Fahrverbot umgehen durch ein höheres Bußgeld: Geht das?

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Der temporäre Fahrerlaubnisentzug schmerzt

Regelmissachtungen im Straßenverkehr ziehen unterschiedliche Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog nach sich. Während Parkverstöße „nur“ ein Verwarnungsgeld zur Folge haben, kann eine gravierende Geschwindigkeitsüberschreitung schnell ein hohes Bußgeld sowie Punkte in Flensburg begründen.

Bei besonders schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten oder beharrlichen Pflichtverletzungen kann zudem ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten ausgesprochen werden. Für diesen Zeitraum ruht die Fahrerlaubnis und der Betroffene darf nicht mehr mit einem Kfz am Straßenverkehr teilnehmen.

Dann fragen sich die Betroffenen häufig: „Wie kann ich ein Fahrverbot umgehen?“ Verhindern lässt sich der temporäre Entzug der Fahrerlaubnis tatsächlich in einigen Fällen. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Fahrverbot abwenden: Wann ist das möglich?

Ein Fahrverbot zu umgehen und dieses in ein höheres Bußgeld umzuwandeln, kann möglich sein.

Ein Fahrverbot zu umgehen und dieses in ein höheres Bußgeld umzuwandeln, kann möglich sein.

Haben sich Verkehrsteilnehmer eine Ordnungswidrigkeit geleistet und wurden dabei erwischt, wird in aller Regel ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Ist der Fahrer ermittelt bzw. eindeutig identifiziert, erhält dieser einen Bußgeldbescheid.

In diesem sind die Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog, zu denen auch ein Fahrverbot gehören kann, aufgeführt. Wollen Betroffene dann das für 1 Monat verhängte Fahrverbot umgehen, können diese einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen.

Dieser muss binnen zwei Wochen schriftlich bei der zuständigen Bußgeldstelle eingehen. Das Schreiben sollte eine Begründung enthalten, warum die Sanktionen gegen Sie ungerechtfertigt sind. Hat der Einspruch Erfolg, weil beispielsweise die Verjährung schon eingetreten ist, haben Sie es geschafft, dass 4-Wochen-Fahrverbot zu umgehen.

Wird der Einspruch allerdings abgelehnt und Sie legen keine weiteren Rechtsmittel, wie zum Beispiel eine Klage ein, muss das Fahrverbot angetreten werden.

Entscheiden Sie sich dazu, einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen, um das Fahrverbot von 1 Monat zu umgehen, müssen Sie sich unbedingt an die Frist von 14 Tagen halten. Geht Ihr Schreiben später bei der Bußgeldstelle ein, hat der Bußgeldbescheid bereits die Rechtskraft erlangt. Somit können Sie keine Rechtsmittel mehr einlegen und müssen sich mit dem Sanktionen abfinden.
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Wie kann man ein Fahrverbot umgehen?

Das Fahrverbot zu übertragen, ist nicht erlaubt.

Das Fahrverbot zu übertragen, ist nicht erlaubt.

Ein Fahrverbot ist natürlich für jeden Verkehrsteilnehmer ärgerlich, allerdings trifft es einige dabei härter als andere. Sind Sie beispielsweise beruflich auf den Führerschein angewiesen, weil Sie als Paketzusteller oder Lkw-Fahrer arbeiten, kann der temporäre Fahrerlaubnisentzug zu einer existenziellen Bedrohung werden.

Dann rückt natürlich die Frage, wie Betroffene ein Fahrverbot umgehen können stark in den Fokus. In Ausnahmefällen ist es möglich, das Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umzuwandeln. Die Entscheidung darüber wird allerdings stets im Einzelfall getroffen.

Können Sie aus beruflichen Gründen nicht auf den Führerschein verzichten, kann dies einen Härtefall darstellen. Dieser tritt auch ein, wenn beispielsweise die Pflege von Angehörigen durch den temporären Verlust der Fahrerlaubnis nicht mehr möglich wäre.

Liegen solche Gründe bei Ihnen vor, empfiehlt es sich, einen versierten Anwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren. Dieser kann eine entsprechende Argumentation ausarbeiten und somit Ihre Chancen, das Fahrverbot zu umgehen, erhöhen.

Können Sie ein Fahrverbot verschieben?

Wollen Temposünder ein aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung ausgesprochenes Fahrverbot umgehen und scheitern mit diesem Vorhaben, steht oft die Frage im Raum, ob der temporäre Führerscheinentzug nicht zumindest verschoben werden kann.

