FAQ: Leitpfosten
Leitpfosten sind Verkehrszeichen und dienen als Orientierungshilfe. Leitpfosten sind als Zeichen 602 in Anlage 4 der StVO als „Einrichtung zur Kennzeichnung des Straßenverlaufs“ definiert. Verkehrsteilnehmer können durch sie besser dem Straßenverlauf folgen.
Nein. In der Regel hängt bei Leitpfosten der Abstand vom Verlauf der Straße ab. Bei einem geraden Verlauf beträgt der Abstand auf Landstraßen und Autobahnen üblicherweise 50 m. Ist die Strecke kurvig oder unübersichtlich, verkürzt sich der Abstand. Mehr dazu lesen Sie hier.
Üblich sind weiße Reflektoren, die das Scheinwerferlicht spiegeln. Die blaue Markierung an Leitpfosten warnen vor Wildwechsel. Sie lenken das Scheinwerferlicht in das angrenzende Gelände, um Tiere vor dem Überqueren der Straße abzuschrecken. Mehr zu den Farben erfahren Sie hier.
Ja, oft sind kleine Kilometerschilder (Stationierungszeichen) an den Pfosten angebracht. Diese dienen der genauen Standortbestimmung auf der Autobahn oder Straße für Rettungskräfte oder die Straßenmeisterei.
Inhaltsverzeichnis
Leitpfosten: Bedeutung für die Verkehrssicherheit

Als Verkehrszeichen 602 werden sie als Orientierungshilfe genutzt und sind im Straßenverkehr für die Verkehrssicherheit wichtig. Sie markieren den Straßenverlauf und geben wichtige Hinweise auf Notrufsäulen oder drohende Wildwechsel. Doch was bedeuten die verschiedenen Markierungen genau, welche Abstände sind gesetzlich vorgeschrieben und was passiert, wenn Sie einen Leitpfosten beschädigen?
Der Leitpfosten gehört zu den sogenannten Verkehrseinrichtungen. Sein Hauptzweck ist es, den Verlauf der Fahrbahn deutlich erkennbar zu machen. Besonders bei schlechter Sicht oder Dunkelheit helfen die Reflektoren am Pfosten dabei, den Straßenrand rechtzeitig wahrzunehmen.
Leitpfosten können sowohl rechts als auch links von der Fahrbahn aufgestellt sein. Hat eine Straße mehrere Spuren, sind Leitpfosten nur am rechten Rand zu finden.
Markierungen an den Leitpfosten: Was bedeuten sie?
Ein Standard-Leitpfosten ist weiß, hat eine schwarze, schräg verlaufende Kappe und ist mit Reflektoren ausgestattet. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen der rechten und linken Straßenseite:
- Rechte Straßenseite: Der Reflektor ist ein senkrechtes, rechteckiges Band (meist weiß).
- Linke Straßenseite: Hier finden Sie zwei kleinere, kreisförmige Reflektoren (ebenfalls meist weiß).
Wichtig: Diese Anordnung hilft Ihnen auch bei starkem Nebel zu erkennen, auf welcher Seite der Fahrbahn Sie sich befinden.
Neben den weißen Reflektoren und schwarz-weißen Flächen können Leitpfosten auch weitere Markierungen aufweisen. So sind beispielsweise blaue Reflektoren an Leitpfosten zu finden. Aber auch ein Pfeil am Leitpfosten ist nicht unüblich. Doch was bedeuten diese Markierungen?

Blaue Reflektoren an Leitpfosten sind bezüglich einem Wildwechsel wichtig. Sie sind oft in Wäldern zu finden und reflektieren das Licht der Scheinwerfer Richtung Wald. Tiere sollen so vom Überqueren der Straße abgehalten werden. Gleichzeitig weisen sie Verkehrsteilnehmer auf die Gefahr von Wildunfällen hin. Gelbe Reflektoren finden Sie häufig an Einmündungen oder Kreuzungen, um diese Stellen optisch hervorzuheben.
Schwarze Pfeile auf Leitpfosten weisen den Weg zur nächsten Notrufsäule. Der Pfeil zeigt immer in die Richtung, in der sich die nächste Sprechstelle befindet.


Wie weit sind zwei Leitpfosten auseinander aufgestellt?

Wie weit sind Leitpfosten voneinander entfernt? Gibt es dafür Regelungen? Die Abstände zwischen den Leitpfosten sind in Deutschland klar geregelt, um dem Fahrer eine Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Die gesetzliche Grundlage ist in Anlage 4 StVO zu finden.
Demnach gilt, dass der Abstand von Leitpfosten auf Landstraße, Autobahn und Kraftfahrstraße üblicherweise 50 m beträgt. Der Abstand zwischen den Leitpfosten kann aber verdichtet, also verkürzt werden. Daher ist es möglich, dass bei Leitpfosten der Abstand auch mal 25 m betragen kann.
Eine Verkürzung ist unter anderem vorgesehen:
- In Kurven: In unübersichtlichen Kurven oder an Kuppen wird dieser Abstand verdichtet. Hier können die Pfosten deutlich enger stehen (z. B. alle 25 Meter oder weniger), um den Kurvenverlauf präzise zu markieren.
- Innerorts: Innerhalb geschlossener Ortschaften werden Leitpfosten nur in Ausnahmefällen an besonders gefährlichen Stellen aufgestellt.
Tipp zur Orientierung: Wenn Sie zwei Leitpfosten auf einer geraden Strecke passieren, haben Sie exakt 50 Meter zurückgelegt. Das ist besonders hilfreich, um den nötigen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuschätzen (halber Tacho in Metern). Die Entfernung zwischen den Leitpfosten kann also auch dazu verwendet werden, Abstandsverstöße zu vermeiden.
Leitpfosten umgefahren: Welche Kosten drohen?

Es ist nicht selten, dass aus Unachtsamkeit oder aufgrund der Witterungsbedingungen Leitpfosten an- oder umgefahren werden. Ist es dann passiert, sollten Verkehrsteilnehmer wissen, wie sie sich richtig verhalten. Denn auch, wenn Sie nur einen Leitpfosten umgefahren haben, eine Fahrerflucht hat Folgen.
Auch wenn „nur“ ein Leitpfosten beschädigt wurde, handelt es sich rechtlich um einen Verkehrsunfall. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB) ist eine Straftat. Betroffene riskieren eine Geldstrafe, Punkte in Flensburg und im schlimmsten Fall den Entzug der Fahrerlaubnis. Zudem kommen zivilrechtliche Kosten für den Ersatz des Pfostens (ca. 50 bis 150 Euro) auf sie zu.
Richtiges Verhalten, wenn Sie einen Leitpfosten beschädigt haben:
- Anhalten und die Unfallstelle absichern.
- Die Polizei informieren oder (bei Bagatellschäden) versuchen, den Straßenbaulastträger bzw. die Autobahnmeisterei zu kontaktieren.
- Warten Sie eine angemessene Zeit vor Ort.
Weitere Ratgeber

(30 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)