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§ 57c StVZO (Geschwindigkeitsbegrenzer)

Drosselung durch Geschwindigkeitsbegrenzer

In Paragraph 57c der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) werden Vorschriften für die Drosselung von Fahrzeugen genannt. Doch was ist eine Geschwindigkeitsregelanlage? Für welche Fahrzeuge sind die Geschwindigkeitsbegrenzer Pflicht? Und welche Strafen können bei Manipulationen oder beim Ausbau der Geschwindigkeitsbegrenzer bei Lkw, Wohnmobil und Kraftomnibus drohen?

Bußgeldtabelle zu § 57c StVZO

TBNRTatbestandStrafe (€)Punkte
357600Sie führten den KOM/ den Lkw/ die Zugmaschine/ die Sattelzug­maschine mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, obwohl das Fahrzeug nicht mit dem vorge­schriebenen Geschwindigkeits­begrenzer ausgerüstet war.1001
357601Sie führten den KOM mit Fahrgästen/ kennzeichnungs­pflichtigen Lkw mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, obwohl das Fahrzeug nicht mit dem vorge­schriebenen Geschwindigkeits­begrenzer ausgerüstet war.1501
357602Sie führten die kennzeichnungs­pflichtige Zugmaschine/ Sattelzug­maschine mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, obwohl das Fahrzeug nicht mit dem vorge­schriebenen Geschwindigkeits­begrenzer ausgerüstet war.1501
357603Sie führten den KOM/ den Lkw/ die Zug­maschine/ die Sattelzug­maschine mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t mit einem auf eine unzulässige Geschwindigkeit eingestellten Geschwindigkeits­begrenzer.1001
357604Sie führten den KOM mit Fahr­gästen/ kennzeichnungs­pflichtigen Lkw mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t mit einem auf eine unzulässige Geschwindigkeit eingestellten Geschwindigkeits­begrenzer.1501
357605Sie führten die kennzeichnungs­pflichtige Zugmaschine/ Sattelzug­maschine mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t mit einem auf eine unzulässige Geschwindigkeit eingestellten Geschwindigkeits­begrenzer.1501
357606Sie führten den KOM/den Lkw/ die Zugmaschine/ die Sattelzug­maschine mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, ohne den Geschwindigkeits­begrenzer zu benutzen.1001
357607Sie führten den KOM mit Fahrgästen/ kennzeichnungs­pflichtigen Lkw mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, ohne den Geschwindigkeits­begrenzer zu benutzen.1501
357608Sie führten die kennzeichnungs­pflichtige Zugmaschine/ Sattelzug­maschine mit gefährlichen Gütern mit einem zulässigen Gesamt­gewicht von mehr als 3,5 t, ohne den Geschwindigkeits­begrenzer zu benutzen.1501

Bußgeldtabelle zu § 57d StVZO

TBNRTatbestandStrafe (€)
357100Sie unterließen es als Halter des Fahrzeuges, den Geschwindigkeitsbegrenzern in den vorgeschriebenen Fällen prüfen zu lassen.Der Termin für diese Prüfung war noch nicht 1 Monat überschritten.25
357106Sie führten das Fahrzeug keine Bescheinigung über die Prüfung des vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzers mit oder händigten diese auf Verlangen nicht aus.10
357618Sie unterließen es als Halter des Fahrzeuges, den Geschwindigkeitsbegrenzern in den vorgeschriebenen Fällen prüfen zu lassen.Der Termin für diese Prüfung war noch nicht 1 Monat überschritten.40

Generell gilt die Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw, Sattelzüge und Kraftomnibusse, deren zulässiges Gesamtgewicht (zGG) bei mehr als 3,5 Tonnen liegt. Wohnmobile, Pkw und andere Fahrzeuge müssen nicht mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet sein.

Bei Lkw, Kraftomnibus und Co. sind Geschwindigkeitsbegrenzer zur Drosselung erforderlich.
Bei Lkw, Kraftomnibus und Co. sind Geschwindigkeitsbegrenzer zur Drosselung erforderlich.

Lastkraftwagen, Sattelzüge und Wohnmobile sind bauartbedingt durchaus in der Lage, wesentlich schneller zu fahren, als die Vorschriften es ihnen erlauben. Doch die Richtlinien zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit von Lastkraftwagen, Kraftomnibussen und Co. sind streng.

Sie dürfen in Deutschland nicht schneller als 100 km/h fahren – beladen und bei Fahrzeugen mit Anhänger liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 80 km/h, sofern keine Sondergenehmigung ein Tempo von bis zu 90 oder 100 km/h zulässt.

Damit sich die Fahrer an diese Vorgaben halten, müssen in der EU alle Lastkraftwagen und Sattelzüge mit einer sogenannten Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet sein, um zugelassen zu werden. Durch diese Vorrichtung werden die Fahrzeuge gedrosselt – die Geschwindgkeit also begrenzt – indem Einfluss auf die Leistung vom Motor genommen wird.

Doch die automatische Geschwindigkeitsbegrenzung ist nicht nur bei Lkw und Co. möglich. Sie können einen Geschwindigkeitsbegrenzer ebenfalls in Pkw einbauen, doch gedrosselte Autos sind eher selten zu finden und eine Bestimmung, die dies zur Vorschrift machen würde, existiert auch nicht.

Den Geschwindigkeitsbegrenzer am Lkw zu überbrücken, auszubauen oder anderweitig zu manipulieren, ist nicht zulässig und kann strenge Strafen nach sich ziehen. Wenn Sie die elektronicshe Geschwindigkeitsbegrenzung aufheben – auf welchem Wege auch immer – können die Behörden im Falle der Feststellung Bußgelder in Höhe von bis zu 150 Euro veranschlagt werden. Hinzu käme in jedem Falle auch noch ein Punkt in Flensburg.
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