§ 25 Absatz 2a Straßenverkehrsgesetz (StVG) regelt diesbezüglich Folgendes:

Ist in den zwei Jahren vor der Ordnungswidrigkeit ein Fahrverbot gegen den Betroffenen nicht verhängt worden und wird auch bis zur Bußgeldentscheidung ein Fahrverbot nicht verhängt, so bestimmt die Verwaltungsbehörde oder das Gericht abweichend von Absatz 2 Satz 1, dass das Fahrverbot erst wirksam wird, wenn der Führerschein nach Rechtskraft der Bußgeldentscheidung in amtliche Verwahrung gelangt, spätestens jedoch mit Ablauf von vier Monaten seit Eintritt der Rechtskraft.

Mussten Sie also in den letzten zwei Jahren kein Fahrverbot ableisten und gelten somit als „Ersttäter“, ist es möglich, den Zeitraum von selbigem innerhalb einer Frist von vier Monaten selbst zu wählen.

Das bietet den Freiraum, das Verbot auf einen kürzeren Monat zu legen. Allerdings ist es nicht möglich, ein Fahrverbot teilweise zu umgehen, indem Sie dieses aufteilen. Ist es erst einmal angetreten, gilt es für mindestens einen Monat.

Achtung: Wer sich trotz des Fahrverbots hinters Steuer setzt, begeht eine Straftat! Fahren ohne Fahrerlaubnis wird in Deutschland gemäß Strafgesetzbuch (StGB) mit einer Freiheits- oder Geldstrafe sanktioniert.
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Fahrverbot vermeiden: Die Regeln der StVO einhalten

Es ist meist schwierig, ein Fahrverbot wegen Alkohol zu umgehen.

Es ist meist schwierig, ein Fahrverbot wegen Alkohol zu umgehen.

So banal es klingen mag, aber die einfachste Methode, ein Fahrverbot zu umgehen, ist, sich keine schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr zu leisten. Eine geringe Geschwindigkeitsüberschreitung wird in aller Regel nicht dazu führen, dass der Führerschein für einen Monat futsch ist.

Doch ab wann wird ein Fahrverbot eigentlich ausgesprochen? Grundsätzlich müssen Sie einen Monat auf den Führerschein verzichten, wenn Sie eine rote Ampel überfahren, welche schon länger als eine Sekunde „rot“ war.

Gleiches gilt, wenn Sie innerorts das Tempolimit um 31 km/h oder mehr überschreiten. Auch beim Fahren unter Alkohol oder Drogeneinfluss wird in aller Regel ein Fahrverbot ausgesprochen, wenn es nicht sogar zum Entzug der Fahrerlaubnis kommt.

Bedenken Sie: Bei beharrlichen Pflichtverletzungen kann ebenfalls ein Fahrverbot ausgesprochen werden, auch wenn dieses für die Ordnungswidrigkeit gemäß Bußgeldkatalog gar nicht vorgesehen ist. Zudem gibt es die sogenannte „Wiederholungstäter-Regelung“: Überschreiten Kfz-Fahrer zweimal innerhalb eines Jahres die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 26 km/h oder mehr, wird automatisch ein Fahrverbot von einem Monat verhängt.

Können Sie einen Führerscheinentzug umgehen?

Von einem Fahrverbot, welches nur temporär ist und maximal für drei Monate ausgesprochen werden kann, ist der Entzug der Fahrerlaubnis klar abzugrenzen. Bei ersterem ruht die Berechtigung zum Führen eines Kfz nur einen gewissen Zeitraum.

Mit dem Fahrerlaubnisentzug gebt diese Berechtigung allerdings komplett verloren und kann in aller Regel erst nach Ablauf einer Sperrfrist erneut beantragt werden. Für die Wiedererteilung können Auflagen gestellt werden, welche nicht selten die Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) erfordern.

Da ein Entzug der Fahrerlaubnis quasi das letzte Mittel darstellt, muss sich der Betroffene eine schwerwiegende Regelmissachtung leisten, bis dieser angeordnet wird. Dies ist beispielsweise bei Straftaten, welche im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr stehen, der Fall.

Gut zu wissen: Auch Verkehrsteilnehmer, welche immer wieder auffällig werden, sehen sich irgendwann mit einem Fahrerlaubnisentzug konfrontiert. Erreicht das Flensburger Konto einen Punktestand von acht, wird die Fahrerlaubnis entzogen.
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