Schalldämpfer: Erlaubt das Waffengesetz diese Vorrichtungen?

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FAQ: Schalldämpfer

Was sind Schalldämpfer?

Schalldämpfer sind laut Definition des Waffengesetzes (WaffG) Vorrichtungen, die in Verbindung mit Schusswaffen zum Einsatz kommen. Sie dienen in erster Linie dazu, den Mündungsknall zu dämpfen. Darüber hinaus führen sie zu einer Minderung des Mündungsfeuers und einer Reduktion des Rückstoßes.

Sind Schalldämpfer in Deutschland erlaubt?

Gemäß Anlage 1 zum WaffG sind Schalldämpfer in Deutschland den zugehörigen Waffen gleichgestellt. Demnach gilt: Darf ich eine Waffe ab 18 Jahren ohne eine Waffenbesitzkarte frei erwerben, gilt dies in der Regel auch analog für den passenden Schalldämpfer.

Dürfen Jäger Schalldämpfer einsetzen?

Ja, prinzipiell sind Schalldämpfer bei der Jagd zulässig. Das Gesetz und die geltenden Vorschriften müssen dabei allerdings beachtet werden. So verlangt der Gesetzgeber etwa eine Eintragung in die Waffenbesitzkarte und der Bedarf ist durch einen gültigen Jagdschein zu belegen. Für Jäger stellt der Einsatz von Schalldämpfern eine Maßnahme zum Gesundheitsschutz dar.

Neues Waffengesetz zum Schalldämpfer: Was gilt seit 2020?

Schalldämpfer: Das Waffengesetz erlaubt in Deutschland unter anderem den Einsatz durch Jäger.
Schalldämpfer: Das Waffengesetz erlaubt in Deutschland unter anderem den Einsatz durch Jäger.

Wird eine Schusswaffe abgefeuert, kann dies einen Knall von bis zu 170 dB (Dezibel) verursachen, was etwa einem Silvesterböller entspricht. Für Jäger und Sportschützen ist daher die Verwendung eines Gehörschutzes in der Regel obligatorisch. Allerdings wissen nicht nur eingefleischte Fans von Spionagefilmen, dass es noch eine weitere Möglichkeit gibt, um mögliche Gesundheitsschäden durch die Schussabgabe zu verhindern: den Schalldämpfer.

Diese Vorrichtung dienen vor allem dazu, den Mündungsknall zu mindern, sodass etwa bei der Jagdausübung auf den Gehörschutz verzichtet werden kann. Zudem wird das Wild durch die Abgabe des Schusses nicht aufgeschreckt, was die Sicherheit im Wald erhöht und den Stress für die Tiere reduziert. Doch ist der Einsatz der Schalldämpfer laut dem Waffengesetz überhaupt erlaubt?

Gesetzliche Vorgaben zum Schalldämpfer enthält das Waffengesetz vor allem in Anlage 1 unter Nummer 1.3 heißt es dazu:

Wesentliche Teile von Schusswaffen und Schalldämpfer stehen, soweit in diesem Gesetz nichts anderes bestimmt ist, den Schusswaffen gleich, für die sie bestimmt sind.

Konkret bedeutet dies, dass bei der Verwendung von erlaubnispflichtigen Waffen durch Privatpersonen auch der Erwerb eines passenden Schalldämpfers erlaubnispflichtig ist und die Eintragung in die Waffenbesitzkarte erfolgen muss. Besitzen Sie hingegen ein Luftdruckgewehr, welches ab 18 Jahren frei im Handel erworben werden kann, benötigen Sie für die dazugehörige Vorrichtung zur Minderung des Mündungsknalls keine gesonderte Erlaubnis.

Wichtig! Auch wenn Schalldämpfer gemäß dem Waffengesetz analog zu Waffen zulässig, erlaubnispflichtig oder verboten (bei verbotenen Waffen) sind, gilt es auch die Vorgaben der einzelnen Bundesländer zu beachten. So ist es nicht überall gestattet, den Schalldämpfer an der Mündung anzubringen.

Welche Besonderheiten gelten für Jäger beim Schalldämpfer gemäß Waffenrecht?

Das Waffengesetz sieht zum Schalldämpfer besondere Vorschriften für Jäger vor.
Das Waffengesetz sieht zum Schalldämpfer besondere Vorschriften für Jäger vor.

Das Waffenrecht sieht für bestimmte Berufsgruppen besondere Vorschriften für den Erwerb und besitz von Schusswaffen vor. Dies betrifft unter anderem Jäger, also Personen, die im Besitz eines gültigen Jagdscheins sind. Bei diesem Personenkreis wird ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen anerkannt, aber berücksichtigt der Gesetzgeber dabei auch die Schalldämpfer im Waffengesetz?

Tatsächlich wurde in Bezug auf Schalldämpfer das Gesetz in Deutschland erst zum 1. September 2020 geändert. Seitdem können Jäger deutlich einfacher einen Schalldämpfer für ihre Waffen kaufen und diesen zum Gesundheitsschutz einsetzen. Die Vorrichtungen gelten dabei als wesentliche Waffenteile bzw. sind diesem gleichgestellt, sodass etwa die Aufbewahrung in einem zugelassenen Waffenschrank vorgeschrieben ist. Wobei es zu beachten gilt, dass sich die Schalldämpfer in diesem Fall nicht auf die zulässige Höchstanzahl der rechtmäßig aufzubewahrenden Waffen auswirken.

Für Langwaffen der Erwerb demnach allein mithilfe des Jagdscheins möglich, ein weiterer Nachweis für das Bedürfnis ist nicht erforderlich. Allerdings müssen Jäger den Schalldämpfer gemäß Waffengesetz innerhalb von zwei Wochen nach dem Erwerb bei der zuständigen Behörde melden, damit eine Eintragung in die Waffenbesitzkarte erfolgen kann. Darüber hinaus heißt es im Waffengesetz zum Schalldämpfer unter Paragraph 13 Abs. 9 Satz 2:

Die Schalldämpfer gemäß Satz 1 dürfen ausschließlich mit für die Jagd zugelassenen Langwaffen für Munition mit Zentralfeuerzündung im Rahmen der Jagd und des jagdlichen Übungsschießens verwendet werden.

Übrigens! Die Bundesländer Berlin, Bremen und Hamburg sowie Thüringen verweigerten vor der Gesetzesänderung üblicherweise die Verwendung von Schalldämpfern. Als möglicher Grund nannten die Behörden die von Schalldämpfern ausgehende erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Zudem befürchteten die Verantwortlichen eine Begünstigung der Jagdwilderei.

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