Parkraumbewirtschaftung: Parkzonen in Berlin, Aachen und Co.

Wenn die Parkzone bewirtschaftet wird

Die Parkraumbewirtschaftung soll eine ausgeglichene Parkbilanz schaffen.

Die Parkraumbewirtschaftung soll eine ausgeglichene Parkbilanz schaffen.

Deutschland verfügt über eine gute Infrastruktur mit einem gut ausgebauten Netz an Straßen und Autobahnen. Daher nutzen immer noch viele Menschen Kraftfahrzeuge um den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder zu Bekannten zu fahren.

Am Zielort angekommen, stehen die Betroffenen aber häufig vor dem Problem, einen Parkplatz zu finden. Hierbei soll die sogenannte Parkraumbewirtschaftung, die in Berlin und anderen großen Städten Anwendung findet, Abhilfe schaffen.

Doch welche Regeln gelten auf den in Berlin eingerichteten Parkzonen? Wird die Parkraumbewirtschaftungszone in der StVO erwähnt? Welche Konsequenzen drohen, wenn Sie die Parkgebühr nicht bezahlen? Diesen Fragen widmet sich der nachfolgende Ratgeber und informiert Sie umfassend.

Wozu dient in Berlin die Parkraumbewirtschaftung?

Viele Betroffene empfinden die Parkraumbewirtschaftung als Schikane und Geldschneiderei der jeweils zuständigen Behörde. Das die jeweilige Stadt von den Einnahmen profitiert, ist unstrittig. Allerdings verfolgt die Bewirtschaftung der Parkraumzonen in Berlin und Co. noch weitere Ziele.

Gerade in der Großstadt ist die Parkplatzsuche ein häufiges Problem, was zu sogenanntem Parksuchverkehr führt. Dieser behindert den nachfolgenden Verkehr. Durch die Parkraumbewirtschaftung soll ein effizientes Parken ermöglicht werden. Dadurch lässt sich nämlich das Angebot ein Stück weit auf die Nachfrage abstimmen.

Ein reduzierter Parksuchverkehr hat zudem den Vorteil, dass die Schadstoffbelastung reduziert wird. Zudem wird der Lärm vermindert. Durch diese beiden Faktoren sorgt die Parkraumbewirtschaftung für eine bessere Umweltverträglichkeit.

Interessant: Parkraumbewirtschaftungszonen können meist nicht ohne weiteres errichtet werden. Oft entsteht eine Konkurrenzsituation, wenn die betreffenden Flächen auch für den Fußgänger- und Radverkehr, öffentlichen Nahverkehr oder Wirtschaftsverkehr genutzt werden könnten. Zudem können sie in Konkurrenz zu Grünflächen stehen. Daher muss genau abgewogen werden, an welchen Stellen die Einrichtung einer Parkraumbewirtschaftung sinnvoll und möglich ist.

Wer profitiert noch vom bewirtschafteten Parkraum in Berlin?

Ist der Parkscheinautomat kaputt, muss die Parkscheibe genutzt werden.

Ist der Parkscheinautomat kaputt, muss die Parkscheibe genutzt werden.

Es gibt noch eine weitere Personengruppe, die von der Parkraumbewirtschaftung profitieren soll: Anwohner. Diese genießen nämlich Sonderrechte, was die Parkzone, welche sich im Wohngebiet befindet, angeht.

Anwohner müssen nicht jedes Mal den Parkautomat nutzen, wenn sie ihr Kfz in Nähe zur Wohnung abstellen. Ein sogenannter Anwohnerparkausweis macht den Parkschein überflüssig. Dieser kann beim zuständigen Bürgeramt beantragt werden. In Berlin wird eine Gebühr von circa 20 Euro dafür fällig. Der Anwohnerparkausweis ist dann zwei Jahre gültig und berechtigt zum kostenlosen Parken in der jeweiligen Parkzone.

Gut zu wissen: Neben Anwohnern können auch Handwerker und andere Dienstleister von der Parkraumbewirtschaftung profitieren. Diese können nämlich den sogenannten Handwerkerparkausweis beantragen. Dieser ist allerdings deutlich teurer als das Pendant für Anwohner.

Parkgebühren am Parkscheinautomat nicht gezahlt: Diese Konsequenzen drohen

Nicht immer denken Kfz-Fahrer daran, etwas Kleingeld für den Parkautomaten einzustecken. Wer dann einfach keinen Parkschein zieht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um eine Ordnungswidrigkeit handelt. § 13 Absatz 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) definiert:

An Parkuhren darf nur während des Laufens der Uhr, an Parkscheinautomaten nur mit einem Parkschein, der am oder im Fahrzeug von außen gut lesbar angebracht sein muss, für die Dauer der zulässigen Parkzeit gehalten werden. […]

Sie sind also verpflichtet, einen entsprechenden Parkschein zu lösen. Kommen Sie dieser Verpflichtung nicht nach, sieht der Bußgeldkatalog ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro vor. Doch Vorsicht: Überschreiten Sie die Parkdauer wesentlich, kann es teurer werden. Bei einer Überschreitung von mehr als drei Stunden werden 30 Euro fällig.

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