.
Wenn Kirchenglocken zur Lärmbelästigung werden, ist es schwierig Urteile zu erwirken.

Seit dem damaligen Urteil haben sich die Zeiten und Ansichten geändert, auch im Hinblick auf kirchliches Glockengeläut. Mit dem Thema Lärmbelästigung durch Kirchenglocken haben sich seitdem zahlreiche Urteile befasst.

Für Betroffene, die mit dem Gedanken spielen, gerichtlich gegen diese Art von Lärm vorzugehen, ist zunächst eine wesentliche Unterscheidung von Bedeutung:

  • Gegen das sakrale Kirchengeläut (z. B. das Angelusläuten oder das Glockenläuten zum Kirchendienst) kann nur vor den Verwaltungsgerichten geklagt werden.
  • Über die Zumutbarkeit des Zeitschlagens durch Kirchenglocken haben hingegen die Zivilgerichte zu entscheiden.

Sakrales Läuten der Kirchenglocken: „Keine Lärmbelästigung“ lauten die Urteile

Laut dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 02.09.1996 (Az. 4 B 152/96) stellt das liturgische Glockenläuten im herkömmlichen Rahmen in der Regel keine erhebliche Lärmbelästigung dar. Vielmehr sei dieses Läuten als zumutbar und sozialadäquat hinzunehmen.

Grundsätzlich sind bei Lärmbelästigungen aller Art bestimmte immissionsschutzrechtliche Richtwerte einzuhalten, und zwar:

  • 30 dB (AA) am Tag
  • 20 dB (A) in der Nacht

Allerdings gelten diese Werte im Bereich des liturgischen bzw. sakralen Glockengeläuts nur in einem begrenzten Rahmen, weil dieses Läuten als Ausübung der Religionsfreiheit verfassungsrechtlich geschützt ist (Art. 4 Abs. 2 Grundgesetz). Aus diesem Grund seien Geräuschimmissionen gewöhnlich als sozialadäquat hinzunehmen (BVerwG, Urteil vom 07.10.1983, Az. 7 C 44/81).

Deswegen wird ein gerichtliches Vorgehen gegen ein liturgisches Läuten der Kirchenglocken selten Erfolg haben, solange dieses im herkömmlichen Rahmen praktiziert wird.

Lärmbelästigung durch Kirchenglocken beim Zeitschlagen

Das Läuten von Kirchenglocken darf den Maximalwert von 30 dB nicht überschreiten.
Das Läuten von Kirchenglocken darf den Maximalwert von 30 dB nicht überschreiten.

Das Zeitschlagen durch die Kirchenglocken hat nach der Rechtsprechung keinen sakralen Charakter und sei damit nicht dem Sonderstatus der Kirchen zuzurechnen. Das heißt, Kirchen können sich hierbei nicht auf die Freiheit der Religionsausübung berufen. Außerdem habe es unter den heutigen Lebensverhältnissen in seiner Funktion der Zeitangabe an Bedeutung verloren.

Aus diesen Gründen ist diese Art des Glockenläutens rein privatrechtlicher Natur. Es muss sich deswegen auch an die Voraussetzungen des Immissionsschutzrechts halten.

Bei der Beurteilung, ob das zeitliche Läuten der Kirchenglocken eine erhebliche Lärmbelästigung darstellt, ist auf die Lautstärke und Lästigkeit des Einzelgeräuschs abzustellen. Danach darf das Zeitschlagen folgende Richtwerte nicht überschreiten:

  • 30 dB (AA) an Tage
  • 20 dB (A) in der Nacht

Das Vorgehen gegen diese eher weltliche Lärmbelästigung durch Kirchenglocken ist erfolgsversprechender als gegen das sakrale Läuten. Doch auch hier kann unter Umständen eine gewisse Toleranz von den betroffenen Anwohnern gefordert werden, z. B. wenn das Zeitläuten seit Jahrzehnten am Ort üblich war, ohne dass es bisher zu Klagen oder Beschwerden hiergegen kam.

Über den Autor

Franziska
Franziska L.

Franziska ist seit 2017 Mitglied der Redaktion von bussgeldkatalog.net. In ihren Textbeiträgen befasst sie sich vor allem mit Fragen des allgemeinen Ordnungswidrigkeitenrechts.

