Der Führerschein Klasse B: freie Fahrt für Fahranfänger

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Ein kleines Dokument, das große Verantwortung mitbringt

Die Fahrerlaubnis der Klasse B ist oft die erste, die Straßenverkehrsteilnehmer bekommen.

Die Fahrerlaubnis der Klasse B ist oft die erste, die Straßenverkehrsteilnehmer bekommen.

Der Führerschein der Klasse B, auch bekannt als PKW-Führerschein, bescheinigt vielen Heranwachsenden die allererste Fahrerlaubnis. Von jetzt auf gleich müssen nicht mehr die Eltern oder Geschwister angerufen werden, wenn die Party vorbei ist und der Nachhauseweg bevorsteht – auch wenn der Fahranfänger in den ersten zwei Jahren nach der Erteilung keinen Tropfen Alkohol trinken darf.

Mit der neu gewonnenen Freiheit geht eine große Verantwortung einher. Schließlich sind die Straßen, vor allem in der Stadt, nur selten leer und somit ist auf andere Straßenverkehrsteilnehmer und sich selbst stets Acht zu geben. Der Weg bis hin zur Fahrerlaubnis kann ganz unterschiedlich aussehen. In diesem Ratgeber lesen Sie, wie Sie ihn beschreiten können.

Auf der Schulbank und hinterm Steuer zum Autoführerschein: So läuft die Fahrschule ab

Wer den Führerschein für das Auto erlangen möchte, muss zunächst die wichtigsten Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) lernen. Diese werden im Theorieunterricht neben weiteren Inhalten vermittelt. Er besteht unter anderem aus folgenden Lehreinheiten:

Wer den Führerschein fürs Auto bekommen möchte, muss zur Fahrschule.

Wer den Führerschein fürs Auto bekommen möchte, muss zur Fahrschule.

  • Persönliche Voraussetzungen
  • Regelungen zur Vorfahrt
  • Geschwindigkeit und umweltfreundliche Fahrweise
  • Verhalten des Fahrers in besonderen Situationen
  • Folgen von Verstößen (Bußgeld, Fahrverbot, Punkte in Flensburg)

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass jede Fahrschule den Unterricht anders gestalten kann, er aber oft einem ähnlichen Schema folgt.

Der Unterricht ist zumeist in Module gegliedert, die ein oder zwei Mal wöchentlich stattfinden. Der Grundstoff wird in mindestens zwölf Doppelstunden angeboten, also 90 min pro Lehreinheit. Das heißt, dass Sie den Theorieunterricht für den Führerschein Klasse B in eineinhalb Monaten abarbeiten können, wenn dieser zwei Mal in der Woche stattfindet und Sie diesen kein einziges Mal versäumen. Haben Sie alle Theorie-Module für den Führerschein der Klasse B besucht, können Sie die theoretische Prüfung ablegen. Sie dürfen sich natürlich noch Zeit zum Lernen nehmen und sich erst dann zur Prüfung vorstellen, wenn Sie sich dazu bereit fühlen.

Da Theorie und Praxis ineinandergreifen, bietet es sich an, bereits nach einigen Theoriestunden mit der Fahrpraxis zu beginnen, um die Inhalte aus dem Unterricht auf der Straße anzuwenden. Keine Angst – der Fahrlehrer kann jederzeit auf die Bremse treten und viele Autofahrer nehmen Rücksicht auf gekennzeichnete Fahrschulautos.

Mit der Nase in den Büchern – oder vor dem Smartphone

Viele Fahrschulen für den Führerschein der Klasse B und andere Fahrerlaubnisklassen arbeiten mit den guten alten Fahrschulbüchern. Hier können sich die Fahrschüler Notizen und Markierungen machen, Klebezettel einfügen und das Buch überall mit hinnehmen (ähnlich wie in der Schule bleiben oft wiederholte Inhalte meist besser hängen).

Aber auch moderne Technik wird immer beliebter. So gibt es etwa für die Führerscheinklasse B eigene Apps, in denen sogar eine Fahrprüfung simuliert werden kann. Dies ist besonders praktisch, da seit 2014 auch Videofragen in der Theorieprüfung der Klasse B gestellt werden. In diesen wird eine bestimmte Situation simuliert, bei der Sie dann zum Beispiel angeben müssen, wer Vorfahrt hat.

Hinterm Steuer

Nachdem der Fahrschüler für den Führerschein der Klasse B die grundlegenden Kenntnisse über das Fahren erlangt hat (Schalten, Schleifpunkt finden, Spur halten), interessiert ihn sicher, wie viele Fahrstunden er denn mindestens ableisten muss, bis er die praktische Prüfung ablegen darf. Für den B-Führerschein gibt es in Bezug auf die Pflichtstunden allerdings nur Vorgaben für die Sonderfahrten. Es müssen insgesamt 12 Sonderfahrstunden abgeleistet werden. Das sind:

Der PKW-Führerschein bedeutet für viele junge Erwachsene neue Freiheit.

Der PKW-Führerschein bedeutet für viele junge Erwachsene neue Freiheit.

  • Drei Fahrstunden bei Dämmerung bzw. in der Dunkelheit (Tipp: Im Winter wird es früher dunkel),
  • Fünf Fahrstunden über Landstraßen,
  • Und vier Stunden geht es auf die Autobahn.

Eine Fahrstunde beträgt in der Regel 45 min. Und da es gerade am Anfang für Fahrschüler einige Zeit benötigen kann bis das Auto tatsächlich auf der Straße fährt, bieten die allermeisten Fahrschulen immer gleich zwei Fahrstunden am Stück an, sodass eine Fahreinheit dann bei 90 min liegt.

