Illegaler Waffenbesitz – Die gesetzlichen Grundlagen

Illegaler Waffenbesitz kann zur Freiheitsstrafe führen.

Bußgeldtablle: Sanktionen für illegalen Waffenbesitz

VerstoßSanktionen
Führen von nicht erlaubnispflichtigen Waffen (z.B. Schreckschusswaffen) ohne kleinen WaffenscheinBußgeld von bis zu 10.000 Euro
Besitz von Gegenständen aus 2 Abschnitt 1 Nr. 1.3.6 (z.B. Elektroimpulsgeräte)Bußgeld von bis zu 10.000 Euro
ohne Erlaubnis Schußwaffen oder verbotene Waffen erwerben, besitzen, überlassen, führen, verbringen, mitnehmen, herstellen, instand setzen, bearbeiten oder damit Handel treiben
... in der RegelFreiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren
.... in minderschweren FällenGeldstrafe oder Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren
.... in besonders schweren FällenFreiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren
bei fahrlässigen HandlungenGeldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren

Illegaler Waffenbesitz ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt

Illegaler Waffenbesitz liegt bei verbotenen Waffen oder einer nicht vorhandenen Waffenbesitzkarte vor.

Illegaler Waffenbesitz liegt bei verbotenen Waffen oder einer nicht vorhandenen Waffenbesitzkarte vor.

Illegaler Waffenbesitz ist dem Gesetz nach ein ernstzunehmendes Vergehen. Denn das deutsche Waffengesetz zieht die Grenzen für den Besitz und die Nutzung von Waffen sehr eng. Die Vorgaben für Waffenbesitzer sind relativ strikt.

Ab wann ist jedoch der reine Besitz einer Waffe nicht erlaubt und strafbar? Bei dieser Frage ist es wichtig zu differenzieren, um welche Waffe es sich handelt.

Denn erlaubnispflichtige Waffen unterliegen weitaus strengeren Bestimmungen als beispielsweise sogenannte Schreckschusswaffen. Darüber hinaus gibt es dem Gesetz nach auch Waffen, deren Besitz grundsätzlich verboten ist.

Was unerlaubter Waffenbesitz ist und welche Strafe bei illegalem – also unerlaubtem – Waffenbesitz Betroffene erwartet, betrachtet der folgende Artikel näher.

Wann ist es illegaler Waffenbesitz?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Waffenbesitz illegal ist, wenn keine Genehmigung zum Besitz erlaubnispflichtiger Waffen vorliegt oder die Waffen von Rechts wegen verboten sind.

Haben Personen keine Berechtigung erlaubnispflichtige Waffen zu besitzen, ist bereits der Erwerb dieser strafbar. Für verbotene Waffen gilt dies ebenso.

Wurden die Waffen gefunden oder geerbt, müssen diese umgehend bei der zuständigen Waffenbehörde gemeldet und der Polizei ausgehändigt werden. Tun Erben oder Finder dies nicht, zählt das als unerlaubter Waffenbesitz. Eine Strafe ist hier nicht ausgeschlossen.

Die Berechtigung erlaubnispflichtige Waffen zu besitzen, wird grundsätzlich nur an Volljährige erteilt. Sind die Waffen erlaubnisfrei, ist der Besitz auch hier nur Volljährigen gestattet. Besitzen Minderjährige eine solche Waffe, kann dies durchaus auch Folgen gemäß dem Jugendstrafrecht haben. In vielen Fällen wird eine Verwarnung ausgesprochen. Bei schweren Verstößen, können Sozialstunden und eine Geldstrafe drohen.

Unerlaubter Waffenbesitz kann mit einer Geld- oder Haftstrafe geahndet werden.

Unerlaubter Waffenbesitz kann mit einer Geld- oder Haftstrafe geahndet werden.

Illegaler Waffenbesitz kann eine Strafe, jedoch auch weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Liegt beispielsweise ein Urteil wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor, wird dies in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen.

Möchten Betroffene später eine Waffenbesitzkarte oder auch einen Jagdschein beantragen, kann dieser Eintrag Einfluss auf die gesetzlich verlangte Zuverlässigkeit haben und zur Ablehnung des Antrags führen. Illegaler Waffenbesitz kann also Einfluss auf die Beurteilung der Zuverlässigkeit haben.
Der Umgang mit Waffen erfordert eine besondere Sorgfalt, daher sollten Besitzer immer prüfen, ob sie die Waffen in ihrer Obhut auch rechtmäßig besitzen dürfen. Welche Waffen generell einem Besitzverbot unterliegen, eine Berechtigung benötigen oder als erlaubnisfrei gelten, ist im deutschen Waffengesetz und dessen Anlagen beschrieben.

Unerlaubter Waffenbesitz – Diese Waffen betrifft es

Die Anlage 2 zum Waffengesetz ist in Bezug auf erlaubnispflichtige und erlaubnisfreie Waffen besonders wichtig. Denn in dieser wird definiert, welche Waffen in die beiden Kategorien eingeordnet werden. Die Abschnitte 2 und 3 der Anlage befassen sich ausführlichen mit der Kategorisierung und legen fest, unter welchen Vorgaben der Besitz dieser Waffen gestattet ist.