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Kommentare

  1. Harloff sagt:

    Ich leide massiv unter dem täglichen Angelusläuten um 6 Uhr morgens. Wohne ca. 10 Meter Luftlinie vom Kirchturm entfernt im obersten Stock. Das erste halbe Jahr nachdem ich vor 2 Jahren eingezogen bin, hat es nicht geläutet – wurde wohl etwas renoviert -, dann ging es los … Zuerst ist man mir entgegengekommen und hat das Läuten auf 7 Uhr verlegt. Später hat sich der Kirchengemeinderat damit beschäftigt und das wieder kassiert. Lebensqualität ist seitdem stark gemindert (Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Wortfindungsstörungen, allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit usw.). Schlafmangel ist kein Spaß, über mögliche gesundheitlich Folgeschäden möchte ich gar nicht nachdenken. Es ist nicht gerade leicht, eine bezahlbare Wohnung zu finden, sonst wäre ich bestimmt schon längst wieder ausgezogen. Andererseits sehe ich es aber auch nicht ein, dass Leute im Namen ihres christlichen Glaubens täglich ungestraft Körperverletzungen begehen dürfen. Und die Leute, die darüber entschieden haben, wohnen gar nicht in der Nähe, sind also auch keine Betroffenen ihrer Entscheidung. Wie kann das alles sein? Warum muss man immer noch für Selbstverständlichkeiten kämpfen. Ich weiß aber auch gar nicht, was ich tun soll. Die Betonköpfe von den Verwaltungsgerichten anzurufen ist wohl eher kontraproduktiv – ein gestriges Urteil mehr, das den Sekten den Rücken stärken würde.

  2. Mattes sagt:

    Nicht verwunderlich, dass eine Organisation, die Solidarität mit Tätern sexuellen Missbrauchs praktiziert und diese auch noch schützt, keine Skrupel hat, uns um 7 zu wecken. Und das ganze trechtlich „abgesegnet“. Wo bleibt eigentlich die Trennung von Kirche und Staat?

  3. Michael sagt:

    Ergänzung zum Kommentar vom 26.09.2022, heute die Meldung bei BILD , nach Fußballspiel, Massenpanik mit mehr als 174 Toten in Indonesien. Sowas ist und wird nie passieren beim Glockenläuten.
    Fazit : mein Wort in Gottes Ohr, wohnen neben einem Gotteshaus ist sicher und von Vorteil, neben dem Stadion eher weniger.

  4. Michael sagt:

    Leute ihr steigert euch da in was hinein, viele hören auch noch Glockengeräusche wo gar keine sind. Stellt euch mal vor, kein Hahn darf mehr krähen, kein Hund darf mehr bellen, keine Biene darf mehr summen, wie armselig wäre euer Leben. Essen will jeder. Eine Biene sammelt ihr ganzes Leben nicht einmal einen Teelöffel Honig. Bei den zurückgelegten km hätte sie, dafür einen Stundenlohn von 153 000€ verdient. Viele laufen wie die Verrückten ins Fußballstadion, brüllen, pfeifen, trommeln, schreien, das, ist unnötiges Gehabe, störendes Geräusch. Seit einfach froh darüber das ihr neben, oder in der Nähe einer Kirche wohnt und eben nicht neben einem Stadion. Nehmt alles gelassen und locker dann werdet ihr das Glockengeläut als angenehm empfinden. Wie froh waren unsere Väter und Großväter, damals vor Hunderten von Jahren wenn die Glocken den Feierabend einläuteten. Die Glocken haben sie über die Jahrhunderte begleitet, zur Taufe, zur Hochzeit und auch am Ende, wenn sie zu Grabe getragen wurden.

  5. Denis sagt:

    Mein Haus steht zum Verkauf und ich hatte jetzt schon 2 potentielle Käufer, die das Glockenläuten irritiert und abgeschreckt hat. Somit ist dies wohl tatsächlich auch ein Wertminderungsgrund, mal sehen ob sich ein tiefgläubiger (oder tauber Käufer ?) findet, der dafür extra ein paar Scheine drauflegt….

