Blitzer in der Schweiz: Welche Regeln müssen Urlauber beachten?

Fahrer, die in der Schweiz geblitzt werden, erwarten unangenehme Konsequenzen.
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Blitzer in der Schweiz bremsen Raser aus

Fahrer, die in der Schweiz geblitzt werden, erwarten unangenehme Konsequenzen.

Fahrer, die in der Schweiz geblitzt werden, erwarten unangenehme Konsequenzen.

Wie in Deutschland zählen Geschwindigkeitsverstöße auch in der Schweiz zu den häufigsten Unfallursachen. Die Temposünder gefährden damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Diesem Treiben soll die Polizei natürlich einen Riegel vorschieben. Um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, werden deshalb auch bevorzugt Blitzer in der Schweiz eingesetzt. Sie sollen die Verkehrssünder – ob bei Tempo-, Rotlicht- oder Abstandsverstößen – aufzeichnen und schießen dazu zu Beweiszwecken in der Regel ein Foto von ihm. Im Januar 2018 sind 4.942 Blitzer für die Schweiz gemeldet, von denen die meisten in Zürich, Luzern und Schaffhausen stehen. Wer in der Schweiz geblitzt wurde, für den kann es nicht nur teuer werden. Mitunter sieht der Bussenkatalog auch Freiheitsstrafen und Fahrverbote vor.

Welche Kosten verursacht ein Blitzer in der Schweiz? Wie schnell dürfen Sie hier fahren? Und müssen sie als Deutscher, wenn sie in der Schweiz geblitzt wurden, die Strafe antreten? Da sich die gesetzlichen Vorgaben und Sanktionen bei einem Blitzer in der Schweiz von den deutschen Regelungen unterscheiden, sollen diese Fragen im folgenden Ratgeber beantwortet werden.

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Welche Tempolimits gelten in der Schweiz?

Welche Geschwindigkeiten sind erlaubt und wann löst der Blitzer in der Schweiz aus?

Welche Geschwindigkeiten sind erlaubt und wann löst der Blitzer in der Schweiz aus?

Die hohen Strafen für Blitzer in der Schweiz sollen die Verkehrsteilnehmer in erster Linie abschrecken, damit sie sich regelkonform im Straßenverkehr bewegen und unerwünschtes Verhalten, wie das Rasen, unterlassen. Da sich gerade Urlauber häufig unsicher sind, welche Höchstgeschwindigkeiten auf den Schweizer Straßen gestattet sind, werden Sie hier kurz über die entsprechenden Regelungen informiert.

Die Verkehrsregelverordnung legt fest, mit wie viel km/h die Kraftfahrer innerorts, außerorts oder auf der Autobahn ungestraft unterwegs sein dürfen. Werden die vorgegebenen Geschwindigkeiten übertreten, können sie in der Schweiz von einem Blitzer erfasst und bestraft werden. Gelten hiervon abweichende Tempolimits (z.B. 30 km/h in Ortschaften) werden die Verkehrsteilnehmer darauf durch entsprechende Verkehrsschilder aufmerksam gemacht.

Folgende zulässige Höchstgeschwindigkeiten gelten in der Schweiz:

  • Auf der Autobahn darf maximal ein Tempo von 120 km/h gefahren werden.
  • Auf Autostraßen sind 100 km/h erlaubt, in Tunneln hingegen 80 km/h.
  • Auf Haupt- und Nebenstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gilt ein Tempolimit von 80 km/h.
  • Innerorts sind Höchstgeschwindigkeiten bis 50 km/h erlaubt.

Gibt es in der Schweiz eine Blitzer-Toleranz?

Wie in Deutschland werden auch stationäre und mobile Blitzer in der Schweiz zur Geschwindigkeits- und Abstandskontrolle eingesetzt. Währenddessen verzeichnen die Rotlichtblitzer, wenn jemand die Rotlichtphase der Ampel nicht einhält.

Auch in der Schweiz wird bei der Geschwindigkeitsmessung je nach Messgerät eine gewisse Toleranz von dem ermittelten Wert abgezogen. In der Regel wird die gemessene Geschwindigkeit um etwa 5 bis 7 km/h reduziert. Bei einer stationären Radarmessung innerhalb einer Kurve werden bei einer Geschwindigkeit von über 100 km/h sogar schon einmal 14 km/h subtrahiert.

