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Schreckschusswaffe: Ist das Waffengesetz hier relevant?

Schreckschusswaffen sind in Deutschland weit verbreitet

Eine Schreckschusswaffe sieht echten Schusswaffen sehr ähnlich, verschießt jedoch keine Projektile.
Eine Schreckschusswaffe sieht echten Schusswaffen sehr ähnlich, verschießt jedoch keine Projektile.
Eine Schreckschusswaffe wird in Deutschland von vielen meist nicht als echte Waffe angesehen, da keine Projektile verschossen werden. Doch das Waffengesetz ist für Schreckschusswaffen eindeutig, auch diese werden als Waffen definiert.

Eine solche Pistole oder auch Revolver soll in den meisten Fällen zum Schutz oder zur Selbstverteidigung angeschafft werden, doch den wenigsten ist bekannt, welche waffenrechtlichen Voraussetzungen für den Erwerb oder das Führen dieser Waffen notwendig sind.

Wann ist das Führen einer Schreckschusswaffe erlaubt? Ist der Besitz einer Schreckschusspistole immer legal? Muss ein Waffenschein vorliegen oder gibt es auch freie Schreckschusswaffen? Diese und weitere Fragen beleuchtet der nachfolgende Ratgeber näher.

Was ist eine Schreckschusswaffe?

Üblicherweise ist eine Schreckschusswaffe eine Nachbildung von Schusswaffen wie Revolvern oder Pistolen, die keine Projektile verschießt, sondern mit Reizgas oder Kartuschenmunition funktioniert. Diese Waffen unterscheiden sich im Aussehen oft nur minimal von denen, die echte Munition benutzen. Der Aufbau einer Schreckschusswaffe verhindert jedoch, dass Projektile der jeweiligen Munition aus dem Lauf verschossen werden können.

Auch pyrotechnische Munition wie Leuchtraketen oder Patronen mit einem Blitzknallsatz können mit einer Schreckschusspistole bzw. einem Schreckschussgewehr verwendet werden. Allerdings muss bei einigen Arten dieser Munition beachtet werden, dass diese nicht frei verkäuflich sind und ein Munitionserwerbschein vorliegen muss.

Am bekanntesten dürfte die Schreckschusswaffe im Zusammenhang mit Platzpatronen sein. Diese Munition erzeugt einen lauten Knall. Ziel der Nutzung ist hier, einen Schreck bzw. eine Abschreckung durch das plötzliche Geräusch (den Schreckschuss) sowie durch das Aussehen der Schreckschusswaffe zu erzeugen.

Wie funktioniert eine Schreckschusspistole eigentlich?

Zum Führen einer Schreckschusspistole ist ein Waffenschein notwendig. In diesem Fall ein kleiner.
Zum Führen einer Schreckschusspistole ist ein Waffenschein notwendig. In diesem Fall ein kleiner.
Sowohl Platzpatronen als auch die Reizgasmunition verursachen, wie erwähnt, beim Abfeuern einen lauten Knall. Letztere verschießen dabei auch das Gas. Diese Wirkungsweise ist dem des Pfeffersprays ähnlich.

Bei der Reizgasmunition für eine Schreckschusswaffe wird üblicherweise zwischen drei Arten unterschieden. Hier gibt es CN- (Chloracetophenon), CS- (Chlorbenzylidenmalodinitril) und Pfeffer-Reizgaspatronen (Nonivamid). Wie weit das Gas verschossen werden kann, hängt vom Kaliber und der Füllung der Patronen ab. Wie beschrieben, verhindert der Aufbau der Schreckschusswaffe, dass echte Munition benutzt werden kann. Üblicherweise haben die Waffen sogenannte Sollbruchstellen, die einen Umbau zu einer echten Schusswaffe fast unmöglich machen.

Jedoch kann auch die Schreckschussmunition, wenn sie aus nächster Nähe abgefeuert wird, zu erheblichen Verletzungen oder sogar auch zum Tod führen, da die Druckwirkung sehr groß ist. Aus diesem Grund sind Erwerb, Besitz und das Führen von Schreckschusswaffen per Gesetz geregelt.

Ist eine Schreckschusswaffe legal?

Die Frage, die sich viele Interessierte vor dem Kauf einer solchen Waffe stellen, ist meist, ob eine Schreckschusspistole überhaupt erlaubt ist. Hier ist es wichtig zu wissen, dass in Deutschland nur bestimmte Schreckschusswaffen ohne waffenrechtliche Besitzerlaubnis erworben werden können.

Das sogenannte PTB-Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt spielt hier eine bedeutende Rolle. Nur mit diesem Siegel und der Angabe des Kalibers auf dem Verschluss darf eine Schreckschusswaffe frei erworben werden. Fehlt das PTB-Siegel gelten die Waffen als scharf und der Besitz ist nur mit einer Waffenbesitzkarte erlaubt. Liegt diese nicht vor, ist der Besitz illegal und somit strafbar. Das Führen ist nur mit einem großen Waffenschein möglich.

Bei öffentlichen Veranstaltungen ist eine  Schreckschusspistole laut Waffengesetz verboten.
Bei öffentlichen Veranstaltungen ist eine Schreckschusspistole laut Waffengesetz verboten.
Auch für eine Schreckschusswaffe ist das Führen in der Öffentlichkeit, also außerhalb der eigenen Wohnung oder Geschäftsräume, nur mit einem Waffenschein erlaubt. Allerdings ist hier der Erwerb eines kleinen Waffenscheins ausreichend. In Deutschland gibt es per Gesetz keine Schreckschusswaffen, die ohne Waffenschein frei geführt werden dürfen.

Wird die Schreckschusswaffe nur transportiert, muss dies in einem verschlossenen Behältnis stattfinden. Der Transport sowie der reine Erwerb und Besitz ist ab 18 erlaubt.

Das Schießen in der Öffentlichkeit bedarf jedoch auch immer einer Genehmigung durch die zuständige Behörde. Ausnahmen von dieser Pflicht sind im § 12 des Waffengesetzes geregelt. So zählen zum Beispiel Notwehr und Notstand zu diesen Ausnahmen. Das Vertreiben von Vögeln sowie die Verwendung von Signalwaffen bei Rettungsübungen sind demnach ebenfalls gestattet.
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