  6. tobi sagt:

    Die TA-Luft fügt zum Beurteilungspegel in der Nacht Zuschläge für Impulshaltigkeit und Informationshaltigkeit hinzu, was beim Zeitschlagen von Kirchenglocken eigentlich gegeben sein sollte!
    Eine Kompromisslösung wäre einfach das Abschalten der Schläge zur viertel- halbe und dreiviertelstunde. Dann sind die 100% religiösen Leute auch zufrieden, denn sie haben ja keine Uhren, sie verlassen sich ja komplett auf den Informationsgehalt durch das Zeitschlagen der Kirchenglocken oder nicht?!

  7. reinecke.fuchs sagt:

    Seit Monaten versuche ich dagegen vorzugehen dass täglich um 5Uhr früh für 2 Minuten Angelus Geläut meinen Schlaf unterbricht- alle Mühe bis zum heutigen Tag war vergebens.
    Ich wohne in einem Dachgeschoß und der Glockenturm ist Luftlinie vielleicht 200m entfernt was bei gekipptem Fenster zum wach werden reicht und in meinen Augen als Aufforderung zum Gebet (3x täglich) unzumutbar ist.
    Vom Ordnungsamt über den Bürgermeister war alles vergebene Bemühung.
    Der Lt. Pfarrer hat mir sogar schon am 31.12.21 2x per Mail zugesagt wenigstens dieses 5Uhr Läuten nach hinten verlegt sei- leider hat sich bis heute nichts geändert.
    Der Bürgermeister hat mir sogar Hausverbot für das Rathaus erteilt weil ich mir erlaubt habe auf die Ruhestörung hinzuweisen.
    Darüber Hinaus ist da auch noch der viertelstündliche Zeitschlag und das auch noch über 24h (wer benötigt die Uhrzeit beim schlafen?).

    Recherche aus dem internet:
    Der Stundenschlag der Kirchenglocken ist in der heutigen Zeit nicht mehr als notwendig zu erachten, da jeder Mensch Uhren besitzt, anhand derer er die Uhrzeit ablesen kann. Somit ist es überflüssig, durch einen Stundenschlag die Uhrzeit mitzuteilen – dies sehen auch die Gerichte so.
    Liest sich gut, bloß interessiert das leider auch niemanden.

    Beim Rechtsanwalt wohin mich alle gedrängt haben (Pfarrer, Bistum, Bürgermeister und das Ordnungsamt!) hat meine Rechtsschutzversicherung Kostendeckung abgelehnt und zu guter letzt darf ich jetzt auch noch 180€ Beratungsgebühr für nichts schuldig.
    Mir ist mehr als schleierhaft warum ich vermutlich nur noch der einzige bin für den Ruhe noch etwas bedeutet.

  8. Müller sagt:

    Fragt doch mal den Pfarrer wo das Läuten in der Bibel steht. Da steht zwar was drin, aber eher abwerdend. Ich freue mich schon wenn die ersten Muezzin rufe erklingen. Diese versucht man noch zu unterbinden. Seltsamerweise leben die Personen welche das Läuten befürworten nie in der Nähe einer Kirche. Auch das Argument das man das läuten irgendwann nicht mehr hört ist aus Dummheit nicht mehr zu überbieten.Warum wird dann geläutert?
    Der Körper aber reagiert sehr wohl darauf. Wasser das dahin plätschert wird von den Sinnesorganen als ohne Gefahr eingestuft. Ein lautes Krachen, schießen als Gefahr und man kommt aus dem Tiefschlaf an den Rand des wach werden. Hat man einen leichten Schlaf dann hat man Pech gehabt. Aber der Herr ist mit Dir…

    Diejenige die sich aus der Deckung trauen sind nie alleine. Die anderen haben nur Angst.
    Fragt doch mal nach wieviel die Gemeinde zur Erhaltung des Turmes bei Reparaturen beisteuern muss…. Als Gegenleistung verpflichtet sich die Kirche bei Gefahren(Sturm, usw.) zu warnen. Läuten was das Zeug hält. Wird zwar nicht mehr gemacht, aber bezahlt wird immer noch. Aus Tradtion.

