Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben: Das Ende des Tempolimits

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Streitfrage unter Autofahrern

Wie wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland aufgehoben?

Wie wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland aufgehoben?

Wie schnell wir auf einem bestimmten Streckenabschnitt mit einem Kfz unterwegs sein dürfen, ist gemäß Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) genau vorgeschrieben. Möglich ist dies zum einen durch die gesetzlichen Vorgaben, die allgemeine Tempolimits definieren, und zum anderen durch Verkehrszeichen, die standortortspezifische Vorschriften ermöglichen. Dabei wird unter Autofahrern gerne diskutiert, wie lange eine durch ein Schild angeordnete Höchstgeschwindigkeit gilt bzw. wann eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird.

Doch welche Umstände können dazu führen, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird? Ist dies nur durch ein Verkehrsschild möglich? Oder gelten zum Beispiel besondere Vorschriften, wann bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung an einer Baustelle die Aufhebung erfolgt? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

Wann endet eine Geschwindigkeitsbeschränkung?

Viele Autofahrer sind der Meinung, dass durch eine Kreuzung, eine Einmündung oder eine Autobahnauffahrt eine bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird und daher ein weiteres Verkehrszeichen notwendig ist, um das Tempolimit aufrecht zu erhalten. Anderenfalls könnten die aufgefahrenen Fahrzeugführer ja nichts von der Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit wissen. Hierbei handelt es sich allerdings um einen verbreiteten Irrglauben.

Dieses Verkehrszeichen kann das Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung markieren.

Dieses Verkehrszeichen kann das Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung markieren.

Denn in der Regel gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung nur als aufgehoben, wenn ein Schild dies kennzeichnet. Möglich ist dies zum Beispiel durch das Zeichen 278. Hierbei handelt es sich um ein weißes, rundes Schild, welches eine graue Zahl zeigt, die diagonal von mehreren schwarzen Linien durchgestrichen ist. Die Zahl gibt dabei die bis zu diesem Ort geltende Höchstgeschwindigkeit an.

Ebenso hebt auch eine Ortstafel eine bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf. Darüber hinaus können Sie auch durch Ihr eigenes Fahrverhalten einem Tempolimit entgehen. Denn wenn Sie die entsprechende Strecke verlassen, gilt ggf. eine andere Vorgabe zur Geschwindigkeit.

Zwar sollten nach einer Einmündung oder Autobahnauffahrt Verkehrszeichen über das geltende Tempolimit informieren, in der Realität ist dies aber nicht immer der Fall. Daher sollten Autofahrer unbedingt auf die nachfolgenden Schilder achten. Zudem kann es sinnvoll sein, sich bei der Geschwindigkeit an den anderen Verkehrsteilnehmern zu orientieren.

Autofahrer dürfen also nach einer Kreuzung nicht generell davon ausgehen, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben ist, nur weil kein Schild vorhanden ist. Kommt es aus diesem Grund zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung, drohen daher trotzdem Sanktionen. Zu dieser Einschätzung kam auch das Oberlandesgericht Hamm am 05. Juli 2001 (Az. 2 Ss OWi 524/01). Dies gilt insbesondere für ortsansässige Personen, die Kenntnis über die herrschenden Regeln haben.

Lasst sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auch schildlos aufheben?

StVO zur Geschwindigkeitsbegrenzung: Die Aufhebung erfolgt nach der Gefahrenstelle in der Regel ohne ein Schild.

StVO zur Geschwindigkeitsbegrenzung: Die Aufhebung erfolgt nach der Gefahrenstelle in der Regel ohne ein Schild.

Es zeigt sich also, dass in der Regel ein entsprechendes Verkehrszeichen notwendig ist, damit eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird. Allerdings sieht der Gesetzgeber auch Ausnahmen vor, bei denen ein Schild unnötig ist.

Dies ist zum Beispiel gegeben, wenn die Beschränkung im Zusammenhang mit einer Gefahrenstelle – wie etwa einer scharfen Kurve oder einer Baustelle – besteht. Gleiches gilt, wenn ein Zusatzzeichen das Tempolimit nur für eine konkrete Strecke anordnet. Denn in einem solchen Fall muss das Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung gemäß StVO nicht gekennzeichnet werden. Dies ergibt sich aus Anlage 2 Abschnitt 7 lfd. Nr. 55 StVO:

Das Ende einer streckenbezogenen Geschwindigkeitsbeschränkung oder eines Überholverbots ist nicht gekennzeichnet, wenn das Verbot nur für eine kurze Strecke gilt und auf einem Zusatzzeichen die Länge des Verbots angegeben ist. Es ist auch nicht gekennzeichnet, wenn das Verbotszeichen zusammen mit einem Gefahrzeichen angebracht ist und sich aus der Örtlichkeit zweifelsfrei ergibt, von wo an die angezeigte Gefahr nicht mehr besteht.

Demnach gilt bei Gefahrenstellen die Geschwindigkeitsbegrenzung als aufgehoben, wenn die jeweilige Gefahr nicht mehr besteht. Gerade nach einer Baustelle sollte Autofahrer aber dennoch nicht sofort Vollgas geben. Denn nicht immer lässt sich einschätzen, ob diese zum Beispiel aus verschiedenen Teilstücken besteht und einige Meter weiter noch Straßenausbesserungen durchgeführt werden.

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