Die Anzahl der benötigten Fahrstunden gestaltet sich bei jedem Schüler anders. Einige lernen schnell und es reichen Ihnen acht Doppelstunden aus, um den Führerschein der Klasse B zu bestehen. Andere wollen sich beispielsweise ganz sicher fühlen und nehmen lieber einige Stunden mehr.

Das Wichtigste ist, dass Sie sich gut vorbereitet fühlen und dementsprechend mit einem sicheren Gefühl in die Prüfung gehen. Es ist keine Schande, lieber noch eine oder zwei Stunden zu nehmen. So sparen Sie sich unter Umständen doppelte Kosten für eine erneute Vorstellung zur praktischen Prüfung, nachdem Sie die erste nicht bestanden haben.

Der Führerschein der Klasse B: Der Test in der Fahrschule gestaltet sich folgendermaßen

Der Führerscheintest für die Klasse B ist in zwei Teile gegliedert: Theorie und Praxis.

Der Fragebogen beim Klasse B-Führerschein-Test besteht aus 30 Fragen.

Der Fragebogen beim Klasse B-Führerschein-Test besteht aus 30 Fragen.

Dementsprechend müssen Sie auch zwei Prüfungen ablegen. Im theoretischen Test müssen Sie 30 Fragen aus einem umfassenden Fragenkatalog beantworten. Bei maximal zehn Fehlerpunkten gilt die Prüfung als bestanden. Das ist allerdings nicht der Fall, wenn Sie zwei Fragen falsch beantwortet haben, die je fünf Fehlerpunkte nach sich ziehen (das sind meist Fragen zur Vorfahrt).

In der praktischen Prüfung für den Führerschein der Klasse B müssen Sie sich hinters Steuer setzen. Auf dem Beifahrersitz nimmt wie gewohnt der Fahrlehrer Platz. Auf der Rückbank sitzt der Prüfer, der Sie über den Rückspiegel genau im Blick hat. Über diesen kann er etwa Ihre Verkehrsbeobachtung überprüfen. Am Anfang oder Ende der Prüfung müssen Sie die Sicherheit Ihres Fahrzeugs testen und etwa erklären oder zeigen, wie Sie den Stand des Motoröls herausfinden oder das Warnblinklicht einschalten.

Tipp: Einige Prüfer stellen Ihre Schüler für den Führerschein der Klasse B auf die Probe, indem Sie nach der Prüfungsfahrt den Stand des Motoröls wissen wollen. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Der Motorölstand lässt sich nur bei kaltem Motor, also vor der Fahrt ablesen!

Bei der Prüfungsfahrt müssen Sie drei Grundfahraufgaben bestehen. Dazu kann bspw. eine Gefahrenbremsung oder rückwärts Einparken gehören. Wenn Sie alles bestanden haben, bekommen Sie die entsprechende Bescheinigung und dürfen sofort losfahren.

Was kostet ein Führerschein der Klasse B?

Führerschein Klasse B: Die Kosten können je nach Fahrschule und Region variieren.

Führerschein Klasse B: Die Kosten können je nach Fahrschule und Region variieren.

Die Preise für Grundfahr- und Pflichtstunden bestimmen beim Führerschein der Klasse B maßgeblich die Kosten. Diese variieren von Fahrschule zu Fahrschule. In einigen Lehrstätten wird zudem beispielsweise der Theorieunterricht etwa günstiger angeboten. Dafür sind dann etwa die Kosten für den Führerschein der B-Klasse in den einzelnen Praxisstunden intensiver.

Weitere Ausgaben entstehen bei den Prüfungsgebühren, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden, beim Sehtest und Erste Hilfe-Kurs, die oft zusammen angeboten werden. Alles in allem sollten Sie beim Führerschein der Klasse B Kosten zwischen 1500 und etwa 2000 Euro einplanen.

Führerschein Klasse B: Was darf ich damit fahren?

Richtig ist, dass Sie mit dem Führerschein der Klasse B nicht nur Auto fahren dürfen. Auch Quads und leichte Krafträder bis zu 50 ccm Hubraum dürfen mit dieser Fahrerlaubnis geführt werden, wenn diese bedingt durch ihre Bauart nicht schneller als 45 km/h sind. Aber welchen Anhänger darf ich mit Klasse B fahren?

Mit dem Führerschein der Klasse B dürfen Sie Anhänger fahren, die:

  • Maximal 750 kg wiegen oder
  • Mehr als 750 kg wiegen, wenn das Gespann nicht schwerer als 3,5 Tonnen ist.

FAQ: Führerscheinklasse B

Was kostet ein Führerschein der B-Klasse?

Wie viel ein Führerschein kostet, hängt u. a. von der jeweiligen Fahrschule ab: Wie teuer ist eine Fahrstunde? Wie viele Stunden benötige ich? Und was kostet es, mich für die Prüfung vorzustellen (Unterschiede je nach Bundesland)? Die Spanne beginnt bei etwa 1300 € und ist nach oben hin offen.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. In der Theorie-Prüfung werden 30 Fragen aus einem großen Fragenkatalog gestellt. Im praktischen Teil muss der Fahrschüler etwa 45 min sein Können beim Autofahren zeigen.

Gibt es Pflichtfahrstunden?

Es gibt 12 Sonderfahrstunden, die abgeleistet werden müssen. Diese sind zum Teil kombinierbar. Bis die Sonderfahrten gemacht werden können, bedarf es einiger Grundfahrstunden. Eine Stunde dauert 45 min. Jeder Fahrschüler lernt unterschiedlich schnell: Einige benötigen nur 8 bis 10 Doppelstunden, andere hingegen 15 bis. Hierbei kommt es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf sicheres Fahren an.

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