  9. Nina sagt:

    Ich kann wirklich sagen, dass die katholische Kirche meine Gesundheit und wahrscheinlich ein paar Jahre meines Lebens auf dem Gewissen hat, und ganz sicher ist das nicht nur bei mir so. Auch unsere Kinder, die ja robuster sind, leiden unter dem Lärm. Die Kirche steht zwar im Tal, aber der Lärm durhc das Geläut schallt zu uns hoch, und meist steht der Wind so, dass man meint, die Glocken würden auf dem Balkon vor dem Schlafzimmer geläutet. Jeden Morgen um 7 Uhr, egal ob Sonntag oder Werktag, werden wir von einem gefühlt ewig anhaltenden Geläut geweckt. Danach ist Wiedereinschlafen meist Fehlanzeige, zumal auch um 8 Uhr das nächste Geläut erfolgt. Wie gesagt, es gibt keinen einzigen Tag in der Woche, an dem wir ausschlafen könnten. Und dabei kann ich oft aus unterschiedlichen Gründen sehr spät einschlafen (Arbeit, Kinder…) Hätte ich heute zum Beispiel ausschlafen können, wären meine Halsschmerzen sicher weg gewesen. So muss ich noch ein paar Tage krank feiern – als Selbständige eine Katastrophe. Der Schlafmangel quält mich und auf eine E-Mail an das Pfarrbüro dieser übrigens fast verlassenen Kirche hat natürlich niemand reagiert. Die katholische Kirche quält Menschen, seitdem sie existiert. Wer in diesem Verein, der nicht einmal bereit ist, seine Opfer zu entschädigen, heute noch Mitglied ist, der hat nicht alle Tassen im Schrank.

  10. andreas sagt:

    Seit Monaten versuche ich dagegen vorzugehen dass täglich um 5Uhr früh für 2 Minuten Angelus Geläut zu unterbinden (mein täglicher Wecker)- alle Mühe bis zum heutigen Tag vergebens.
    Ich wohne in einem Dachgeschoß und der Glockenturm ist Luftlinie vielleicht 200m entfernt was bei gekipptem Fenster zum wach werden reicht und in meinen Augen als Aufforderung zum Gebet (3x täglich) unzumutbar ist.
    Vom Ordnungsamt über den Bürgermeister war alles vergebene Bemühung.
    Der Lt. Pfarrer hat mir sogar schon am 31.12.21 2x per Mail zugesagt wenigstens dieses 5Uhr Läuten sei nach hinten verlegt worden- leider hat sich bis heute nichts geändert.
    Der Bürgermeister hat mir sogar Hausverbot für das Rathaus erteilt weil ich mir erlaubt habe gegen Ruhestörung etwas zu unternehmen.
    Darüber Hinaus ist da auch noch der viertelstündliche Zeitschlag und das auch noch über 24h (wer benötigt die Uhrzeit beim schlafen?)- man gönnt sich ja sonst nichts.
    Beim Rechtsanwalt wohin mich alle gedrängt haben (Pfarrer, Bistum, Bürgermeister und das Ordnungsamt!) hat meine Rechtsschutzversicherung Kostendeckung abgelehnt und zu guter letzt darf ich jetzt auch noch 180€ Beratungsgebühr deshalb bezahlen.
    Mir ist mehr als schleierhaft das ich vermutlich der einzige bin dem das nicht gefällt.

  11. Oliver sagt:

    Was für eine unqualifizierte Bemerkungen. Man muss sich hier nicht nach unten orientieren sondern sich einfach der Zeit anpassen. Das ist 1000 Jahre alter Brauch. Aber mittlerweile haben sich die Zeiten grundlegend verändert und nicht einmal mehr 50 % der Bevölkerung gehören dem Christentum an. Man muss nicht ununterbrochenes Kirchengeläut um 6 Uhr dulden, denn ich glaube nicht dass noch viele Menschen das nutzen um aufzustehen und zu beten. Und wenn dann sprechen wir hier von Einzelfällen die so langsam aussterben. Man kann Traditionen wahren, aber nicht alles was alt ist, ist deshalb gut. Wir alle leben in einer Demokratie und da sollte die Mehrheit entscheiden und nicht eine Kirche und deren Macht.

