Jochbeinbruch: Wann ist Schmerzensgeld begründet?

Ein Jochbeinbruch kann Schmerzensgeld nach § 253 BGB begründen.

Ist Schmerzensgeld bei einem Jochbeinbruch überhaupt eine Option?

Ein Jochbeinbruch kann Schmerzensgeld nach § 253 BGB begründen.

Ein Jochbeinbruch kann Schmerzensgeld nach § 253 BGB begründen.

Das Jochbein ist ein wichtiger Knochen im Gesicht, der besonders zum Kauen und zum Schutz der Augenhöhlen benötigt wird. Wird dieser durch einen Unfall, Schläge oder andere Einflüsse verletzt, hat das in der Regel große Auswirkungen und Schmerzen zur Folge. Die Frage, ob eine Jochbeinbruch Schmerzensgeld begründen kann, ist daher oftmals sehr wichtig für die Geschädigten.

Nicht nur die Schmerzen können die Lebensqualität beeinträchtigen. Auch eine eingeschränkte Funktion der Gesichtsknochen und/oder –muskeln, die durch eine solche Fraktur hervorgerufen werden können, erschweren Betroffenen oft den Alltag. Ein Schmerzensgeld nach einer Jochbeinfraktur kann eine notwendige Entschädigung und finanzielle Erleichterung darstellen.

Wann bei einem Jochbeinbruch Schmerzensgeld geltend gemacht werden kann, an wen Geschädigte sich wenden müssen und welche rechtliche Grundlage es hier zu beachten gilt, beleuchtet der nachfolgende Artikel näher.

Jochbeinfraktur: Schmerzensgeld und dessen rechtliche Grundlagen

Das Gesicht ist eine der empfindlichsten Stellen des menschlichen Körpers. Hier laufen viele Nerven- und Blutgefäße zusammen, die auch das Gehirn versorgen. Daher können Verletzungen der Weichteile oder Knochenstruktur auch weitreichendere Folgen haben als nur die reine Verletzung an sich. Wurde der Schaden dann noch von anderen verursacht, kann rechtlich gesehen durchaus ein Anspruch auf Schmerzensgeld bestehen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist § 253 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). In diesem ist definiert, dass ein sogenannter immaterieller Schaden, der einer Person durch andere zugefügt wurde, durch einen Schadenersatz in Form von Geld entschädigt werden kann.

(1) Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann Entschädigung in Geld nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen gefordert werden.
(2) Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Demnach können Verletzungen wie ein Jochbeinbruch Schmerzensgeld begründen, wenn sie durch andere fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurden. Dies soll einen Ausgleich für die erlittenen Schmerzen und Verletzungen darstellen und auch eine Genugtuungsfunktion erfüllen.

Besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld, muss dieser beim Schädiger oder dessen Versicherung geltend gemacht werden. Dies kann mit oder ohne Unterstützung eines Anwalts geschehen.

Wie hoch kann bei einem Jochbeinbruch das Schmerzensgeld ausfallen?

Möchten Betroffene bei einem Jochbeinbruch Schmerzensgeld geltend machen, stellt sich oft die Frage, wie viel verlangt werden darf und welche Summe als angemessen gilt. Dies kann jedoch pauschal gar nicht so beantwortet werden.

Jochbeinfraktur: Das Schmerzensgeld wird auf Grundlage der jeweiligen Umstände ermittelt.

Jochbeinfraktur: Das Schmerzensgeld wird auf Grundlage der jeweiligen Umstände ermittelt.

Die Höhe von einem Schmerzensgeld hängt immer vom Einzelfall und den jeweiligen Umständen ab. So spielen beispielsweise die Schwere der Verletzung, Verdienstausfälle, die Dauer der Behandlung oder auch eventuelle Folgeschäden eine große Rolle, wenn es darum geht, bei einem Jochbeinbruch ein angemessenes Schmerzensgeld zu ermitteln.

Haben Betroffene Zweifel, wie sie ihren Anspruch geltend machen können oder weigert sich die gegnerische Seite zu zahlen beziehungsweise bietet einen unangemessen scheinenden Betrag an, ist es ratsam, sich an einen Anwalt zu wenden. Dieser kann versuchen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen oder den Geschädigten dann vor Gericht vertreten, sollte es zu einer Verhandlung kommen.

Um einen Überblick über mögliche Summen bei einem Jochbeinbruch zu erhalten, können Schmerzensgeldtabellen herangezogen werden. Diese enthalten Urteile, die als Orientierungshilfe dienen können. Auch Anwälte und Richter nutzen durchaus diese Tabellen, um eine Grundlage für Verhandlungen und Entscheidungen zu haben.

Nachfolgend sind einige Urteile zu einem beim Jochbeinbruch möglichen Schmerzensgeld aufgeführt, die als Beispiel dienen können:

VerletzungSummeGericht, Jahr, Aktenzeichen
Kiefer- und Jochbeinfraktur3.000 EUROLG Celle, 1986, 5 U 244/85
Jochbeinfraktur, Zahnverlust, Prellungen2.100 EURAG Bensheim, 1994, 6 C 956/93
Jochbeinfraktur, Schädelfraktur1.000 EUROLG Hamm, 1990, 2 U 240/89
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