Darüber hinaus ist im Waffengesetz auch definiert, für welche Waffen ein generelles Besitzverbot gilt. Dies ist in Abschnitt 1 der Anlage 2 eindeutig festgehalten.

Hier sind insbesondere Kriegswaffen, vollautomatische Schusswaffen, Butterflymesser, Faustmesser, Wurfsterne sowie versteckte Waffen (etwa in einem Kugelschreiber oder einem Gehstock) zu nennen. Der Besitz dieser Waffen oder waffenähnlichen Gegenstände ist in jedem Fall strafbar.

Bei den erlaubnispflichtigen Waffen handelt es sich in der Regel um Schusswaffen, denn der Besitz von Hieb- und Stichwaffen ist entweder grundsätzlich erlaubt oder verboten. Für den Besitz erlaubnispflichtiger Waffen ist eine Waffenbesitzkarte zwingend notwendig. Diese stellt die Erlaubnis dar, die betreffenden Waffen zu besitzen.

Der Tatbestand "illegaler Waffenbesitz" wird in Deutschland in der Regel vor Gericht verhandelt.

Der Tatbestand “illegaler Waffenbesitz” wird in Deutschland in der Regel vor Gericht verhandelt.

Wichtig hierbei ist, dass eine Erlaubnis zum Besitz keine Berechtigung zum Führen der Waffe in der Öffentlichkeit darstellt. Dies gilt auch für erlaubnisfreie Waffen. Diese dürfen ohne eine Waffenbesitzkarte besessen, jedoch in der Regel nicht geführt werden.

Sind Personen im Besitz erlaubnispflichtiger Waffen, ohne eine entsprechende Berechtigung zu haben, liegt der Tatbestand „illegaler Waffenbesitz“ vor. Dies ist im Waffengesetz unter § 51 definiert. In diesem Fall gibt des WaffG die Strafen vor und nicht wie sonst üblich das Strafgesetzbuch (StGB).

Ein illegaler oder unerlaubter Waffenbesitz wird im StGB nicht behandelt. Das WaffG ist hier jedoch eindeutig und wird bei den Verhandlungen als gesetzliche Grundlage herangezogen.

Unerlaubter Waffenbesitz – Strafmaß und rechtliche Grundlage

Was in Deutschland dem Gesetz nach als Waffe gilt, wird in der Anlage 1 zum WaffG beschrieben. Dies zusammen mit der Definition aus Anlage 2 bildet die gesetzliche Basis, um den Tatbestand „illegaler Waffenbesitz“ zu definieren.

Besitzen Personen also einen Gegenstand, der rechtlich gesehen eine Waffe ist und dessen Besitz entweder verboten oder nur mit einer Berechtigung erlaubt ist, muss mit einer Strafe für unerlaubten Waffenbesitz gerechnet werden.

Das Strafmaß ist, wie bereits zuvor beschrieben, im Waffengesetz festgelegt. Der betreffende § 51 WaffG sagt dazu Folgendes aus:

(1) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer entgegen § 2 Abs. 1 oder 3, jeweils in Verbindung mit Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.1, eine dort genannte Schusswaffe zum Verschießen von Patronenmunition nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 3 Nr. 1.1 erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt.
(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Straftaten verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitgliedes handelt.
(3) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.
(4) Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.”

Es ist also durchaus möglich, dass illegaler Waffenbesitz ein hohes Strafmaß bei einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe zur Folge haben kann.

Es kann ein Strafe drohen, denn illegaler Waffenbesitz ist kein Kavaliersdelikt.

Es kann ein Strafe drohen, denn illegaler Waffenbesitz ist kein Kavaliersdelikt.

Darüber hinaus bestimmt § 52 WaffG weitere Strafen, die ein illegaler Waffenbesitz nach sich ziehen kann.

Neben den Strafvorschriften für den unerlaubten Waffenbesitz wird in diesem Paragraphen auch definiert, dass bereits der Versuch des Erwerbs verbotener oder erlaubnispflichtiger Waffen ohne entsprechende Berechtigung strafbar ist.

Neben der Strafe, die ein unerlaubter Waffenbesitz mit sich bringt, können in diesem Zusammenhang auch weitere Straftatbestände Konsequenzen bedeuten. Das Verbergen einer illegalen Waffe sowie das Mitnehmen oder Führen dieser wird waffenrechtlich geahndet.

Welche Strafe bei unerlaubtem Waffenbesitz verhängt wird und wie hoch diese jeweils ausfällt, ist immer eine Einzelfallentscheidung, die von den Umständen der Tat sowie dessen Schwere abhängt.