  12. Baldian sagt:

    Wenn ich mir die ganzen lächerlichen Argumente gegen das Läuten von Glocken lese, dann kommt mir nur eine Erklärung infrage: Es sind alles Leute die mit der Kirche nichts am Hut haben !
    Ich habe noch keinen Menschen gesehen, der durch das Läuten von Glocken Gehörschäden erlitten hat.
    Klagt mal in einem islamischen Land gegen den Muezzin-Ruf…. da werdet Ihr alle sehen wo Ihr hin kommt…. da werdet Ihr Eures Lebens nicht mehr sicher sein… !
    Ich wünsche jedem, der sich über das Glockenläuten beschwert, daß er mal mehrere Monate in einem islamischen Land zu Gast ist… dann ist er vielleicht froh, wenn er wieder zu Hause ist und die heimatlichen Glockenklänge hören kann…
    ABER…: Wenn ein paar Autofreaks mit ihrem lauten Motorengeröhne und/oder dazu noch mit offenem Fenster ihres Autos ihren lautstarken Techno-Bumm-Bumm donnern lassen, das soll man sich dann gefallen lassen…
    Armes Deutschland ! :-((

  13. Daniela sagt:

    Auch ich wohne direkt gegenüber einer ev. Kirche. Ich kenne den Pfarrer und den Küster seit 11 Jahren. Aber in letzter Zeit nerven diese unglaublich lauten Glocken extrem. Mein Hund fängt laut an zu jaulen bei all dem Gebimmel. Es wird alle 15 min die Zeit angeschlagen (1x für viertel nach, 2x für halb, 3x für viertel vor und 4x für volle Stunde. Zusätzlich wird jede Stunde die volle Zeit entsprechend der Zahl angebimmelt- also 11 Gongschlaege für 11 Uhr , 12 Gongs für 12 Uhr usw… dazu setzt danach noch einmal um 11 uhr , um 12 Uhr , 17 Uhr und um 19 Uhr das ganz große , lange Läuten ein von über 10 Minuten. Dazu kommen noch einmal Hochzeiten, Taufen und auch Beerdigungen. Da wird auch noch extra mal ganz lange gebimmelt. Ich werde durch den ganzen Tag hinaus fast wahnsinnig seit ich letztes Jahr in Rente ging. Vorher bekam ich es nicht so mit. Mein Hund schreit nur noch auf – und ich versuche mit ihm vor voller Stunde ab kurz vor 10 Uhr morgens schnell zu flüchten. Es ist wirklich nerven aufreibend und ich kann in dieser Zeit des Läutens nicht mal ein Telefongespräch führen. Es schallt unglaublich laut in den Hörer zurück. Was kann ich nur dagegen unternehmen ? Wohnraum in Duisburg ist sehr knapp geworden zur Zeit – und es findet sich für mich keine andere Wohnung so schnell. Zumal alles sehr teuer wird aufgrund der kommenden Inflation. Wie kann ich am besten dies zur Aufmerksamkeit bringen, ohne gleich gerichtlich vorzugehen ? Ich bin auch Christin und habe diese Kirche in der Vergangenheit auch hier oder dort besucht und an den Gottesdiensten teilgenommen. Aber dies ist wirklich zu viel mit diesem Gebimmel. Das 17 Uhr lange Gebimmel ist erst seit letztem Jahr hinzu gekommen. Und dann wieder um 19 Uhr plus all die Zeitanschlage – ich kann nicht mehr…

  14. Michael sagt:

    Ich wohne neben einer stillgelegten Kirche, was sie nicht daran hindert lärmend für die Kirche am Ende des Dorfs mitzuläuten.
    Wäre mal interessant, ob das rufen den Muezzin dann auch so bewertet würde.

    In der heutigen säkularen gesellschaft sollte beides unterlassen werden.

  15. Rune sagt:

    Läuten zum Gottesdienst ist ein teil von der Religion, Läuten zu Uhrzeiten ist was anderes, aber zum Gottesdienst ist es für viele Leute wichtig, dass geläutet wird…
    Wer dafür kein Verständnis hat, versteht die Menschen nicht.

  16. dieter sagt:

    Läuten zum Gottesdienst ist schon schön, nur für die Uhrzeit ist es nicht angebracht…
    Dennoch sollte man bedenken, dass viele ihre Religion lieben und Glocken läuten einfach Kultur ist. Wer das nicht versteht, hat was falsch gemacht.

  17. Ludwig sagt:

    Das Läten der Glocken von ca 15 minuten ist in einem Wohngebier meiner Mein ung nach eine Zumutung. Ich dewdenke gegn 5 Minuten hat kaum jemand etwas einzuwenden aber länger ist schon lästig.

