So läuft eine Führerschein-Wiedererteilung ab

Sie müssen sich selbst um eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kümmern

Wie erhalte ich meinen Lappen zurück?

Sie müssen sich selbst um eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kümmern

Sie müssen sich selbst um eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kümmern

Es sind zahlreiche Gründe denkbar, weshalb einer Person die Fahrerlaubnis entzogen werden kann. Befindet die Fahrerlaubnisbehörde zudem, dass ein Verkehrsteilnehmer an seiner allgemeinen Tüchtigkeit für den Verkehr zweifeln lässt, wird häufig eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet.

Doch wie geht es nun weiter, wenn die MPU erst einmal bestanden wurde und die Sperrfrist abgelaufen ist? Wie kann ich für meinen Führerschein eine Wiedererteilung erwirken? Ist eine solche Wiedererteilung der Fahrerlaubnis auch ohne bestandene MPU möglich? Die Antworten gibt es im Folgenden.

Die Neuerteilung der Fahrerlaubnis geschieht auf Antrag!

Nur weil Sie ein positives MPU-Attest erhalten haben, wird Ihnen nicht automatisch ein neuer Führerschein ausgestellt. Dies muss von Ihnen selbst in die Wege geleitet werden. Genau genommen handelt es sich zudem nicht – oder nicht ausschließlich – um die Neuerteilung vom eigenen Führerschein, sondern um die Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Denn der Führerschein ist quasi „nur“ der Nachweis dafür, dass eine Person die offizielle Erlaubnis besitzt, Kfz einer bestimmten Klasse zu führen.

Sie können den Antrag für eine Führerschein-Wiedererteilung im Regelfall bereits sechs Monate vor Ablauf der gerichtlich festgelegten Sperre stellen, sofern Sie alle Nachweise beisammen haben. Es ist also nicht nötig, erst die komplette Sperrzeit verstreichen zu lassen, um aktiv zu werden. Ihr neuer Führerschein wird Ihnen im Normalfall jedoch erst nach Ablauf der Frist ausgehändigt.

Was muss ich alles mitbringen?

Für einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis werden einige Unterlagen benötigt

Für einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis werden einige Unterlagen benötigt

Sie müssen also einen Antrag auf Wiedererteilung bzw. Neuerteilung der Fahrerlaubnis einreichen. Hierfür ist in der Regel die Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle) verantwortlich. Mitunter kann auch ein anderes Amt hierfür befugt sein, ein Bürgeramt beispielsweise. Welche Stelle für eine Führerschein-Wiedererteilung verantwortlich sein kann, variiert von Ort zu Ort. Betroffene müssen sich deshalb individuell informieren.

Weiterhin bestehen auch unterschiedliche Vorgaben, was die nachzuweisenden Dokumente angeht. Üblicherweise werden für eine Führerschein-Neuerteilung nach Entzug derselben folgende Belege verlangt:

  • ein anerkannter Lichtbildausweis
  • ein aktuelles, biometrisches Passfoto
  • positives MPU-Gutachten (sofern Sie eine MPU absolvieren mussten und das Gutachten nicht automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde weitergeleitet wurde)
  • eine Sehtestbescheinigung
Zudem müssen, je nach beantragter Führerscheinklasse, noch weitere Bescheinigungen vorgelegt werden: So werden für die Lkw-Klassen C und die Bus-Klasse D häufig berufsspezifische Belege über die körperliche und psychologische Leistung verlangt. Darüber hinaus verlangen manche Stellen selbst besondere Nachweise, wie etwa ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis. Informieren Sie sich also im Voraus auf der Internetplattform der jeweiligen Behörde, was genau Sie mitbringen müssen. Ein persönliches Erscheinen wird zumeist vorausgesetzt, denn im Normalfall müssen Sie vor Ort einen Antrag auf eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis ausfüllen und unterzeichnen.

Wie viel kostet die Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach Entzug?

Eine Führerschein-Wiedererteilung ist nicht kostenlos, sondern mit Ausgaben verbunden. Die Kosten setzten sich aus dem konkreten Antrag und den Verwaltungsgebühren zusammen und belaufen sich in der Gänze auf etwa 100 bis 300 Euro. Meist werden diese bei der Antragstellung direkt vor Ort entrichtet.

Bitte beachten Sie hierzu: Viele Stellen erheben auch dann eine Verwaltungsgebühr, wenn Ihr Antrag abgelehnt wird! Bevor es also wegen Formfehlern dazu kommt, stellen Sie sicher, dass Sie alle Unterlagen beisammen haben.

Muss ich nochmal in die Fahrschule?