Führen Täter zudem die sich in ihrem Besitz illegal befindende Schusswaffe in der Öffentlichkeit, kann ein weiteres Vergehen hinzukommen. Denn das Führen einer Waffe ohne gültigen Waffen- oder Jagdschein ist ebenfalls strafbar.

Haben die Personen keine Berechtigung Waffen zu führen, liegt also kein großer oder kleiner Waffenschein vor, wird dies zusätzlich geahndet. Auch hier drohen nach §§ 51 und 52 Geld- oder Freiheitsstrafen.

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Kommentare

  1. Armin sagt:

    Guten Tag, ich hatte mir mal eine Deko K98 auf dem Trödel geholt . Nun war die Polizei da , weil ich eine Exportfeder für mein Luftgewehr bestellt habe . Der Deko k98 wies sich als ein echter aus , was ich Jahre lang nicht wusste,zudem hatten sie noch Bodenfund Munition gefunden , meine frage lautet , was droht mir. Danke im voraus

  2. Adam sagt:

    Hi,

    ich habe dummerweise versucht über das Darknet eine Glock17 + 200 Patronen zu kaufen und traf mich mit einem BKA Beamten der sich als Händler ausgab. Hatte natürlich Hausdurchsuchung(erfolglos) und saß 4 Std in der Zelle. Außerdem wurde mein Smartphone einkassiert und wird ausgelesen kann aber sagen das nichts belastendes gefunden wird. Mit welcher Strafe kann ich rechnen ist mein erstes Vergehen wurde noch nie wegen etwas verurteilt und habe mir nix zu Schulden kommen lassen. Was erwartet mich Haft, Bewährung oder Geldstrafe ?

  3. N.Westhäusler sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    habe meine grüne WBK mit dem gültigen frazösischen Jagdschein und einem Kaufvertrag von einem Drilling an meine Behörde gesendet.
    Ich war der Meinung man darf 2 Langwaffen erwerben . Habe einen Fragebogen der Behörde ausgefüllt in dem
    Ich auch das Datum vom Erwerb angekreutzt habe. Die Waffe habe ich noch nicht übernommen sie ist immer noch
    im Besitz des Eigentümers. Bin Sportschütze und besitze schon Waffen.
    Meine Behörde macht mich jetzt für unerlaubten Waffenbesitz verantwortlich.
    Mit was für Maßnahmen muss ich hier rechnen?

    Mit freundlichen Grüßen
    N. Westhäusler

  4. Alex sagt:

    Guten Abend , ich kenne jemanden der hat eine Schreckschusswaffe im Auto auf jemanden anderen im Verkehr gerichtet , nun wurde ihm der Führerschein entzogen und eine Strafanzeige erhalten. Jetzt meine Frage was für eine Strafe kann ihn erwarten ?

  5. Eckard C. sagt:

    Eckard

    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr

    Die Sachlage ist folgender Fall:

    Habe vor 10 Jahren 2 Einzellader Sportgewehre an Waffenhändler verkauft. Aus gesundheitlichen und familiären Gründen es versäumt die Waffen bei der Behörde abzumelden, welches ich aber jetzt tat. Folge ein Bußgeldbescheid von fast 700,00 Euro. Stellungnahme dazu abgegeben per E-Mail mit lese Bestätigung, welche aber nicht geöffnet wurde.
    Bin schwerbehinderter Rentner. Wie soll man das noch finanzieren und ist das noch rechtens?

    Mit freundlichen Grüßen

  6. mümin sagt:

    Ich habe gas signal waffen öfentlichkeit polizei von mir genommen ich besitzen kleine waffenschein nicht.aber waffen polizei registiert.ich habe waffen vor 20 jahre eine laden gekauft.ich bin schwerbehindert 50 gdB.welche straffe bei mir triftt.danke für antwort

  7. Peter M. sagt:

    Hallo, ich habe seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr mit meinem Vater, da er den Kontakt mit mir abgebrochen hat. Er hat aber meine! gelbe wbk und eine darin registrierte Pistole ebenfalls in seinem Besitz, er selbst hat keine wbk. Er will die Pistole und wbk nicht herausgeben. Die Pistole ist in einem Safe eingesperrt in seiner Wohnung. Welche Strafe würde auf mich zukommen? Soll ich die Polizei anrufen dass diese die Waffe dort abholt?

  8. Hansjörg G. sagt:

    Hallo,
    ich bin Jäger und bei der Überprüfung meiner Waffen wurde bei mir eine nicht angemeldete 22lfb gefunden, die aus dem Besitz meines 2002 verstorbenen Vaters stammt. Das war der einzige Verstoß bei meinen Waffen. Ich hatte die Waffe vergessen.
    Mit was für einer Strafe muß ich rechnen?

  9. Mike sagt:

    Guten Tag,

    ich habe vor fast genau 20 Jahren einen Schreckschussrevolver erworben und nach einigen Umzügen wieder entdeckt.
    Wenn ich jetzt einen “kleinen” Waffenschein beantrage kann man mich dann nachträglich belangen?

    Vielen Dank im Voraus, für Ihre Antwort!

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