Schmerzensgeld bei dauerhaftem Tinnitus ist möglich

Schmerzensgeld: Ein Tinnitus kann dieses begründen.

Richtig hören zu können, ist im Alltag wichtig

Schmerzensgeld: Ein Tinnitus kann dieses begründen.

Schmerzensgeld: Ein Tinnitus kann dieses begründen.

„Tinnitus“, das Wort haben viele bestimmt schon einmal gehört. Doch was sich dahinter verbirgt oder wie dieses Phänomen entsteht, ist oft nicht so ganz klar. Können diese störenden Ohrengeräusche durch einen Unfall oder Schlag ausgelöst werden und besteht in einem solchen Fall ein Anspruch auf Schmerzensgeld für einen Tinnitus?

Laute Musik, ein plötzliches Geräusch sowie auch Nervenschäden nach einem Unfall können die Störung der Hörfunktion, die als Tinnitus bekannt ist, auslösen. Betroffene erleben dann oft Töne im Ohr, die ohne äußere Quellen zu entstehen scheinen. Das kann sich unter anderem als Brummton, Pfeifton, Zischen, Rauschen, Knacken oder Klopfen äußern.

Der folgende Ratgeber betrachtet näher, wann Geschädigte bei einem Tinnitus Schmerzensgeld verlangen können, an wen diese Ansprüche zu richten sind und wie hoch ein solcher Schadensersatz ausfallen kann.

Schmerzensgeld für einen Tinnitus nach einem Verkehrsunfall?

Nicht nur ein Nervenschaden nach einem Unfall oder ein Knalltrauma können einen Tinnitus auslösen. Auch Behandlungsfehler wie zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung sind meist mit dieser Hörstörung verbunden. Ein dauerhafter Tinnitus kann den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Die Geräusche werden oftmals als sehr störend und belastend empfunden. Wurde der Schaden von anderen verursacht, fragen sich viele, ob ihnen eine Entschädigung zusteht.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld für einen Tinnitus nach einem Autounfall ist im BGB definiert.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld für einen Tinnitus nach einem Autounfall ist im BGB definiert.

Die rechtliche Grundlage für einen Anspruch auf Schmerzensgeld findet sich in § 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Fügen Personen anderen fahrlässig oder vorsätzlich Schäden an Körper, Psyche oder der persönlichen Freiheit zu, kann das einen Anspruch auf Schadensersatz in Form von Geld begründen.

Das Schmerzensgeld, auch beim Tinnitus, soll einen Ausgleich für diese erlittenen Schmerzen darstellen sowie auch eine sogenannte Genugtuungsfunktion erfüllen. Hierbei handelt es sich um einen Forderung aus dem zivilrechtlichen Bereich. Geschädigte müssen diesen selbst beim Verursacher bzw. dessen Versicherung einfordern.

Oft stellt sich dann die Frage, ob ein Anwalt hinzugezogen werden muss. Dies kann von den jeweiligen Umständen abhängen. Betroffene können ihre Ansprüche außergerichtlich ohne einen Anwalt anbringen. Bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro ist dies auch vor Gericht möglich. Bi höheren Beträgen, muss ein Anwalt vor Gericht die Vertretung übernehmen. Weigern sich Schädiger oder Versicherung zu zahlen, kann die Unterstützung eines Anwalts auch außergerichtlich hilfreich sein.

Schmerzensgeld bei Tinnitus: Welche Beträge kann ein Antrag bringen?

Pauschal kann die Höhe vom Schmerzensgeld auch beim Tinnitus nicht bestimmt werden. Diese ist immer vom jeweiligen Einzelfall abhängig und wird beispielsweise durch Faktoren wie die Schwere des Schadens oder die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beeinflusst.

Wie hoch bei einem Tinnitus das Schmerzensgeld ausfällt, ist einzelfallabhängig.

Wie hoch bei einem Tinnitus das Schmerzensgeld ausfällt, ist einzelfallabhängig.

Weitere Punkte, die die Höhe der Entschädigung mitbestimmen können, sind beispielsweise die Umstände, die zum Tinnitus führten und ob Geschädigte zum Teil verantwortlich sind oder die Schäden ausschließlich durch andere verursacht wurden.

Schmerzensgeldtabellen können dabei helfen, einen Überblick über mögliche Summen zu erlangen. Hier sind Urteile zum Thema „Schmerzensgeld und Tinnitus“ zusammengefasst und können zur Orientierung verwendet werden. Die aufgeführten Informationen sind jedoch rechtlich nicht bindend. Nachfolgend findet sich ein Beispiel für eine Schmerzensgeldtabelle bei Tinnitus:

VerletzungSummeGericht, Jahr, Aktenzeichen
Mittelschwerer Tinnitus nebst Prellungen12.000 EUR OLG Naumburg, 2013, 1 U 97/12
Tinnitus, Hörminderung von ca. 70%, verbliebene Ohrgeräusche, Schlafstörungen10.000 EUR OLG Stuttgart 4.2.1993, 14 U 51/92
HWS-Distorsion mit Tinnitusleiden7.500 EUR OLG Bremen, 24.07.2001, 3 U 101(00)
Hörschädigung durch Arztfehler, Schwerhörigkeit, Tinnitus 5.000 EUR OLG Düsseldorf, 2.11.2000, 8 U 125/99
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