Ohne MPU den Führerschein zurück? Nach zehn Jahren erlischt im Regelfall der Akteneintrag

Ohne MPU den Führerschein zurück? Nach zehn Jahren erlischt im Regelfall der Akteneintrag

Bei der Führerschein-Wiedererteilung kommt sehr häufig die Frage auf, ob nun die komplette Fahrschule noch einmal durchlaufen werden muss. An dieser Stelle kann eine Entwarnung gegeben werden: Es ist unüblich, dass Betroffene den Führerschein komplett neu machen müssen. Ein erneuter Besuch der Fahrschule wird nur in solchen Fällen angeordnet, in denen die grundlegenden Fahrfähigkeiten einer Person angezweifelt werden müssen.

In § 20 Abs. 2 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ist diesbezüglich zu lesen:

Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine Fahrerlaubnisprüfung an, wenn Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die nach § 16 Absatz 1 und § 17 Absatz 1 erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr besitzt.

Führerschein zurück, auch ohne MPU – geht das oder nicht?

Nicht in jedem Fall bemühen sich Betroffene um eine Führerschein-Wiedererteilung. Das hat unterschiedliche Gründe, sehr häufig liegt es jedoch an der medizinisch-psychologischen Untersuchung. Denn diese ist bekanntlich nicht nur teuer, sondern auch schwer zu bestehen. Manch einem fehlt es einfach an genügend Geld, wieder andere sind nicht auf ihre Fahrerlaubnis angewiesen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis auch ohne bestandene MPU möglich ist.

So hält sich zum einen – recht hartnäckig – das Gerücht, dass Betroffene ihren Führerschein nach 10 oder 15 Jahren wieder erhalten, ohne eine MPU bestehen zu müssen. Woher kommt das und was ist dran?

Es besteht keine Garantie, dass eine Wiedererteilung vom Führerschein nach 15 Jahren erfolgt

Es besteht keine Garantie, dass eine Wiedererteilung vom Führerschein nach 15 Jahren erfolgt

Grundlegend gilt, dass Eintragungen aus dem Verkehrszentralregister nach zehn Jahren gelöscht werden. Hierzu zählt auch die MPU-Auflage. Diese Frist beginnt jedoch nicht immer direkt mit dem Führerscheinentzug, sondern mitunter verzögert – spätestens jedoch fünf Jahre nach dem Entzug der Fahrerlaubnis. Somit müsste eine Führerschein-Wiedererteilung ja nach 15 Jahren ohne MPU erwirkt werden können.

Theoretisch ist das zwar möglich, Betroffene haben jedoch keine Garantie! Zum einen muss diese 15-Jahres-Phase ohne Auffälligkeiten im Straßenverkehr verstrichen sein, zum anderen muss die zuständige Stelle das Gesuch natürlich akzeptieren.

Denn die bearbeitende Behörde kann die Führerschein-Neuerteilung auch nach 15 Jahren noch ablehnen bzw. erneut eine MPU fordern. Das hängt damit zusammen, dass eine MPU in dem Sinne nicht verjährt, sondern obsolet wird. Ob es den Führerschein immer nach 10 oder 15Jahren zurück gibt, ohne dass eine MPU absolviert wurde, ist also fraglich.

Des Weiteren gibt es nicht wenige Angebote – vor allem in Online-Bereich –, welche eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ohne MPU anpreisen, indem die Fahrerlaubnisprüfung einfach in einem anderen Land der EU abgelegt wird. Damit wäre eine Führerschein- bzw. Fahrerlaubnis-Wiedererteilung in Deutschland hinfällig. So einfach ist es jedoch nicht. Damit eine europäische Fahrerlaubnis hierzulande anerkannt wird, müssen Betroffene nebst anderen Voraussetzungen nachweisen, dass sie für mindestens sechs Monate im Kalenderjahr einen Wohnsitz im jeweiligen Ausstellungsland innehatten.

Genau wie in dem Fall, bei welchem ein Führerschein ohne MPU nach zehn/fünfzehn Jahren Warten beantragt werden kann, gilt auch hier: Rein rechtlich ist dies zwar denkbar, in der Praxis jedoch häufig mit Komplikationen verbunden.

Eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nach zehn/fünfzehn Jahren ist also nicht ausgeschlossen; wie sich hingegen der praktische Einzelfall gestaltet, ist fraglich. Selbiges gilt für Führerscheine aus dem europäischen Ausland. Zudem drohen hier empfindliche Sanktionen: Sind Sie mit einem Führerschein unterwegs, der nicht anerkannt wird, machen Sie sich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig!
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