Motorradunfall ohne Helm – Lebensgefahr für Biker!

Biker sind bei einem Unfall besonders gefährdet

Motorradunfall ohne Helm: Missachtung der Helmpflicht kann tödlich enden.

Motorradunfall ohne Helm: Missachtung der Helmpflicht kann tödlich enden.

Die Fahrer von motorisierten Krafträdern sind Umwelteinflüssen und äußerer Krafteinwirkung fast ungeschützt ausgesetzt. Keine Karosserie bewahrt sie im Falle einer Kollision vor schweren Verletzungen. Aus diesem Grund bedarf es gerade auf dem Motorrad zusätzlicher Schutzausrüstungen, von denen einige auch gesetzlich vorgeschrieben sind.

Am wichtigsten für alle Roller-, Krad- und Motorradfahrer ist der Helm. Dieser schützt bei einem Sturz oder Unfall mit dem Motorrad den besonders empfindlichen Kopf- und Nackenbereich vor schwersten Schädigungen. Seit Einführung der Helmpflicht im Jahre 1976 ist die Zahl der tödlich verunglückten Biker um ein Vielfaches zurückgegangen. Doch noch immer fährt der ein oder andere Motorradfahrer ohne diese lebenswichtige Schutzeinrichtung. Wenn es dann zu einem Motorradunfall ohne Helm kommt, sind die Konsequenzen meist ernst. Aber selbst, wenn der Zusammenstoß mit dem Motorrad glimpflich verläuft, kann die Versicherung Ärger machen. Erfahren Sie im Folgenden mehr zum Thema.

Was macht einen Unfall ohne Helm so gefährlich?

Statistisch gesehen zählen Biker mit zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern. Im Jahre 2015 starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt 639 Kraftradfahrer bei Verkehrsunfällen. Im gleichen Zeitraum waren es zwar mehr Pkw-Insassen (1.620). In Relation zu der Anzahl an Unfällen insgesamt, bei denen die jeweiligen Verkehrsteilnehmer involviert waren, ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall im Pkw umzukommen, wesentlich geringer, als bei einem Motorradunfall – mit oder ohne Helm.

Im Jahr 2015 registrierte die Polizei insgesamt 378.156 Pkw-Unfälle und 45.807 Unfälle mit einem Motorrad. Unter Berücksichtigung der jeweils in diesem Jahr umgekommenen Verkehrsteilnehmer liegt die Sterberate bei den Unfällen mit einem motorisierten Zweirad bei 1,4 % – bei Pkw-Schadensfällen bei 0,4 %.

Die statistische Wahrscheinlichkeit tödlicher Konsequenzen nach einem Motorradunfall steigt noch weiter, wenn ohne Helm gefahren wird.

Kopf- und Nackenverletzungen enden schnell tödlich!

Unfall: Ohne Helm ist der besonders empfindliche Nacken- und Kopfbereich stark gefährdet.

Unfall: Ohne Helm ist der besonders empfindliche Nacken- und Kopfbereich stark gefährdet.

Gerade der Kopf- und Nackenbereich reagiert besonders empfindlich auf äußerliche Krafteinwirkung. Schon bei einem kleinen Auffahrunfall mit dem Pkw ist ein Schleudertrauma durch das Überstrecken des Kopfes keine Seltenheit. Während die Fahrzeuginsassen aber durch die Gurtsysteme zurückgehalten werden, haben Motorradfahrer diese Schutzeinrichtung nicht.

Kommt es mit dem Motorrad zu einem Unfall, stürzt der Fahrer fast unweigerlich von der Maschine auf die Straße. Schlägt der Kopf dann auf den Asphalt, sind nicht nur schwere Hirn-, sondern auch akute Wirbelsäulenverletzungen möglich durch die Krafteinwirkung auf den Halswirbelbereich. Schon ein leichterer Aufprall kann Hirnschwellungen und Wirbelbrüche bewirken.

Das Gehirn als Steuerorgan und das Rückenmark als “Stromleitung” sind für das Überleben des Menschen unabdingbar. Eine Verletzung kann zu lebenslangen Einschränkungen, Querschnittlähmung oder gar zum Tod führen.

Der Motorradhelm soll vor schlimmsten Schäden im Falle eines Crashs bewahren. Nun sind die Helme nicht immer bequem und schränken das Gesichtsfeld ein wenig ein. Und auch auf nur kurzen Strecken verzichtet der ein oder andere Biker dann gern auf den sperrigen Kopfschutz. Kommt es dann zum Unfall ohne Helm, können schwerste Verletzungen die Folge sein.

Darüber hinaus schützt der Motorradhelm auch die Sicht des Fahrers. Umherfliegende Insekten, Rollsplitt oder Regen können durch das Visier abgefangen werden, sodass der Fahrer dennoch freie Sicht auf das Verkehrsgeschehen hat. Die Bedeutung des Motorradhelms ist also in vielerlei Hinsicht nicht zu unterschätzen, soll er die Fahrer auf dem Motorrad doch vor allem vor Schäden bewahren und das Fehlen der schützenden Karosserie ein wenig kompensieren.

Motorradunfall ohne Helm – Zahlt die Versicherung?

Kommt es zu einem Motorradunfall ohne Helm, besteht schnell Lebensgefahr.

Kommt es zu einem Motorradunfall ohne Helm, besteht schnell Lebensgefahr.

Kommt es zu einem Unfall ohne Helm, kann dies auch bei der Schadensregulierung Konsequenzen haben – sowohl bei gesundheitlichen wie auch materiellen Schäden. Auch wenn der Biker nicht Verursacher des erlittenen Unfalls war, kann ihm aufgrund des fehlenden Kopfschutzes ein Mitverschulden gegen sich selbst zugesprochen werden.

Da der Motorradunfall ohne Helm wahrscheinlich schlimmer ausging, als es bei Nachkommen der Helmpflicht der Fall gewesen wäre, können Schmerzensgeldforderungen oder Schadens­ersatzansprüche entsprechend herabgesetzt werden.

Da der Biker bei einem Unfall ohne Helm auch gegen die nach § 21a Absatz 2 Straßenverkehrs-Ordnung geltende Helmpflicht verstoßen hat, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Hierfür können zusätzlich 15 Euro Verwarngeld für den Verkehrssünder drohen.
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