  18. Peter sagt:

    Also die Kirchen in meinem Dorf läutet um 7 Uhr für 5 min täglich und dann immer mal wieder für 5 min. Als gelehnter Handwerker muss ich sagen dass wir bei der Lautstärke bei der Arbeit immer Gehörschutz tragen müssen… es ist absurt jeden morgen um 7 mehrere 100 Leute legal aus dem Bett zu leuten dürfen und ihnen den „göttlichen“ schlaf zu stehlen…

  19. Buboglaux sagt:

    Zum Gottesdienst läutet es allenfalls zehn Minuten lang (incl. Ein- und Ausläuten). Gesundheitsschädlich ist dies vor allem für die Glocken, daher läutet man sie nicht zu lange, um der Abnutzung entgegenzuwirken. Ansonsten gehören sie zu unserer Kultur.

  20. Ralf sagt:

    „wenn das Zeitläuten seit Jahrzehnten am Ort üblich war, ohne dass es bisher zu Klagen oder Beschwerden hiergegen kam.“
    Das ist eine ziemlich blöde Feststellung, zumal jede Beschwerde seit Jahrzehnten im Keim erstickt wird unter der Behauptung, daß diese ohnehin keine Chance für eine Durchsetzung hätte.
    Auch wird man nunmal irgendwann geboren und unfreiwillig an einen Ort gebracht und mit Volljährigkeit muss man ohnehin meist umziehen oder es kommt die Keule von der ausbleibenden früheren Beschwerde: Man habe ja Jahrzehnte Zeit gehabt.
    Es gibt nichts schlimmeres als jeden Sonntag nach der Nachtschicht geweckt zu werden, bis abends nicht mehr einschlafen zu können und ohnehin unter Schichtwechseln zu leiden. Dann verschiebt sich die Schlafroutine noch täglich weiter im Schneeball-Prinzip, weil man übermüdet und kaputt zur Arbeit muss und dann täglich immer später einschlafen kann.
    Daß sich etwas eingebürgert hat, Jahrzehnte lang Tradition ist oder für eine Gemeinde zum Usus geworden ist ändert nichts daran, daß man nicht die Wahl hatte sich bereits vor seiner Geburt oder Volljährigkeit darüber zu beschweren.

  21. Sabine sagt:

    Dem stimme ich zu…heute am Totensonntag,dem Tag der Stille läuten die Glocken bei uns fast ununterbrochen,ich finde das nicht zumutbar.das Geläutert geht 10 min lang,5 min Pause und dann wieder…es ist solange,dass ich bereits Kopfschmerzen habe und aggressiv werde

  22. Thomas sagt:

    Wie vermeidet man die Sonntagsruhe? Man wohne in der Naehe einer Kirche. Fuer mich ist diese Dauerbeschallung heute grobe Ruecksichtslosigkeit.

  23. Herbert sagt:

    ich finde nacht um 00:00 Uhr ein Läuten der Glocken 12 mal ebenso überflüssig, wie zu jeder anderen Stunde auch. Jeder hat Uhren, und unter der Woche möchte man schlafen, ohne vom Läuten geweckt zu werden.

  24. Tobias sagt:

    Ich sitze 1,2km von der Kirche in meinem Dachgeschoss und habe bei offenem Fenster Max. Werte von 55 db ( Normal sind es Hier oben 25-30db wenn der Fernseher läuft) bei geschlossenem Fenster reicht er sogar noch auf 35db – sprich als wäre mein Fernseher an. Zudem läutet sie seit knapp 8 Minuten schon ununterbrochen.
    Rechtfertigt man das mit Glaubensfreiheit ?
    Ich glaube ab sofort an &,3 Liter Motoren V8 die Morgens mindesten 8 Minuten in der einfahrt warmlaufen müssen. Glaubensfreiheit ! Echt lächerlich wie man Glocken als teil des Glaubensfreiheit einstuft.

  25. karl-heinz sagt:

    Heutzutage ist das Läuten der Glocken zum Gottesdienst nicht mehr von Nöten, da heute jeder eine Uhr besitzt. Zumal dieses lange und zu Laute Geläute Gesundheitsschädlich ist.

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