Parken auf dem Gehweg: Wann ist dies erlaubt?

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Vorschriften für das Abstellen von Kfz

Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) enthält verschiedenste Vorgaben zum Halten und Parken. Diese sollen sicherstellen, dass Autofahrer ihr Fahrzeug nicht überall abstellen und andere Verkehrsteilnehmer dadurch behindern. So befasst sich der Gesetzgeber auch mit dem Parken auf dem Fußweg. Doch wann darf man laut StVO auf dem Gehweg parken? Mehr dazu erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Bußgeldtabelle: Parken auf dem Gehweg

TBNR Tatbestand Bußgeld (€)
112402 Sie parkten verbotswidrig auf dem Gehweg.20
112403 Sie parkten verbotswidrig auf dem Gehweg und behinderten dadurch Andere.30
112404 Sie parkten länger als 1 Stunde verbotswidrig auf dem Gehweg.30
112405 Sie parkten länger als 1 Stunde verbotswidrig auf dem Gehweg und behinderten dadurch Andere.35
112432 Sie parkten bei zulässigem Gehwegparken (Zeichen 315) nicht auf dem Gehweg.20
112433 Sie parkten bei zulässigem Gehwegparken (Zeichen 315) nicht auf dem Gehweg und behinderten dadurch Andere. 30
112434 Sie parkten länger als 1 Stunde bei zulässigem Gehwegparken (Zeichen 315) nicht auf dem Gehweg.30
112435 Sie parkten länger als 1 Stunde bei zulässigem Gehwegparken (Zeichen 315) nicht auf dem Gehweg und behinderten dadurch Andere.35
112322 Sie parkten auf einem Gehweg, auf dem das Parken erlaubt ist, verbotswidrig über einem Schachtdeckel oder sonstigen Verschluss. 10
112323 Sie parkten auf einem Gehweg, auf dem das Parken erlaubt ist, verbotswidrig über einem Schachtdeckel oder sonstigen Verschluss und behinderten dadurch Andere.15
112324 Sie parkten auf einem Gehweg, auf dem das Parken erlaubt ist, verbotswidrig länger als 3 Stunden über einem Schachtdeckel oder sonstigen Verschluss.20
112325 Sie parkten auf einem Gehweg, auf dem das Parken erlaubt ist, verbotswidrig länger als 3 Stunden über einem Schachtdeckel oder sonstigen Verschluss und behinderten dadurch Andere.30

Bußgeldrechner zu Parkverstößen

Was besagt die StVO zum Parken auf dem Gehweg?

Parken auf dem Gehweg: Ist dies in Deutschland überhaupt möglich?

Parken auf dem Gehweg: Ist dies in Deutschland überhaupt möglich?

Wo ein Fahrzeug abgestellt werden darf, definiert der Gesetzgeber grundsätzlich mithilfe der StVO. Denn hierbei handelt es sich wohl um den wichtigsten Gesetzestext zum Verkehrsrecht in Deutschland. Daher sollte davon auszugehen sein, dass alle Aspekte für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr thematisiert werden. Allerdings lassen sich keinerlei Informationen über ein direktes Verbot für das Parken auf dem Gehweg in der StVO finden. Stattdessen heißt es in § 12 Abs. 4 StVO nur:

Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren.

Darüber hinaus bestimmt der Gesetzgeber in § 25 StVO, dass Personen, die zu Fuß unterwegs sind, den Gehweg nutzen müssen. Aus diesen Vorschriften lässt sich also schließen, dass das Parken auf einem Bürgersteig nicht erlaubt ist und der Bordstein als Schutzbereich für Fußgänger zu verstehen ist.

Übrigens! Auch mit dem Motorrad ist das Parken auf dem Gehweg grundsätzlich untersagt. Hierbei ist es irrelevant, ob das Platzangebot objektiv groß genug ist, um eine Behinderung der Passanten auszuschließen. Allerdings zeigen sich die Behörden meist kulant und verhängen keine Sanktionen, wenn Biker ihr Motorrad auf dem Gehweg parken.

In welchen Ausnahmefällen dürfen Sie auf dem Bürgersteig parken?