Bei Lasermessgeräten gelten normalerweise folgende Toleranzen:

  • bis 100 km/h: 3 km/h
  • 101 – 150 km/h: 4 km/h
  • ab 151 km/h: 5 km/h

Bei Radargeräten fällt die Toleranzgrenze in der Regel höher aus:

  • bis 100 km/h: 5 km/h
  • 101 – 150 km/h: 6 km/h
  • ab 151 km/h: 7 km/h
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Der Bussenkatalog für Blitzer: Kosten und Sanktionen ?

Der Bussenkatalog ist sozusagen das schweizerische Pendant zum deutschen Bußgeldkatalog und legt unter anderem fest, welche Strafe einen Verkehrssünder für sein jeweiliges Vergehen erwartet. Statt einem Bußgeld verhängt die Schweiz die sogenannten Bussen.

Radar-Bussen für überhöhte Geschwindigkeit in der Schweiz
Temposchreitung innerortsaußerortsAutobahn
1 bis 5 km/h40 40 20
6 bis 10 km/h120 100 60
11 bis 15 km/h250 160 120
16 bis 20 km/h350 240 180
21 bis 24 km/h470 330 260
25 bis 29 km/h12 Tagessätze440 360
30 bis 34 km/h14 Tagessätze10 Tagessätze480
35 bis 40 km/h16 Tagessätze12 Tagessätze10 Tagessätze
* alle Angaben der Bussen beziehen sich auf Schweizer Franken (CHF)

Auch die Rotlichtblitzer in der Schweiz unterscheiden sich, was die Sanktionen betrifft, von den deutschen Vorschriften. Ist weder eine Person zu Schaden gekommen noch ein Sachschaden entstanden, muss der Rotlichtsünder 250 Schweizer Franken Strafe zahlen. Wurden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, wird ein Verfahren eingeleitet und der Richter entscheidet nach freiem Ermessen über die Strafe. Liegt eine schwerwiegende Gefährdung vor, muss der Fahrer seinen Führerschein für mindestens einen Monat abgeben.

Blitzer in der Schweiz: Strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Sanktionen

Geschwindigkeitsverstöße werden nach dem Ordnungsbussegesetz (OBG) und der Ordnungsbussenverordnung (OBV) nach Schweregrad eingeteilt. Bei geringen Ordnungsverstößen wird ein einfaches Ordnungsbussenverfahren eingeleitet. Dazu zählen Tempoüberschreitungen, die innerorts nicht mehr als 15 km/h, außerorts bis zu 20 km/h und auf der Autobahn maximal 25 km/h betragen.

Weigert sich der Geblitzte hingegen, die Busse zu entrichten, oder handelt es sich bei dem Vergehen um eine schwerwiegende Zuwiderhandlung, beginnt ein Strafverfahren.
Geblitzt in der Schweiz: Welche Sanktionen drohen Ihnen?

Geblitzt in der Schweiz: Welche Sanktionen drohen Ihnen?

Dies wäre der Fall, wenn der Fahrer von einem Blitzer in der Schweiz …

  • innerorts mit einer Geschwindigkeit zwischen 16-24 km/h,
  • außerhalb von Ortschaften zwischen 21-29 km/h oder
  • auf der Autobahn zwischen 26-34 km/h zu viel erwischt wird.

Neben dem geringen und dem schwerwiegenden Vergehen gibt es noch das strafrechtliche Vergehen, das eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann. Dieses Verfahren würde eingeleitet, wenn die gefahrene Geschwindigkeit noch über den Limits von 24, 29 oder 34 km/h liegt. Bei dem strafrechtlichen Vergehen werden dem Verkehrssünder zusätzlich zu den Bussen für den Blitzer noch die Bearbeitungsgebühren in Rechnung gestellt.

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Wer besonders schnell unterwegs ist, kann auch als Raser eingeordnet werden und hat mit besonders drastischen Konsequenzen zu rechnen. Ihm kann neben der Busse in Höhe von mehreren tausend Euro eine Gefängnisstrafe drohen, sein Auto und sein Führerschein (in der Schweiz Fahrausweis genannt) können eingezogen werden.

