Anhängelast: Warum muss sie eingehalten werden?

Was ist eine Anhängelast?

Wie können Sie Anhängelast und Zuglast beim Pkw ermitteln?

Wie können Sie Anhängelast und Zuglast beim Pkw ermitteln?

Wer sperrige Gegenstände transportieren oder viel Gepäck auf die Fahrt mitnehmen möchte, dem gibt ein Anhänger dazu die Möglichkeit. Allerdings dürfen Sie einen solchen aus Sicherheitsgründen nicht unbegrenzt schwer beladen. Es ist nämlich gesetzlich geregelt, wie viel Gewicht das jeweilige Zugfahrzeug ziehen darf.

Die Anhängelast gibt die tatsächliche Gesamtmasse eines Anhängers an. Kraftfahrer, die einen Anhänger nutzen wollen, um ihre Habseligkeiten von A nach B zu fahren, sollten sich vorab darüber informieren, welche Anhängelast sie ziehen dürfen. Immerhin gilt: Die zulässige Anhängelast darf nicht überschritten werden.

Wo finden Sie die Anhängelast für Ihr Fahrzeug?

Lkw dürfen eine Anhängelast von über 3,5 t ziehen. Wie ist dies beim Pkw?

Lkw dürfen eine Anhängelast von über 3,5 t ziehen. Wie ist dies beim Pkw?

Wie schwer der Anhänger beladen werden darf, ist natürlich auch von dem jeweiligen Fahrzeugtyp abhängig. Die zulässige Anhängelast für einen Pkw wäre deutlich geringer als bspw. bei einem Lkw.

Doch auch innerhalb derselben Fahrzeugklasse gibt es Unterschiede, weil Gewicht und Kraft der Kraftfahrzeuge variiert. So kann ein schwerer Wagen einem rollenden Hänger mehr entgegensetzen als ein leichter. Als Fahrer sollten Sie sich vor dem Fahrtantritt versichern, dass es zu keiner Überladung des Anhängers gekommen ist, um unliebsame Überraschungen bei einer möglichen Kontrolle zu vermeiden.

Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1, vielen besser bekannt als Fahrzeugschein, kann Ihnen diesbezüglich Klarheit verschaffen. Unter den Punkten O.1 und O.2 finden Sie die technisch zulässige Anhängelast von gebremsten und von ungebremsten Anhängern. Wer noch einen alten Fahrzeugschein besitzt, wird hingegen in Feld 28 und 29 fündig.

Vielleicht wundern Sie sich über die stark voneinander abweichenden Werte. Aber es macht natürlich einen Unterschied, ob die Anhängelast gebremst oder ungebremst ist. Ein Anhänger, der über eine eigene Bremse verfügt, kann stets schwerer ausfallen, als ein ungebremster. Hier muss nämlich das Zugfahrzeug allein das Gespann abbremsen können – eine Aufgabe, die nur bei leichterer Beladung erfüllt werden kann. Ein schwerer Hänger würde das Zugfahrzeug durch die Masse einfach weiterschieben.

Der Wert, den die Hersteller angeben, wird dabei als verbindliche maximale Anhängelast bezeichnet. Er garantiert, dass Sie den Anhänger bis zu diesem Gewicht beladen können, ohne dass das Zugfahrzeug dabei Schaden nimmt.

Wie groß ist die Anhängelast für das Auto laut StVZO?

Max. Anhängelast für den Pkw überschritten: Welche Konsequenzen hat dies?

Max. Anhängelast für den Pkw überschritten: Welche Konsequenzen hat dies?

Die Maximalwerte der Anhängelast für Lkw, Pkw, Krafträder und Geländewagen sind in § 42 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) definiert, um die Risiken durch zu schwere Anhänger im Vorfeld einzudämmen. Wer sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben zur Anhängelast hält, für den kann es teuer werden.

Doch wie hoch darf beim Pkw die Anhängelast laut Gesetzeslage nun sein? Wie sich bereits angedeutet hat, hängt die Antwort maßgeblich von der Art des Anhängers ab. Handelt es sich um einen gebremsten Anhänger, darf dieser nicht schwerer sein als das ziehende Kfz oder er muss unter dem Gewicht von 3.500 Kilogramm bleiben.

Etwas komplizierter sieht es bei ungebremsten einachsigen Hängern aus. Hier wird die maximale Anhängelast für den Pkw ermittelt, indem das Leergewicht des Fahrzeugs mit 75 Kilogramm addiert wird. Diese Summe wird anschließend noch halbiert. Auf diese Weise können Sie für Ihr Auto die ungebremste Anhängelast berechnen. Generell gilt zudem, dass die Grenze von 750 Kilogramm nicht überschritten werden darf.

Auch wenn Sie diese Beschränkungen einhalten, sind Sie keineswegs vor Ärger gefeit, denn andere Faktoren können die erlaubte Anhängelast herabsetzen. Fahren Sie bspw. ein Auto mit schwachem Motor, kann dieser unter Umständen einer derartigen Belastung nicht auf Dauer standhalten.

