Schrecksekunde: So beeinflusst sie unser Handeln

Bei einer Schrecksekunde kommt eine verzögerte Reaktionszeit zum Tragen.

Was ist eine Schrecksekunde genau?

Bei einer Schrecksekunde kommt eine verzögerte Reaktionszeit zum Tragen.

Bei einer Schrecksekunde kommt eine verzögerte Reaktionszeit zum Tragen.

Eine Schrecksekunde beschreibt normalerweise die Zeit, die eine Person benötigt, um wieder handeln zu können, nachdem sie einen Schreck bekommen hat.

Die betroffene Person braucht in diesem Fall länger als sonst für eine Reaktion, da das Gehirn die plötzliche Information und die bevorstehende Gefahr erst einmal verarbeiten muss.

Bezogen auf den Straßenverkehr steht eine Schrecksekunde oft im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.

Dem Fahrer ist längst klar, dass es zum Unfall kommen wird, er ist jedoch wie gelähmt und kann nichts tun. Welche Auswirkungen eine Schrecksekunde haben kann und ob es Möglichkeiten gibt, sie zu vermeiden, klären wir im Ratgeber.

Wie wirkt sich eine Schrecksekunde aus?

Sind Sie beispielsweise in einer eher ländlichen Region unterwegs, kann es durchaus passieren, dass Ihnen aus heiterem Himmel ein Wildtier vors Auto läuft. In einer solchen Situation stehen wohl die meisten Autofahrer zunächst einmal unter Schock und fühlen sich wie blockiert.

Da es sich in diesem Fall um eine Verhaltensweise handelt, die nicht kontrollierbar ist, können Sie diese Blockade als Fahrer auch nicht immer so einfach durchbrechen. Bis die Schrecksekunde endlich vorüber ist, haben Sie wahrscheinlich bereits wertvolle Zeit verloren, in der Sie Maßnahmen hätten ergreifen können, um dem Wildunfall doch noch zu entgehen.

Auch der Bundesgerichtshof befasste sich in seinem Urteil vom 02.11.1965 mit der Schrecksekunde und der Reaktion bei dem plötzlichen Auftauchen eines Tieres auf der Straße. Im betreffenden Urteil heißt es:

Wird der Kfz-Führer durch das plötzliche Auftauchen eines Tieres überrascht, so steht ihm eine Schrecksekunde zu; erst nach deren Ablauf ist er verpflichtet, sach- und verkehrsgemäß zu reagieren.“ (VI ZR 134/64)

Im Zusammenhang mit einem Wildunfall ist eine Schrecksekunde keine Seltenheit.

Im Zusammenhang mit einem Wildunfall ist eine Schrecksekunde keine Seltenheit.

Sind Sie als Fahrer wie gelähmt und nicht in der Lage, zu handeln, so entbindet Sie dies demnach trotzdem nicht von einer angemessenen Vorgehensweise, nachdem Sie die Schrecksekunde hinter sich gelassen haben.

Ein erhöhtes Unfallrisiko steht in der Regel im direkten Zusammenhang mit einer Schrecksekunde. Auch wenn der Begriff es vermuten lässt, so muss eine Schrecksekunde nicht immer auch exakt eine Sekunde lang andauern. Die Länge kann durchaus variieren.

Können Autofahrer die Schrecksekunde vermeiden?

Die Möglichkeit, eine Schrecksekunde gänzlich zu vermeiden, besteht normalerweise nicht. Faktoren wie ein fortgeschrittenes Alter, Übermüdung oder der Einfluss von Alkohol bzw. Drogen können sie sogar verlängern.

Jedoch existieren gewisse Maßnahmen, die Kraftfahrer bereits im Vorfeld ergreifen können, um die Länge der Schrecksekunde zu reduzieren:

  • Vor Antritt der Fahrt sollten Sie ausreichend geschlafen haben. Setzen Sie sich von vornherein übermüdet hinters Steuer, spricht dies generell für eine längere Reaktionszeit.
  • Achten Sie darauf, während der Fahrt regelmäßig Pause zu machen. Bleiben Sie dabei am besten nicht im Fahrzeug sitzen, sondern steigen aus und gehen ein paar Schritte an der frischen Luft.
  • Verzichten Sie sowohl vor als auch während der Fahrt auf den Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, welche die Fahrtüchtigkeit beeinflussen könnten.
Grundsätzlich kann auch das Einhalten der Verkehrsregeln dazu beitragen, eine mögliche Schrecksekunde zu verringern. Sind Sie zu schnell unterwegs oder halten sich nicht an den vorgeschriebenen Mindestabstand, bleibt Ihnen dadurch noch weniger Reaktionszeit und ein Unfall ist oft nicht mehr zu vermeiden.
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