Parken auf dem Bürgersteig: Erlaubt ist dies zum Beispiel bei diesem Verkehrszeichen.

Parken auf dem Bürgersteig: Erlaubt ist dies zum Beispiel bei diesem Verkehrszeichen.

Wie so oft sieht der Gesetzgeber aber auch Ausnahmen vor, die das Parken auf dem Gehsteig ermöglichen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Fußweg über entsprechende Parkplatzmarkierungen verfügt.

Darüber hinaus erlaubt auch das Verkehrszeichen 315 das Parken auf dem Gehweg für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 2,8 t. Das rechteckige Richtzeichen zeigt auf blauem Grund ein weißes P, welches für „Parkplatz“ steht, und ein Auto, das auf dem Gehweg parkt. Dabei zeigt das Bild, auf welche Weise das Fahrzeug abzustellen ist.

So ist häufig das Parken halb auf dem Gehweg erlaubt bzw. vorgeschrieben. Abhängig von der Beschilderung müssen sich dann zwei Reifen – entweder eine komplette Achse oder eine Fahrzeugseite – auf dem Gehsteig befinden. Beim Parken auf dem Bordstein kann aber auch der Fall eintreten, bei dem sich das ganze Auto mit allen vier Rädern auf dem Bürgersteig befinden muss. Achten Sie daher unbedingt auf die Piktogramme, denn anderenfalls kann für das nicht ordnungsgemäße Parken auf dem Gehweg ein Bußgeld drohen.

Nicht selten wird das Verkehrszeichen 315 auch mit Zusatzzeichen ergänzt. Diese konkretisieren das vorgeschriebene Verhalten zum Parken auf dem Gehweg und ordnen zum Beispiel die Verwendung einer Parkscheibe, die Notwendigkeit eines Parkscheins, eine Begrenzung der Parkdauer oder die Beschränkung auf spezielle Fahrzeugarten an.

Wichtig! Ist der Bordstein fürs Parken freigegeben, sind Sie in der Regel dazu verpflichtet, Ihr Fahrzeug auf diesem abzustellen. Missachten Sie diese Vorgaben, sieht der Bußgeldkatalog auch dafür eine Geldsanktion vor.

Wann droht für das Parken auf dem Bürgersteig ein Bußgeld?

Sie parken verbotswidrig auf dem Gehweg? Die Behörden können deshalb ein Abschleppunternehmen beauftragen.

Sie parken verbotswidrig auf dem Gehweg? Die Behörden können deshalb ein Abschleppunternehmen beauftragen.

Halten sich Verkehrsteilnehmer nicht an die geltenden Vorschriften, hat dies Konsequenzen. So ahndet der Bußgeldkatalog die Ordnungswidrigkeit „Parken auf dem Gehweg“. Welche Strafe bzw. welche Geldsanktion in einem solchen Fall droht, hängt von den Umständen des Verkehrsverstoßes ab.

Demnach müssen Autofahrer, die verbotswidrig auf dem Fußweg parken, mindestens mit einem Verwarngeld in Höhe von 20 Euro rechnen. Geht der Verstoß mit einer Behinderung einher, erhöht sich dieses auf 30 Euro. Mit einem Punkt und 60 Euro Bußgeld kann das Parken auf dem Gehweg zudem sanktioniert werden, wenn dadurch eine Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge im Einsatz unmöglich ist.

Geht das vorschriftswidrige Parken auf dem Gehweg mit einer Behinderung oder Gefährdung von Passanten oder anderen Verkehrsteilnehmern einher, besteht zudem die Möglichkeit, dass Ihr Fahrzeug abgeschleppt wird. In einem solchen Fall drohen zusätzlich zu den Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog für das Parken auf dem Gehweg die Kosten für das Abschleppunternehmen. Diese können sich unter Umständen auf mehr als 200 Euro belaufen.

Übrigens! Auch für das vorschriftswidrige Halten auf dem Gehweg sieht der Bußgeldkatalog Sanktionen vor. Autofahrer müssen in einem solchen Fall mit einem Verwarngeld in Höhe von 10 Euro zahlen. Liegt eine Behinderung der anderen Verkehrsteilnehmer vor, erhöht sich die Geldsanktion auf 15 Euro.
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