Deshalb sind die Herstellerangaben zur zulässigen Anhängelast, die Sie in der Zulassungsbescheinigung finden, zu beachten. Auch die Anhängerkupplung muss zudem für das Ziehen der entsprechenden Masse geeignet sein. Welche Zugkraft die Anhängerkupplung verträgt, gibt die Dauerfestigkeit, der sogenannte D-Wert, an.

Bedenken Sie, dass Sie mit dem Pkw nur einen Anhänger ziehen dürfen. Auch wenn die zulässige Anhängelast einen zweiten möglich machen würde, ist das Ziehen eines solches Gespanns lediglich Lastkraftwagen vorbehalten.

Welche Anhängelast gilt für Transporter und Co.?

Die max. Wohnwagen-Anhängelast ist wie beim Geländewagen mit 3,5 t Anhängelast erreicht.

Die max. Wohnwagen-Anhängelast ist wie beim Geländewagen mit 3,5 t Anhängelast erreicht.

Doch wie hoch ist bei Spezialanhängern die Anhängelast? Für Pferdeanhänger, Wohnmobil oder Bootstrailer gelten dieselben Regelungen wie für andere Transporte mit dem normalen Pkw. Die Gesamtmasse darf 3,5 Tonnen Anhängelast nicht überschreiten.

Um bei einer möglichen Kontrolle keine unangenehme Überraschung zu erleben, sollten Sie vorab prüfen, ob die Anhängelast nicht die Herstellerangaben oder die gesetzlichen Maximalwerte überschreitet. Gegebenenfalls kann es schon reichen, sich ein Zugfahrzeug mit höherer Anhängelast oder eine Anhängelasterhöhung mittels Auflastung vorzunehmen, z. B. eine andere Anhängerkupplung zu besorgen. Bei einem Transporter können Sie die Anhängelast vom Anhänger übrigens erhöhen, wenn Sie ihn als Lkw zulassen.

Wie hoch darf die Anhängelast für einen Geländewagen sein?

Für einen SUV beziehungsweise einen Geländewagen gilt die Anhängelast für gewöhnliche Pkw nicht. Da sie über einen Allradantrieb verfügen und ihre Motoren deutlich leistungsstärker sind, dürfen sie größere Lasten ziehen, ohne dass dies die Verkehrssicherheit beeinträchtigen würde. Laut StVZO ist bei einem Geländewagen mit 3,5 Tonnen die maximale Anhängelast erreicht. Ansonsten gilt: Ein SUV kann das 1,5-fache von seinem zulässigen Gesamtgewicht hinter sich herziehen.

Womöglich reicht der Autoführerschein für solch schwergewichtige Transporte nicht aus, sodass Sie zusätzlich einen BE-Führerschein benötigen. Fahren Sie ein Gespann von mehr als 3,5 Tonnen und ist der Anhänger schwerer als 750 Kilogramm, reicht der Führerschein der Klasse B nicht aus. Sie würden sich im Zweifel des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig machen.

Geschmälert werden diese Maximalwerte zur Anhängelast wie bei dem Pkw eventuell dadurch, dass der Anhänger keine eigene Bremse besitzt, das Fahrzeugmodell nicht für den Transport solcher Lasten ausgelegt ist oder die Kupplung mit ihrem D-Wert der Beanspruchung nicht standhalten würde.

Ist eine Erhöhung der Anhängelast möglich?

Ja, Sie können auf folgende Weise für Ihren Pkw die Anhängelast erhöhen:

  • Statten Sie den Anhänger mit einer eigenen Bremse aus (nur zulässige Umbauten gestattet!) oder greifen Sie zu einem gebremsten Hänger.
  • Sie können die Anhängelast auflasten, indem Sie bspw. eine Kupplung mit höherem D-Wert benutzen.
  • Lassen Sie Ihr Kfz als Lastwagen eintragen, erhöht sich die zulässige Anhängelast ggf.

Sobald die Änderungen durch den TÜV genehmigt wurden, können Sie diese bei der Zulassungsstelle eintragen lassen. Die zulässige Gesamtmasse darf trotz der Auflastung der Anhängelast übrigens nicht überschritten werden.

Was droht Ihnen, wenn Sie die Anhängelast überschreiten?

Auch die verwendete Anhängerkupplung beeinflusst die Anhängelast.

Auch die verwendete Anhängerkupplung beeinflusst die Anhängelast.

Wer die zulässige Anhängelast überschreitet, verstößt gegen die Bestimmungen der StVZO. Abhängig von der Schwere des Ordnungsverstoßes kann ein Bußgeld zwischen 30 bis 425 Euro gegen den Fahrer verhängt werden. Im schlimmsten Fall droht ihm auch ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg.

Wie hoch die Sanktionen bei einer Überschreitung der Anhängelast ausfallen, ist maßgeblich von der Antwort auf diese drei Fragen abhängig: Um wie viel Prozent haben Sie die zulässige Anhängelast überschritten? Liegt die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs über oder unter 7,5 Tonnen? Haben Sie die Inbetriebnahme des Kfz (über 7,5 Tonnen) angeordnet bzw. zugelassen oder es gefahren?

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