Als Raser gilt, wer …

  • innerorts mit mehr als 50 km/h,
  • außerorts mit mehr als 60 km/h
  • und auf der Autobahn mit mehr als 80 km/h über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit angetroffen wird.
Zu den verwaltungsrechtlichen Maßnahmen zählen die in manchen Fällen ausgesprochene Verwarnung und die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Als Urlauber vom Blitzer in der Schweiz überrascht

Müssen deutsche Urlauber den Blitzer aus der Schweiz bezahlen?

Müssen deutsche Urlauber den Blitzer aus der Schweiz bezahlen?

Viele Deutsche, die im Urlaub geblitzt wurden, sind unsicher, ob die im Ausland gesammelten Sanktionen auch in ihrem Heimatland vollstreckt werden. Da in der Schweiz die Blitzer-Kosten und Strafen recht beträchtlich sind, erscheint die Möglichkeit verlockend, dass sie zurück in Deutschland nicht eingetrieben werden können.

Seit 2010 haben sich zwar alle Mitglieder der Europäischen Union darauf geeinigt, Geldstrafen und -bußen grenzübergreifend zu verfolgen, doch da die Schweiz kein Mitglied der EU ist, hat dieses Abkommen keine Auswirkungen auf die Bußgeldbescheide aus der Schweiz. Ab dem 1. März 2002 gibt es allerdings einen deutsch-schweizerischen Polizeivertrag, der regelt, dass Bussen ab 70 Euro in Deutschland und Bußgelder und -strafen ab 40 Euro in der Schweiz vollstreckt werden.

Allerdings ist diese Regelung bislang nicht in Kraft getreten, sodass die Blitzer-Kosten in der Schweiz nicht in Deutschland eingetrieben werden. Die Verkehrsvergehen dort haben auch keinen Einfluss auf das Punktekonto in Flensburg, ebenso gilt das in der Schweiz verhängte Fahrverbot auch nur dort und nicht in Deutschland.

Weigert sich der Geblitzte, die Strafe anzutreten, kann dies dennoch Konsequenzen für ihn haben, wenn er sich das nächste Mal in die Schweiz oder auch ins Fürstentum Liechtenstein begibt. Vor Ort kann er wiederum aufgefordert werden, den Blitzer aus der Schweiz zu bezahlen, sein Auto kann blockiert oder eingezogen werden und eventuell muss er eine Haftstrafe antreten.
Nach drei Jahren verjährt die Busse und kann auch bei einer Wiedereinreise in die Schweiz nicht mehr vollstreckt werden.

Sind Radarwarner in der Schweiz erlaubt?

Um die Blitzer in der Schweiz und die Kosten, die damit zusammenhängen, zu umgehen, verfallen nicht wenige Fahrer auf die Idee, sich durch Radarwarner über aktuelle Standorte der Blitzgeräte zu informieren. Doch sind solche Hilfsmittel in der Schweiz überhaupt erlaubt?

Nein, wie in Deutschland auch sind entsprechende Apps, die Funktionen im Navigationssystem oder eigenständige Geräte zur Warnung vor einem Blitzer in der Schweiz verboten. Geraten Sie in eine Kontrolle, kann die Polizei das jeweilige Gerät beschlagnahmen, Ihnen eine hohe Geld- oder sogar eine Haftstrafe auferlegen. Um dies zu vermeiden, sollten Verkehrsteilnehmer in der Schweiz lieber auf den Einsatz der Radarwarner verzichten.

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Kommentare

  1. Maria sagt:

    sehr geehrtes Team,
    was kann einer österreicherin passieren, wenn sie während einer Urlaubsreise durch die Schweiz bei einer 50er-beschränkung innerorts ca. 80 bis 100 km/h gefahren ist. Rotblitz.
    Kann ihr im nachhinein in österreich der führerschein entzogen werden?
    eingeleitetes Strafverfahren in der Schweiz bedeutet eigentlich was genau? Muss man dort zum Gerichtstermin erscheinen? Kann es zu Gefängnisstrafen in Österreich kommen?
    Danke für die Antworten!
    Maria

    1. bussgeldkatalog.net sagt:

      Hallo Maria,

      bitte wenden Sie sich mit Ihrem konkreten Anliegen an einen Anwalt für Verkehrsrecht.

      – Die Redaktion

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